Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Home
  • Curriculum Vitae
  • 30 Jahre Erzbischof
    • Erzählen
    • Fotos
    • Lesen
  • Archiv
    • Stellungnahmen
    • Ansprachen
    • Briefe und Impulse
    • Chronik
  • KONTAKT
Hauptmenü:

  • YouTube
  • twitter
  • facebook
  • Instagram
  • A: Schriftgröße: normal
  • A: Schriftgröße: groß
  • A: Schriftgröße: sehr groß
  • A: Standardfarben
  • A: Gelb auf Schwarz
  • A: Schwarz auf Gelb
  • A: Weiss auf Blau
  • A: Blau auf Weiss
Hauptmenü:
  • Home
  • Curriculum Vitae
  • 30 Jahre Erzbischof
    • Erzählen
    • Fotos
    • Lesen
  • Archiv
    • Stellungnahmen
    • Ansprachen
    • Briefe und Impulse
    • Chronik
  • KONTAKT

Hauptmenü:

Hauptmenü anzeigen
Inhalt:

Gedanken zum Evangelium: Ein langer Karfreitag

Gedanken zum Evangelium von Kardinal Schönborn, für Karfreitag, 3. April 2015.

01.04.2015
Franziska Jägerstätter
© Diözese Linz/Wakolbinger
Franziska Jägerstätter

"Es war ein langer Karfreitag. Aber ich denke, dass ich jetzt schon näher an Ostern bin." So beschrieb manchmal Franziska Jägerstätter ihr Leben. Was war für sie "ein langer Karfreitag"? Am Gründonnerstag 1936 hatte sie Franz Jägerstätter geheiratet. Es war eine glückliche Ehe. Drei Töchter wurden ihnen geboren. Als Hitler in Österreich einmarschierte, war Franz der Einzige in St. Radegund, der gegen den Anschluss stimmte. Seine Ablehnung des Nazi-Regimes wurde immer klarer. Sie kam aus seinem tiefen Glauben. Er war überzeugt, dass er nicht Christus und dem Führer dienen konnte. Das Reich Christi und Hitlers "Drittes Reich" waren für ihn unvereinbar. Als er 1943 zum Kriegsdienst einberufen wurde, verweigerte er den Dienst mit der Waffe aus Glaubensüberzeugung. Am 9. August 1943 wurde er in Berlin enthauptet.

 

Franziska überlebte ihren geliebten Gatten um 70 Jahre. Sie starb knapp nach ihrem 100. Geburtstag am 16. März 2013. Ich habe selber öfters von ihr gehört, wie sehr sie sich auf ein Wiedersehen mit ihrem Franz freute. Die Liebe zu ihm war nicht alt geworden. Ich erinnere mich, dass sie sich fragte: "Wird er mich wohl wiedererkennen?"

 

Warum aber sprach sie von ihrem Leben als einem "langen Karfreitag"? Franziska hatte viel zu leiden. Zuerst durch den Tod ihres Mannes, dessen Gewissensentscheidung sie achtete, so schwer es ihr fiel. Doch erlebte sie viel Kritik. Sie habe ihn von seiner tödlichen Kriegsdienstverweigerung nicht abgehalten. Sie sei deshalb mitschuldig an seinem Tod. Ihre religiöse Haltung wurde ihr zum Vorwurf gemacht. Lange galt Jägerstätter als Schandfleck, weil Kriegsdienstverweigerung für unehrenhaft und feig gehalten wurde. Die ersten zwanzig Jahre nach dem Krieg waren für Franziska bittere Zeiten der Ausgrenzung, der Verachtung und auch der Armut. Sie erhielt lange keine Kriegswitwenrente.

 

Erst allmählich wurde die Tat ihres Gatten geschätzt. Man begann sich mit seinem Leben und Zeugnis zu befassen. Ein Seligsprechungsverfahren wurde eingeleitet. Unvergesslich ist mir die Feier der Seligsprechung von Franz Jägerstätter am 26. Oktober 2007 im Linzer Dom. Franziskas strahlendes Gesicht an diesem Tag sagte allen, die es gesehen haben, was sie meinte, wenn sie sagte: "Ich denke, dass ich jetzt schon näher an Ostern bin."

 

Karfreitag und Ostern gehören zusammen. Aber in dieser Reihenfolge. Jesu Karfreitag dauerte nur einige Stunden. An sie erinnern wir uns heute: Seine Verurteilung, seine Auspeitschung, die ihn schrecklich zugerichtet hat, seine "Krönung" mit einem Dornenkranz, dann das Tragen des Kreuzbalkens, an den er angenagelt und am Kreuzmasten aufgehängt wurde. Nach drei Stunden der unbeschreiblichen Qual starb er, gegen drei Uhr Nachmittag. Mutige Freunde bargen seinen Leichnam und legten ihn in ein nahes Grab, das einem der Freunde gehörte.

 

Franziskas "langer Karfreitag" bestand aus vielen Prüfungen, Demütigungen, Kritiken, und vor allem aus dem Schmerz der Trennung von ihrem geliebten Franz. Je älter sie wurde,  desto leuchtender ihr Gesicht, wenn sie an "ihr Ostern" dachte, das Wiedersehen mit Franz. Ich durfte ihr oft begegnen. Ihr strahlendes Lächeln war für mich der Beweis, dass auch in einem "langen Karfreitag" schon die Freude des Ostermorgens durchscheinen kann.

zurück

Sitemapmenü:
  • Social Media
    • Bluesky
    • X (Twitter)
    • Facebook
    • Instagram
  • Home
    • Curriculum Vitae
    • Kolumne
    • Gedanken zum Evangelium
    • Predigten
    • Katechesen
    • Frag den Kardinal
    • Bibliographie
    • Archiv

Erzdiözese Wien

Erzbischöfliches Sekretariat

Wollzeile 2

1010 Wien

Tel.: +43 1 51552 - 3726


Impressum
Datenschutzerklärung
Barrierefreiheitserklärung
Cookie-Einstellungen
nach oben springen