Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Home
  • Curriculum Vitae
  • 30 Jahre Erzbischof
    • Erzählen
    • Fotos
    • Lesen
  • Archiv
    • Stellungnahmen
    • Ansprachen
    • Briefe und Impulse
    • Chronik
  • KONTAKT
Hauptmenü:

  • YouTube
  • twitter
  • facebook
  • Instagram
  • A: Schriftgröße: normal
  • A: Schriftgröße: groß
  • A: Schriftgröße: sehr groß
  • A: Standardfarben
  • A: Gelb auf Schwarz
  • A: Schwarz auf Gelb
  • A: Weiss auf Blau
  • A: Blau auf Weiss
Hauptmenü:
  • Home
  • Curriculum Vitae
  • 30 Jahre Erzbischof
    • Erzählen
    • Fotos
    • Lesen
  • Archiv
    • Stellungnahmen
    • Ansprachen
    • Briefe und Impulse
    • Chronik
  • KONTAKT

Hauptmenü:

Hauptmenü anzeigen
Inhalt:

Ich verurteile dich nicht

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium am 5. Fastensonntag, 17. März 2013 (Joh 8,1-11)

17.03.2013
© Erwin Wodicka

Was für ein wunderbares Evangelium! Wer kennt nicht dieses Wort Jesu an die Ankläger der Ehebrecherin: "Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!" Es ist ein befreiendes Wort, das in vielen Situationen zum Umdenken veranlasst. Es ist ein Wort, das jeden direkt trifft, dem niemand ausweichen kann. Nicht umsonst ist es eine Art Sprichwort geworden.

Aber sehen wir uns zuerst die Situation an, in der Jesus es gesprochen hat. Ehebruch wurde damals strengstens bestraft, wie heute noch in manchen Teilen der Welt. Nach dem Gesetz des Moses ist die Ehebrecherin zum Tod zu verurteilen. Sie soll gesteinigt werden. Das fordern energisch die Männer, die eine Frau beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt haben und die sie jetzt vor Jesus hin schleppen. Die panische Angst der Frau können wir uns vorstellen. Sie ist in Todesangst. Wie mag ihr Blick gewesen sein, ihre Augen voller Schrecken, wie sie da gewaltsam zu Jesus hin gezerrt wird? Hat keiner Erbarmen mit ihr? Tut sie niemandem leid?

Die gesetzeskundigen Männer haben nur sie geschnappt. Zum Ehebruch gehören aber immer zwei. Wo ist der Mann dazu? Im Gesetz des Moses heißt es klar und eindeutig, dass "beide zum Tor der Stadt hinausgeführt" werden sollen und dass beide durch Steinigung sterben sollen. Haben diese Eiferer für Gottes Gesetz den Ehebrecher laufen lassen und nur die Frau vorgeführt? Müssten sie nicht die Schuld zuerst beim Mann suchen, der den Ehebruch begangen hat? Im Gesetz des Moses wird ihm die Hauptschuld angelastet. Wird beim Fehltritt eines Mannes eher ein Auge zugedrückt als bei einer Frau? Wird hier mit zweierlei Maß gemessen?


Jesus kennt nur ein Maß und das wendet er ganz gerecht auf alle an. Er stellt nicht in Frage, dass Ehebruch eine schwere Sünde ist. Er ist kein Liberaler, für den es keine Sünde gibt. Aber er lässt sich von den Anklägern der Ehebrecherin nicht nur auf ihre Sünde allein festlegen. Ja, steinigt sie nur, sagt er, wie Moses das vorgeschrieben hat. Doch wenn du die Sünderin steinigst, dann darfst du selbst kein Sünder sein: "Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein."

 

Plötzlich steht nicht mehr die Ehebrecherin im Mittelpunkt, sondern meine eigene Sünde. Du urteilst über diese Frau. Und du hast Recht, sie hat schwer gesündigt. Und jetzt schau dein eigenes Leben an: Selbst wenn du nie Ehebruch begangen hast, wie viele andere Sünden sind in deinem Leben! Bist du ohne Sünde? Hältst du dich für gerechter als diese Frau, die mit einem anderen Mann als ihrem eigenen geschlafen hat?


Und siehe da: Einer nach dem anderen lässt seinen Stein fallen und geht weg. Sind sie alle rot geworden? Beschämt bei dem Gedanken an ihre eigenen Sünden? Und dann Jesu wunderbares Wort an die Frau, mit der er alleine zurückgeblieben ist: "Auch ich verurteile dich nicht!" Er verurteilt sie nicht und auch mich nicht! Und da urteile ich weiter über andere? Werfe - mit Worten, Blicken, Gesten - Steine auf andere, statt mir vorzunehmen, bei mir selber anzufangen und nicht mehr zu sündigen. Zumindest mich darum zu bemühen!

zurück

Sitemapmenü:
  • Social Media
    • Bluesky
    • X (Twitter)
    • Facebook
    • Instagram
  • Home
    • Curriculum Vitae
    • Kolumne
    • Gedanken zum Evangelium
    • Predigten
    • Katechesen
    • Frag den Kardinal
    • Bibliographie
    • Archiv

Erzdiözese Wien

Erzbischöfliches Sekretariat

Wollzeile 2

1010 Wien

Tel.: +43 1 51552 - 3726


Impressum
Datenschutzerklärung
Barrierefreiheitserklärung
Cookie-Einstellungen
nach oben springen