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Kreuzigung, heute noch

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium am Karfreitag, 25. März 2016 (Joh 19,17-30)

23.03.2016
Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium am Karfreitag, 25. März 2016 (Joh 19,17-30)
© kathbild.at/Rupprecht
Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium am Karfreitag, 25. März 2016 (Joh 19,17-30)

Es wird wieder gekreuzigt. Im 21. Jahrhundert. Wie damals. Wer hätte das für möglich gehalten? Die Djihadisten stellen die Bilder ins Netz. Sogar Videos. Menschen sterben am Kreuz. Andere schauen zu. Wird ihnen nicht schlecht dabei? Wie halten sie diesen Anblick aus? Wo bleibt das Mitgefühl? Warum kommen Menschen in Massen zu den Enthauptungen in Saudiarabien, in China, um nur zwei Länder zu nennen, die nach wie vor die Todesstrafe praktizieren? Ganz zu schweigen von den USA, die trotz der eindringlichen Worte von Papst Franziskus noch immer in einigen Bundesstaaten die Todesstrafe beibehalten haben.

 

Auch damals, als vor den Toren von Jerusalem, auf der Richtstätte, drei Menschen gleichzeitig gekreuzigt wurden, gab es eine neugierige Menschenmenge, die sich dieses Schauspiel nicht entgehen lassen wollte. Vor allem der mittlere Gekreuzigte zog das Interesse Vieler an. Ein Schild über seinem Kopf gab Namen und Grund des Todesurteils an: „Jesus von Nazareth, der König der Juden.“ Gleich in drei Sprachen, damit sicher alle erfahren, um wen es sich da handelt: hebräisch, lateinisch, griechisch.

 

Der Bericht des Evangelisten Johannes könnte nicht nüchterner sein. Kein Wort über die Gefühle. Fakten werden aufgezählt, als handelte es sich um ein Stück solider Alltagsarbeit. Einige tun das Handwerkliche: Sie kreuzigen ihn! Hämmern, nageln, Balken befestigen, Standfestigkeit sichern. Sie tun das ja nicht zum ersten Mal. Und dann muss ja auch noch das Gewand des Verurteilten entsorgt werden: Stoff war teuer. Also verteilen sie, was an Kleidungsstücken da war. Der Gekreuzigte wird sie ja nicht mehr brauchen. Auch nicht den in einem Stück gewobenen Leibrock, den sie untereinander verlosen.

 

Ohne ein einziges Wort über die Schmerzen, das unsägliche Leid zu verlieren, berichtet Johannes von den Frauen, die beim Kreuz standen, vor allem seine Mutter. Die knappen, fast dürren Worte dieses Berichts erlauben es, sich umso mehr hineinzudenken, hineinzufühlen, wie es einer Mutter geht, die mitansehen muss, wie ihr eigener Sohn am Kreuz hängt und allmählich stirbt.

 

Und genau da sind wir am entscheidenden Punkt. Hier scheiden sich die Geister. Wie sehen wir Bilder, die uns heute unweigerlich erreichen? Bilder von heutigen Kreuzigungen, von Flüchtlingsnot, von Kriegsgräuel, von Bombenattentaten? Wie leben wir mit solchen schlimmen Bildern? Alles sieht anders aus, wenn es sich um das eigene Kind, den eigenen Mann, die eigene Familie handelt. Jesus hat, wohl mit letzter Kraft, seinem engen Vertrauten, Johannes, die Sorge um seine Mutter anvertraut, und der eigenen Mutter Maria die Sorge um Johannes, wie um ihren eigenen Sohn.

 

Alle diese schrecklichen Bilder sehen anders aus, wenn wir auf ihnen plötzlich die eigene Mutter, das eigene Kind sehen würden. Dann sind es nicht mehr irgendwelche Bilder von irgendeiner der zahllosen Nöte unserer Welt. Dann treffen sie uns persönlich ins Herz.

 

Heute wird in der Feier des Karfreitags das Kreuz langsam enthüllt. Jesus wird sichtbar, angenagelt, leidend, sterbend. Heute wird immer noch, oder wieder gekreuzigt. Und immer noch müssen Mütter sehen, was ihrem Kind angetan wird. Heute ist es an der Zeit, über so viel Schmerz mitzutrauern.

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