Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Home
  • Curriculum Vitae
  • 30 Jahre Erzbischof
    • Erzählen
    • Fotos
    • Lesen
  • Archiv
    • Stellungnahmen
    • Ansprachen
    • Briefe und Impulse
    • Chronik
  • KONTAKT
Hauptmenü:

  • YouTube
  • twitter
  • facebook
  • Instagram
  • A: Schriftgröße: normal
  • A: Schriftgröße: groß
  • A: Schriftgröße: sehr groß
  • A: Standardfarben
  • A: Gelb auf Schwarz
  • A: Schwarz auf Gelb
  • A: Weiss auf Blau
  • A: Blau auf Weiss
Hauptmenü:
  • Home
  • Curriculum Vitae
  • 30 Jahre Erzbischof
    • Erzählen
    • Fotos
    • Lesen
  • Archiv
    • Stellungnahmen
    • Ansprachen
    • Briefe und Impulse
    • Chronik
  • KONTAKT

Hauptmenü:

Hauptmenü anzeigen
Inhalt:

Ein lobenswerter Betrüger?

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium am Sonntag, 22. September 2019 (Lk 16,1-13)

21.09.2019
Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium am Sonntag, 22. September 2019 (Lk 16,1-13)
© bilderbox.com
Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium am Sonntag, 22. September 2019 (Lk 16,1-13)

Seit eh und je plagen sich die Prediger mit dem heutigen Evangelium. Vor allem ein Satz bereitet wirklich Kopfzerbrechen: „Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hat“. Wie kann Jesus einen Mann loben, der offensichtlich ein hintertriebener Verbrecher ist? Stellt Jesus hier die ganze Moral auf den Kopf? Was ist lobenswert an einem Gauner?

 

Jesus erzählt ein Gleichnis, eine Geschichte. Ein Gutsverwalter verschleudert das Vermögen seines Herrn. Er arbeitet für seine eigene Tasche, nicht für die seines Chefs. Der kommt ihm auf die Schliche und kündigt ihm an, dass er hinausfliegen wird. Daraufhin greift der Verwalter zu einem ebenso betrügerischen Trick: Er fälscht Schuldscheine von Schuldnern seines Chefs, um sich bei den Schuldnern beliebt zu machen, wenn er entlassen sein wird.

 

Was soll an diesem doppelt betrügerischen Verhalten lobenswert sein? Beim Nachdenken darüber ist mir ein Erlebnis aus meiner Studentenzeit in Erinnerung geblieben. Ich habe damals in einer Studenten-Wohngemeinschaft gelebt. Eines Abends ist uns die Wohnungstüre zugefallen. Der Wohnungsschlüssel lag drinnen und wir standen draußen. Was tun? Damals gab es in Wien einen „Spezialisten“, der jede Türe öffnen konnte. Er war ein bekannter Einbrecher, der immer wieder im Gefängnis gelandet war, bis die Polizei ihm vorgeschlagen hat: Mach doch aus deinem Können einen ehrlichen Beruf! Das tat er und wurde für viele ein professioneller Nothelfer. Wir haben ihn damals angerufen, er kam recht bald und mit wenigen Handgriffen hatte er unsere Wohnungstüre wieder geöffnet. Natürlich mussten wir ihn dafür ordentlich bezahlen.

 

Vielleicht will Jesus mit diesem schockierenden Gleichnis etwas Ähnliches sagen. Der Gutsherr lobt seinen betrügerischen Verwalter, weil er „clever“, schlau, geschickt gehandelt hat. Denn, so zeigt Jesus, „die Kinder dieser Welt“ sind oft klüger als „die Kinder des Lichts“.
 

Lobt Jesus deshalb den Betrug? Sicher nicht. Vielleicht will er uns damit sagen: Schau dir doch genauer an, wie es in der Welt zugeht! Wie viel Mühe, wie viel Hirn, Schlauheit, Anstrengung wenden Menschen auf, um sich selber zu bereichern! Wie viel Gutes könntest du tun, wenn du ähnlich viel Mühe darauf wenden würdest, mit dem die anvertrauten Gut anderen zu helfen statt sie zu betrügen!

 

„Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon“! Dieser Rat Jesu bewährt sich in diesem irdischen Leben und im kommenden ewigen Leben. Denn alles, was wir auf Erden erwerben, müssen wir einmal zurücklassen.

 

Der verbrecherische Verwalter hat mit großer Entschlossenheit für sein „Heil“ gesorgt, für seinen Profit und seine gesicherte Zukunft. Jesus lobt diese Entschiedenheit, nicht die Betrügerei. Wenn wir alle uns doch mit einer vergleichbaren Energie um das wahre Gute und das ewige Heil sorgen würden! Dann gäbe es auch weniger Betrug und mehr Gerechtigkeit auf Erden!

zurück

Sitemapmenü:
  • Social Media
    • Bluesky
    • X (Twitter)
    • Facebook
    • Instagram
  • Home
    • Curriculum Vitae
    • Kolumne
    • Gedanken zum Evangelium
    • Predigten
    • Katechesen
    • Frag den Kardinal
    • Bibliographie
    • Archiv

Erzdiözese Wien

Erzbischöfliches Sekretariat

Wollzeile 2

1010 Wien

Tel.: +43 1 51552 - 3726


Impressum
Datenschutzerklärung
Barrierefreiheitserklärung
Cookie-Einstellungen
nach oben springen