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Aug um Aug! Oder die andere Backe?

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium 7. Sonntag im Jahreskreis, 20. Februar 2011 (Mt 5,38-48)

20.02.2011
© archiv

Mit dieser Einstellung lässt sich kein Staat machen! Wie sollte ein Land, ein Staat funktionieren, wenn das zur obersten Regel gemacht würde: „leistet dem Bösen keinen Widerstand“? Wie soll ein Betrieb, ein Geschäft bestehen können, wenn die Regel Jesu gilt:“Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgt, den weise nicht ab“?

 

„Wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere hin“. Die sprichwörtlich gewordene „andere Backe“ hinhalten! Heißt das: sich überhaupt nicht wehren? Müssen nicht schon Kinder lernen, sich nicht alles gefallen zu lassen? Wie sollen wir uns im Leben behaupten, wenn wir die Worte Jesu uns zur Lebensregel nehmen? Dürfen wir gar nicht mehr unser Recht verteidigen? Sollen wir, wie Jesus lehrt, vor Gericht einfach nachgeben? „Wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir  das Hemd weg zu nehmen, dann lass ihm auch den Mantel“:

 

Macht die Lehre Jesu lebensuntüchtig? Ist sie ein so hohes Ideal, dass sie im Leben eigentlich nicht brauchbar ist? Friedlich Nietzsche, der wortgewaltige Philosoph des 19. Jahrhunderts, war dieser Meinung. Das Christentum sei die Religion der Schwachen, es sei lebensfeindlich und erbärmlich.

 

Nun hat Jesus nicht gelehrt, dass der Staat so funktionieren sollte. Er forderte auf, die Steuer zu zahlen, und anerkannte die Autorität der Gesetze, die ja zum Schutz der Schwächeren gegen die Stärkeren da sein sollen. Jesus hat hier nicht Gesetze formuliert, Gebote erlassen, sondern Ratschläge gegeben. Er bestreitet nicht das Recht, dass wir vor Gericht unsere Ansprüche einfordern dürfen. Aber er rät uns, nicht wegen allem und jedem gleich Prozesse zuführen. Rechthaberei führt oft zu noch größerem Unrecht. Wie viel Leid entsteht durch sinnlose Erb-und Besitzstreitereien! Nachgeben ist nicht immer ein Zeichen der Schwäche. Das Böse besiegen wir nicht dadurch, dass wir mit gleicher Münze zurückzahlen.

 

„Auge für Auge, Zahn für Zahn“, so heißt es in der Bibel des Alten Testaments. Bis heute gilt das als typischer Ausdruck für eine Rachegesinnung. Damals, in der Gesetzgebung des Mose, war das freilich ein Fortschritt. Diese Regel sollte die Rache begrenzen. Die Vergeltung darf nicht größer sein als das angetane Unrecht. Immer wieder endet auch heute noch ein kleiner Streit, der eskaliert, mit einem Totschlag. So viel besser sind wir heute nicht als die Menschen zur Zeit des Alten Testaments.

 

Jesus will aber, dass wir besser werden. So gut wie Gott selber zu uns ist sollen wir auch zu den anderen sein. Das ist der Kern der Botschaft Jesu: Gott ist gut auch mit denen, die Böses tun. Er heißt das Böse nicht gut. Aber er sieht in dem, der Böses tut, immer noch den Menschen, dem er gut ist, den er liebt.

 

„Liebt eure Feinde!“ Das ist „Evangelium pur“. Das kann die Welt verändern. Mahatma Gandhi, der Befreier Indiens, hat daran geglaubt, obwohl er kein Christ war. Er hat der Gewalt keine Gegengewalt entgegen gestellt. Er hat dem Rat Jesu vertraut - und hat damit Erfolg gehabt. Einer muss mit den Schritten der Versöhnung beginnen. Jesus gibt mir den Rat: Fange du damit an!

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