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Auge um Auge, Zahn um Zahn

Gedanken zum Evangelium, von Kardinal Christoph Schönborn, am Sonntag, 23. Februar, 2020 (Matthäus 5,38-48).

23.02.2020
© shutterstock.com

Dieses Wort gilt geradezu als Kennzeichen der Moral des Alten Testaments. Wie oft habe ich gehört, dass Leute sagen: Das Alte Testament ist voller Krieg, Rache und Vergeltung. Hat Jesus nicht selber genau mit diesen Worten die „alte Religion“ gekennzeichnet, der er seinen neuen Weg, das Evangelium der Liebe, entgegensetzt? Mose hat als Gesetz festgehalten: Wer einem anderen ein Auge ausschlägt, dem soll ein Auge ausgeschlagen werden, und ebenso bei anderen Verletzungen. Dem hält Jesus eine ganz andere Art entgegen: „Wenn einer dich auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere hin.“


Doch Vorsicht! Das Alte Testament ist nicht so rachsüchtig wie viele meinen. Die Bestimmungen im Gesetz des Mose haben einen klaren Sinn: Sie sollen die Vergeltung in Grenzen halten, damit sie nicht in Rache ausartet, denn die Rache neigt dazu, immer weiterzugehen, zu eskalieren und außer Rand und Band zu geraten. Nicht das Alte Testament ist grausam, sondern wir Menschen sind bedroht vom Bedürfnis nach Vergeltung, und immer besteht die Gefahr, dass wir dabei härter zurückschlagen als das Unrecht, das uns angetan wurde. So ist es im Kleinen wie im Großen.


Jesus hält dem schlicht entgegen: „Leistet dem Bösen keinen Widerstand.“ Ist die Logik der anderen Backe wirklich lebbar? Wohin kommen wir, wenn wir uns gegen Unrecht nicht wehren? Müssen nicht schon Kinder lernen, sich zu verteidigen? Und brauchen wir nicht eine gut funktionierende Justiz und Polizei, um dem Bösen Widerstand zu leisten? Muss man sich, um ein guter Christ zu sein, alles gefallen lassen?


Jesus hat ganz klar das Böse beim Namen genannt. Er hat es nie gutgeheißen und es auch nicht verharmlost. Aber eines hat er für immer deutlich gemacht: Es ist besser, Unrecht zu erleiden als Unrecht zu tun. Und ein zweites: Die Spirale der Gewalt wird nicht durchbrochen durch noch mehr Gewalt. Hass wird nie durch Hass überwunden, Terror nicht durch Gegenterror.


Wie oft handeln wir nach der Regel „Auge um Auge“! Wenn du mir gut bist, bin ich dir auch gut. Wenn du mir übel kommst, komme ich dir genauso. Jesus fordert von uns eine Grundhaltung den anderen gegenüber, die wir das Wohlwollen nennen. Und er gibt dafür eine einfache Begründung: Schau dir Sonne und Regen an! Beide sind Wohltaten. Gott „lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte“. Die Natur ist zu allen gut.


Kaum ein Wort sagt deutlicher, was Jesus gelebt und gelehrt hat, und kaum eines ist schwerer zu leben als dieses: „Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.“ Die Feinde lieben heißt nicht, sie sympathisch zu finden. Wir müssen sie auch nicht wie vertraute Freunde behandeln. Einzig eines mutet uns Jesus zu: Ihnen Gutes zu wollen, weil Gott selber jedem von uns Gutes will. Und nichts kann ein Herz, das von Hass erfüllt ist, erreichen und berühren, als wenn ihm jemand begegnet, der nicht mit Hass, sondern mit Wohlwollen kommt. Und was, wenn der andere so in seiner Feindschaft gefangen ist, dass sein Herz von keiner Güte erreicht werden kann? Dann bleibt immer noch die Einladung Jesu: „Betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet.“

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