Einmal kommt der Tag der Schlussbilanz, der letzte Zahltag. Ob wir daran denken oder nicht. Ob es uns lieb ist oder nicht. Viele sagen zwar: mit dem Tod ist alles aus. Also gibt es kein Endgericht. Das Licht geht für immer aus. Ende der Vorstellung. Das war`s jetzt! Nach dem Tod gibt es kein Danach, sondern nur das Nichts.
So denken viele. Nicht die Bibel. Nicht Jesus. Er spricht oft vom Gericht, das kommen wird. Wer hat recht? Die, die das totale Ende mit dem Tod annehmen? Oder die, die an das Leben nach dem Tod glauben?
Eines empfiehlt sich auf jedem Fall: Falls die Bibel doch recht hat, wenn ich doch am Schluss Rechenschaft über mein Leben geben muss, dann sollte ich so zu leben versuchen, dass ich ein Gericht nach dem Tod nicht zu fürchten brauche. Wie lebe ich so, dass die Schlussbilanz „passt“?
Die Antwort Jesu ist erstaunlich. In seinem Gleichnis vom Endgericht, das er kurz vor seinem eigenen Ende erzählt hat, stellt er die Frage auf den Kopf. Beide Gruppen sind völlig überrascht über das Gerichtsurteil. Denn sie werden nicht gefragt: Hast du an ein Leben nach dem Tod geglaubt? Ja nicht einmal: Hast du an Gott geglaubt? Auch nicht: Bist du fromm gewesen? Bist du fleißig zur Kirche gegangen?
Nur eines wird im Gericht Gottes zählen: Ich war Hungrig, durstig, fremd und obdachlos, nackt und gefangen - und ihr habt mir geholfen! Überraschte Gegenfrage: Wann haben wir DICH so arm und notleidend gesehen? Noch überraschendere Antwort: Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!
Mein ewiges Geschick, Himmel oder Hölle, ewig Strafe oder ewiges Leben, entscheidet sich heute. Und es entscheidet sich nicht am Maß meiner Frömmigkeit, sondern an den Taten der Nächstenliebe. Dort begegnet mir Gott, ob ich es weiß oder nicht. Der Notleidende wird für mich zum Prüfstein: Schau ich weg oder gehe ich hin? Wende ich mich ab oder wende ich mich ihm zu? Überwinde ich meinem Egoismus oder Kreise ich nur um mich selber?
Mich erschüttert an diesem Evangelium, dass Jesus uns klar macht: Das Schlimmste im Leben sind die Unterlassungen. Die Gelegenheiten, wo ich es verabsäumt habe, einen Kranken zu besuchen, einen Hungernden zu speisen, einem Obdachlosen zu helfen. Denn Gott steht auf ihrer Seite. Christus ist ihr Bruder. Mich tröstet aber, dass keine gute Tat verloren geht, dass keine echte Zuwendung bei Gott vergessen wird.
Wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, woran ich glaube, dann entscheidet sich mein ewiges Geschick schon hier und heute, ob ich daran denke oder nicht.