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Von Gott, Kaiser und Steuern

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium am Sonntag, 19. Oktober 2014.

17.10.2014
© Goldmünzen/bilderbox.com

Wie wichtig dieses Wort Jesu ist, erleben wir derzeit täglich. Denn es geht schlicht und einfach um die Trennung von Religion und Politik: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gott gehört.“ Man hat zu Recht gesagt, mit diesem Wort habe Jesus ein klares Nein zu jeder Art von „Gottesstaat“ gesagt. Welche Schrecken der Versuch auslöst, auf Erden einen „Gottesstaat“ zu errichten, das müssen zur Zeit alle Länder durchleiden, in denen radikale, militaristische Gruppen versuchen, mit unbeschreiblicher Brutalität einen Staat auf angeblich religiöser Basis zu errichten. Das gilt zum Beispiel für Boko Haram in Nigeria und für die IS-Milizen in Syrien und im Irak.

 

Aber auch weniger gewalttätige Gruppen träumen davon, einen ganz nach religiösen Grundsätzen gestalteten Staat zu errichten. Alles soll völlig von Gottes Willen bestimmt sein. Ist das nicht ein hohes und frommes Ideal? Wäre es nicht wünschenswert, wenn alles in Staat und Gesellschaft den Geboten Gottes entspräche? Hat Jesus nicht selber das „Reich Gottes“ gepredigt? Hat er es nicht herbeigesehnt? Und hat er seine Anhänger nicht gelehrt, täglich im „Vater unser“ zu beten: „Dein Reich komme“? Hat Jesus nicht schließlich seinen Jüngern  den Auftrag gegeben, möglichst alle Menschen für seine Lehre zu gewinnen? Und das kann ja nicht ohne Folgen für die Gesellschaft bleiben. Wollte Jesus nicht so etwas wie eine „christliche Gesellschaft“ gestalten?

 

Und wie ist das heute? Sollen die Christen nicht versuchen, ihre Überzeugungen im Parlament, in der Gesetzgebung einzubringen? Sollen sie nicht versuchen, auch politisch die Mehrheit zu gewinnen und so eine Gesellschaft auf christlichen Grundsätzen aufzubauen?

 

Genug der Fragen! Schauen wir zuerst die Szene genauer an, die zu Jesu berühmten Wort geführt hat. Man will ihm eine Falle stellen: „Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen, oder nicht?“ Sagt Jesus Ja, wird er als feiger Mitmacher der römischen Besatzungsmacht dastehen. Sagt er Nein, können seine Gegner ihn bei den Römern als Rebell anzeigen. Als gläubiger Jude sollte er doch für die Freiheit seines Landes und Volkes und gegen die Römer sein.

 

Jesus entgeht dieser Zwickmühle mit einer einfachen Lösung. Er lässt sich ein Geldstück zeigen, das natürlich das Bild und die Aufschrift des Kaisers trägt. „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört!“ Der Kaiser verlangt Steuern? Also gebt ihm das Geld, das sein Bildnis trägt, zurück. Jesus diskutiert nicht, ob die Steuern zu hoch sind. Auch nicht, ob es besser wäre, selbständig zu sein oder zum großen Römerreich zu gehören. Er würde wahrscheinlich auch heute sich nicht auf eine Diskussion darüber einlassen, ob Österreich besser unabhängig wäre statt bei der EU zu sein.

 

Etwas anderes ist ihm offensichtlich wichtiger: „Gebt Gott, was Gott gehört“. Was schulden wir Gott? Und was „dem Kaiser“? Dem „Kaiser“, das heißt dem Staat, der weltlichen Autorität, gehört nicht unsere Seele. Der Staat darf mit Steuern vorschreiben, aber nicht meinen Glauben. Er kann mir Gebote und Verbote geben, aber nur für den „weltlichen“ Bereich, für Verkehr und Wirtschaft, für Arbeit und Bildung, und vieles (manchmal zu vieles) Andere. Er darf aber nie mein Gewissen beanspruchen. Das ist nur Gott Rechenschaft schuldig. Meinen Glauben schenke ich Gott, meine Mitarbeit meinem Heimatland. Ich darf Österreich lieben, und ich tue es. Aber meine wirkliche Heimat ist im Himmel, in Gottes ewigem Reich. Religion hilft mir, ein besserer Staatsbürger zu werden,  aber der Staat darf mit die Religion nicht vorschreiben. Der Staat ist nicht Gott. Aber ich bitte Gott um seinen Segen für unseren Staat. Und ich bemühe mich, ihn aus meinen Glauben heraus mitzugestalten.

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