Hochzeiten werden gründlich vorbereitet. Manche planen liebevoll alle Einzelheiten. Vom Brautkleid bis zum Empfang, Hochzeitsmesse, Hochzeitsmahl, kirchliche und weltliche Feier: alles soll ein besonderes Fest sein. Umso bitterer ist die Enttäuschung, wenn dann etwas schiefgeht. „Der schönste Tag im Leben„ gerät zum Unglückstag.
Von solchem Pech spricht Jesus im Gleichnis. Nicht irgendeine Hochzeit, sondern die des Königssohnes; wir haben es heuer erlebt, wie eine solche weltweite Aufmerksamkeit weckt.
Im Gleichnis: schon lange war die Königliche Hochzeit angekündigt. „Sie aber kümmerten sich nicht darum“. Sie haben Wichtigeres zu tun, sie zeigen dem König ihre Verachtung, misshandeln seine Boten.
In der Logik des Gleichnisses folgt die Vergeltung, der König lädt dann einfache Leute ein, „von der Straße weg“. Sie kommen in Scharen, festlich gekleidet, wie sich’s für eine so hohe Hochzeit gehört. Nur einer hat es nicht für nötig gefunden, sich ordentlich anzuziehen, kommt daher als wäre er ins Wirtshaus gegangen. Ihn lässt der König hinauswerfen.
Soweit das Gleichnis, das Jesus in Jerusalem erzählt hat. Was sagt es? Über damals: Die ersten Geladenen, das ist das jüdische Volk, seine Anführer. Gott ist der König, Jesus der Königssohn. Gott lädt sein Volk zum Fest des Glaubens. Jesus, sein Sohn, soll den Bund schließen mit dem Volk Gottes. Sie sollen an ihn glauben und ihn annehmen. Aber sie haben ihn abgelehnt. Er wird getötet.
Gott lädt andere zur Hochzeit seines Sohnes: Menschen aller Völker. Aber auch unter ihnen gibt es welche, die die Einladung nicht ernst nehmen und unwürdig daher kommen.
Was spricht das Gleichnis heute an? Zwei Formen, Gott Verachtung zu zeigen. Die erste ist die Gleichgültigkeit. Alles andere ist wichtiger als die Einladung des Königs zum Hochzeitsmahl seines Sohnes. Wie oft kommt Gottes Ruf an letzter Stelle! Arbeit, Sport, Unterhaltung und Geschäft, alles hat Vorrang vor der Teilnahme am Fest, zu dem Gott uns einlädt. Was ist daran so schlimm? Dass wir Gott beleidigen? Sicher auch. Aber mindestens so schwer wiegt, dass wir uns selber schaden. Besinnungslos hasten wir Arbeit und Vergnügen nach, und übersehen, was unserem Leben Halt und Sinn gibt.
Die zweite Form der Verachtung zeigt der Mann, der es nicht einmal der Mühe wert findet, sich festlich anzuziehen. Ohne Respekt, als wäre er in Bierzelt. Er hält es nicht für nötig, berührt zu sein, sein Leben zu ändern.
In beiden Formen kommt eine Geringschätzung Gottes zum Ausdruck. Die Zuhörer Jesu damals waren über diese Worte recht empört. Sie sind auch heute keine leichte Kost. Wer sie aber annimmt, dem tun sie gut. Der darf die Freude des Festes mit Gott erleben, wie bei einer gelungenen Hochzeit.