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Die Macht des Verzeihens

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium 24. Sonntag im Jahreskreis, 11. September 2011 (Mt 18,21-35)

11.09.2011
© Erwin Wodicka - wodicka@aon.at

Heute vor zehn Jahren geschah das Unvorstellbare: Zwei von Terroristen gekaperte Flugzeuge rasten in die Twin-Towers in New York. Ein drittes stürzte sich auf das Pentagon in Washington. Ein viertes hätte wohl das Weiße Haus selber treffen sollen. Es wurde von mutigen Insassen vorher zum Absturz gebracht. Ein tragischer Tag, der die Welt verändert hat. Dem Terror wurde der Krieg erklärt. Ein Krieg, der nicht enden will.

 

Meine erste Reaktion damals war eine ganz andere: Nicht Rache, sondern Vergebung muss die Antwort sein. Nicht Vergeltung, sondern eine Umkehr. Der Explosion des Hasses von Seiten fanatischer Muslime müsste eine christliche Antwort entgegengestellt werden: die des heutigen Evangeliums: „Hättest nicht auch du Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?“ Als Präsident Bush statt dessen dem Terror den unbarmherzigen Krieg erklärte, war ich entsetzt. Soll das die Antwort eines „christlichen Landes“, eines „christlichen Präsidenten“ sein?

 

Seine Reaktion mag aus dem Schock heraus verständlich sein. Die tragische Geschichte der letzten zehn Jahre zeigt nach meiner Überzeugung, dass es die falsche Reaktion war, auch politisch. Afghanistan, Irak, Terror ohne Ende…

 

Selbst das Alte Testament, dem man oft fälschlich Zorn und Rache vorwirft, spricht eine andere Sprache als der „Krieg gegen den Terror“. Heute steht in der alttestamentlichen Lesung: „Groll und Zorn sind abscheulich, nur der Sünder hält daran fest. Wer sich rächt, an dem rächt sich der Herr; dessen Sünden behält er im Gedächtnis. Vergib deinem Nächsten das Unrecht, dann werden dir, wenn du betest, auch deine Sünden vergeben“.

 

Rache ist die schlechteste Politik. Vergeltung durchbricht nie den Kreislauf der Gewalt. Haben das die letzten zehn Jahre nicht erschütternd vor Augen geführt? Wie treffend sagt es der alttestamentliche, jüdische Weise in der heutigen Lesung: „Der Mensch verharrt im Zorn gegen den anderen, vom Herrn aber sucht er Heilung zu erlangen? Mit Seinesgleichen hat er kein Erbarmen, aber wegen seiner eigenen Sünden bittet er um Gnade? Denk an das Ende, lass ab von der Feindschaft, denk an Untergang und Tod, … und verzeih die Schuld!“

 

Es gibt freilich einen gewichtigen Einwand: Politik folgt anderen Gesetzen! Ja, das Leben überhaupt spielt sich anders ab. Wer verzeiht, zieht den Kürzeren. Wer nicht sein Recht gegen das Unrecht einfordert, wird über den Tisch gezogen. Das stimmt – und stimmt doch nicht! Das Recht muss das Recht bleiben. Unrecht muss beim Namen genannt werden. Am 11. September 2001 ist schwerstes Unrecht geschehen. Von einzelnen. Von einer Terrororganisation. Hat das die blutige Kriegsspur gerechtfertigt, die seither nicht endet? Jesus ruft zum Verzeihen auf. Das ist scheinbar die schwächere Position. Im Kleinen wie im Großen ist sie dennoch die einzig zukunftsträchtige.

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