Drei Namen stehen heute im Evangelium des ersten Tages des neuen Jahres: Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag, und das heute den Namen Jesus bekam. Jesus, Maria und Josef – diese drei Namen werden heute genannt. Ich sehe darin so etwas wie ein Jahresprogramm für 2016. Und einen besonderen Segen. Denn diese drei Namen galten im Volksmund immer schon als segensreich.
Wir rufen einander zum Jahresbeginn das „Prosit Neujahr“ zu. Das lateinische „Prosit“ bedeutet wörtlich „es nütze“, „es sei zum Nutzen, zum Guten“. Es hat denselben Sinn wie der Trinkspruch „Zum Wohl!“ Zu Recht wünschen wir einander alles Gute zum neuen Jahr. Stärker noch ist es, einander Segen zu wünschen, denn „an Gottes Segen ist alles gelegen“.
Jesus, Maria und Josef: Welchen Segen dürfen wir von ihnen für das beginnende Jahr erhoffen und erbitten? Ich denke als Erstes an die Familie: Jesus, Maria und Josef - diese kleine Familie, wehrlos ausgesetzt den Mächten ihrer Zeit, arm untergebracht in einem Stall, das Kind nicht im eigenen Bettchen, sondern in einem Futtertrog. Diese drei Namen sind ein Segen für alle Familien.
Welch ein Segen ist es, die Geborgenheit einer Familie zu erleben. Und welche Not, wenn Krieg und Konflikte Familien zerreißen. Wie dringend ist eine familienfördernde Politik! Wie kurzsichtig ist es, auf Kosten der Familien Sparpolitik zu betreiben! Wer hält denn ein Land in schwierigen Zeiten zusammen, wenn nicht die Familien? Wie unersetzlich ist die Familie in Krisenzeiten, wenn wachsende Arbeitslosigkeit droht! Eine weitsichtige Wirtschaftspolitik wird familienfreundlich sein müssen, wenn sie nachhaltig erfolgreich sein will.
Jesus, Maria und Josef: diese drei Namen stehen für Versöhnung. Das war der Auftrag, den Jesus von Gott erhalten hat: Versöhnung unter den Menschen! Es gibt so viele Kräfte, die dagegen wirken, die Konflikte anheizen, Feindschaft säen. Wird es im neuen Jahr endlich Frieden im Nahen Osten geben? Oder werden weiter Hunderttausende durch endlosen Terror und Krieg in die Flucht getrieben? Was werden die Großen und Mächtigen tun, um die Waffen niederzulegen und ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen? Was kann jeder Einzelne im eigenen Umfeld tun, um Versöhnung zu fördern? Heuer ist das „Heilige Jahr der Barmherzigkeit“. Werden wir etwas barmherziger miteinander sein?
Heute, am achten Tag nach Weihnachten, wurde nach jüdischem Brauch Jesus beschnitten. Jesus war Jude. Seine Glaubensgemeinschaft, das Christentum, ist nicht von ihren jüdischen Wurzeln zu trennen. Wird es den Religionen im neuen Jahr gelingen, Frieden zu stiften? Oder werden sie selber Ursache von Konflikten sein? Nur allzu oft gab es Religionskriege. Gott bewahre uns, bewahre die Welt vor diesem Übel.
Schließlich stehen am Anfang eines Jahres ganz persönliche Segenswünsche. Was erhoffe, was erbitte ich mir? Wem vertraue ich mein neues Jahr an? Mich beeindruckt, wie sehr Papst Franziskus dem heiligen Josef vertraut, dem treuen Beschützer seiner kleinen Familie. Viele Menschen vertrauen auf die mütterliche Hilfe Marias, der Mutter Jesu. Diese drei Namen, Jesus, Maria, Josef, sind eine gute, sichere Adresse, um einander Segen und „Prosit Neujahr“ zu wünschen.