Sorgen begleiten uns ein Leben lang. Jesus nennt nüchtern, welche Sorgen die meisten Menschen plagen. Es sind die ganz elementaren Sorgen um Leib und Leben: Was werden wir essen? Was werden wir anziehen? Für sehr, sehr viele Menschen ist es die noch radikalere Frage: Werden wir etwas zum Essen haben? Werden wir etwas zum Anziehen haben? Wie werden wir den nächsten Tag, die kommenden Wochen (über)leben? Zur Sorge um das tägliche Brot kommt die noch drückendere Sorge um die Zukunft.
Das Geld erscheint uns meist als die Lösung für alle diese Sorgen. Hätten wir genügend Geld, dann bräuchten wir uns alle diese Sorgen nicht zu machen. Wir träumen vom Geld, weil wir hoffen, dass es uns von unseren Sorgen befreit. Und da ist ja auch etwas Wahres daran. Ich werde nie vergessen, wie unsere Mutter mir als Kind einmal das Geldbörsel zeigte, in dem gerade noch fünf Schilling waren, und sie dazu sagte: Das ist alles, was uns bleibt! Wir sind nicht verhungert, aber es war oft schon sehr knapp. Und so geht es heute wieder mehr und mehr Menschen.
Jesus warnt vor der Gier nach Geld. Sie mache den Menschen zum Sklaven des Mammon. Diese Gier ist unersättlich. Man kann nie genug bekommen, alles wird dem Geld untergeordnet. Statt von Sorgen zu befreien, wird das Geld für den Gierigen zu einem Gott, der die Menschen zu Knechten macht. Da hilft nur eine klare Wahl: Willst du weiter dem Geld dienen, das dich beherrscht? Oder willst du auf Gott vertrauen, der dich frei macht?
So sehr Jesus vor der Geldgier warnt, so sehr hat er Verständnis für die Sorgen des Alltags. Er hat sie ja selber erlebt, in einer armen Familie aufgewachsen und mit den Mühen des Berufsalltags vertraut. In seiner Familie hat er aber auch das Vertrauen auf Gott erlebt. Und von diesem spricht er zu uns aus eigener Erfahrung. Hinter seinen Worten stehen Erinnerungen, die sich ihm von Kind auf eingeprägt haben. Als Joseph mit Maria und ihm nach Ägypten flüchten musste, da waren sie ganz auf Gottes Hilfe angewiesen. Und als sie nach Jahren nach Nazareth heimkehren konnten, da wird Jesus wohl als Kind von Joseph und Maria immer wieder von den Sorgen des Alltags gehört haben, aber auch von ihrem Gottvertrauen.
„Macht euch keine Sorgen!“ Schaut auf die Vögel des Himmels! Seht euch die Lilien des Feldes an! Jesus rät uns nicht zur Sorglosigkeit, sondern zum Vertrauen auf Gottes Sorge für uns. Er gibt dafür eine ganz einfache Begründung: Du kannst mit einer übertriebenen Sorge um das Morgen dein Leben um nichts verlängern. Es reicht die Sorge um den heutigen Tag: „Jeder Tag hat genug eigene Plage.“
Wie lernen wir dieses Vertrauen, wenn die Sorgen besonders drückend sind? Gerade dann sagt Gott: „Gib mir deine Sorgen!“