Viel, allzu viel im unserem Leben dreht sich ums liebe Geld. Die meisten Menschen haben davon zu wenig, wenige sind es, die davon viel zu viel haben. Allen ist uns gemeinsam, dass die Sorge um das Geld in unserem Leben einen großen Platz einnimmt. Das ist nicht neu. Das war zur Zeit Jesu nicht anders. Kein Wunder, dass deshalb Jesus oft vom Geld spricht. Er warnt davor, dass es unser Gott wird, und er gibt praktische Hilfen, wie wir nicht zu Sklaven des Geldes werden, obwohl wir es brauchen: "Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon."
Die Lebensregeln Jesu sind immer sehr anschaulich. Er verpackt sie in Geschichten, Gleichnissen. Er erzählt von einem, der seinen Job verliert und arbeitslos wird. Der Mann überlegt, wie er weiterleben kann, wenn er ohne Arbeit dastehen wird. Arbeitslosengeld gab es damals noch nicht. "Was soll ich jetzt tun?" Nüchtern schätzt er seine Möglichkeiten ein: "Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich." Also sucht er einen anderen Weg, um als Arbeitsloser gut durchzukommen.
Immer schon haben die Abgaben eine große Belastung dargestellt. Heute sind es die Steuern, die immer mehr vom eigenen Budget verschlingen. Früher waren es die Anteile der Ernte, die die Bauern an den Grundherrn abliefern mussten. Der schlaue Verwalter macht sich Freunde bei den Pächtern, indem er sie ihre Schuldscheine abändern lässt. Er schädigt zwar seinen reichen Chef, hilft aber damit den Bauern, die unter der Last der Abgaben stöhnen.
Wieso wird der Verwalter für diesen offensichtlichen Betrug auch noch gelobt? Will Jesus uns damit schockieren? Die Antwort gibt er selber: "Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes." Der schlaue Verwalter "hat es sich gerichtet", hat gut für alle Fälle vorgesorgt.
Empfiehlt Jesus deshalb den Betrug? Redet er der Korruption das Wort? Im Gegenteil! Er weiß, aus eigener Erfahrung, dass das beste Geschäftsmodell die Zuverlässigkeit und damit die Zufriedenheit der Kunden ist.
Echter Erfolg beruht immer auch auf Großherzigkeit. Der betrügerische Verwalter war sehr großzügig, freilich nicht mit seinem eigenen Besitz, sondern mit dem seines Chefs. Wer kleinlich nur an seinem Geld hängt, nie ein Herz für andere hat, dem wird das Geld zum Götzen. Knausrigkeit ist nicht die Haltung, die Jesus gefällt. Denn am Ende des Lebens müssen wir alles zurücklassen. In die "ewigen Wohnungen" kommen wir nicht mit einem dicken Portmonee, sondern mit den guten Taten, die wir in diesem Leben mit dem "lieben Geld" getan haben.