Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Home
  • Curriculum Vitae
  • 30 Jahre Erzbischof
    • Erzählen
    • Fotos
    • Lesen
  • Archiv
    • Stellungnahmen
    • Ansprachen
    • Briefe und Impulse
    • Chronik
  • KONTAKT
Hauptmenü:

  • YouTube
  • twitter
  • facebook
  • Instagram
  • A: Schriftgröße: normal
  • A: Schriftgröße: groß
  • A: Schriftgröße: sehr groß
  • A: Standardfarben
  • A: Gelb auf Schwarz
  • A: Schwarz auf Gelb
  • A: Weiss auf Blau
  • A: Blau auf Weiss
Hauptmenü:
  • Home
  • Curriculum Vitae
  • 30 Jahre Erzbischof
    • Erzählen
    • Fotos
    • Lesen
  • Archiv
    • Stellungnahmen
    • Ansprachen
    • Briefe und Impulse
    • Chronik
  • KONTAKT

Hauptmenü:

Hauptmenü anzeigen
Inhalt:

Die notwendige Tempelreinigung

Gedanken zum Evangelium, von Kardinal Christoph Schönborn, am Sonntag, 7. März 2021 (Joh. 2, 13-25).

07.03.2021
© kathbild.at / Franz Josef Rupprecht

Jesus – gewalttätig? Es ist die einzige Szene im Evangelium, in der man Jesus gewalttätig sieht. Er ist wie jedes Jahr als Pilger zum Osterfest nach Jerusalem hinaufgezogen. Er begibt sich in den Tempel. Da packt ihn der Zorn, als er all die Geschäftemacherei im Heiligtum sieht. Die Händler, die Geldwechsler, sie alle treibt er mit Geißelhieben aus dem Tempel hinaus. Tempelreinigung! „Macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!“

 

War Jesus doch ein Revolutionär? War er doch nicht der sanfte, gütige Lehrer der Gewaltlosigkeit? An Gewalt hat es nicht gefehlt in der langen Geschichte des Christentums. Hat Jesus mit seiner Gewaltaktion im Tempel zu Jerusalem ein schlechtes Vorbild gegeben? Vorsicht! Schauen wir nüchtern auf das, was Jesus tatsächlich getan hat.

 

So wie heute in Jerusalem an den hohen Festen das israelische Militär streng alles bewacht, damit es zu keinen Unruhen kommt, so kontrollierte damals die römische Besatzungsarmee ganz genau die Menge der Pilger, da gerade zum Osterfest immer wieder Aufstände gegen die Römer ausbrachen. Hätte Jesus einen größeren Aufruhr gestartet, die römische Armee wäre sofort zur Stelle gewesen. Es konnte sich nur um eine symbolische Aktion handeln. Er hat auch nicht seine Begleiter aufgestachelt, gewalttätig zu werden. Seine einzige „Waffe“ war „eine Geißel aus Stricken“. Da ist kein Blut geflossen, keine Menschen wurden verletzt. Gewiss, harmlos war das alles nicht. Aber der Anfang einer Revolution sieht anders aus.

 

Und doch geht es um eine Revolution. Um eine Reinigung des Tempels, aber nicht mehr des prachtvollen Tempels in Jerusalem. Jesus hat vorhergesagt, dass von ihm „kein Stein auf dem anderen“ bleiben wird. Nein, Jesus „meinte den Tempel seines Leibes“. Die Revolution Jesu war die Ehrfurcht vor dem Leib, vor dem Menschen und seiner Würde. Der Tempel ist zu heilig, um zur Markthalle zu verkommen. Der Zorn Jesu gilt der Geschäftemacherei im Heiligtum. Deshalb bleibt die Tempelreinigung, die Jesus damals symbolisch vornahm, eine Mahnung für alle Zeiten. „Macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!“ Aber noch mehr erinnert sie uns daran, dass jeder Mensch ein Tempel Gottes ist und nicht dem Geld und dem Geschäft unterworfen werden darf.

 

Mich berührt es immer, wenn bei einer Beerdigung über den Leichnam des Verstorbenen gesagt wird. „Dein Leib war Gottes Tempel.“ Daran sollen wir uns nicht erst am Friedhof erinnern. Bei meinem Freund Pfarrer Peter Mathei habe ich eine Meditation gelesen, die ich gerne weitergebe. Sie legt Jesus folgende Worte in den Mund: „Ich bin da, wo Menschen leben; ich bin in dem alten Mann, der um seine Frau trauert; ich bin in der Freude des jungen Paares, das ein Kind erwartet. Ich bin in der schweren Krankheit des jungen Menschen; in den Schmerzen der alten Frau mit ihren Entzündungen; ich bin in den Zweifeln des Managers, ob das Geld wirklich das Wichtigste ist. Ich bin im eintönigen Alltag der Angestellten, in der Aufregung vor der großen Prüfung; in der Angst vor dem Befund, im Glück der ersten Liebe … ich bin da, wo Menschen leben.“

 

Vielleicht wollte Jesus durch seine heftige Aktion im Tempel in Jerusalem vor allem darauf aufmerksam machen, dass jeder Mensch ein Tempel Gottes ist, ein Heiligtum, in dem Gott selber gegenwärtig ist. Und wer von uns verspürt nicht, dass dieser Tempel, der ich selber bin, ernsthaft der Reinigung bedarf!

zurück

Sitemapmenü:
  • Social Media
    • Bluesky
    • X (Twitter)
    • Facebook
    • Instagram
  • Home
    • Curriculum Vitae
    • Kolumne
    • Gedanken zum Evangelium
    • Predigten
    • Katechesen
    • Frag den Kardinal
    • Bibliographie
    • Archiv

Erzdiözese Wien

Erzbischöfliches Sekretariat

Wollzeile 2

1010 Wien

Tel.: +43 1 51552 - 3726


Impressum
Datenschutzerklärung
Barrierefreiheitserklärung
Cookie-Einstellungen
nach oben springen