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Stürmische Überfahrt

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 20. Juni 2021.

19.06.2021
© Photo by Wai Siew on Unsplash

Das Leben ist wie die Überfahrt über das Meer der Welt. Vielen Kulturen ist dieses Bild für den Lebensweg vertraut. Die Geburt ist der Beginn der Überfahrt. Mit dem Tod gelangt das Schiff des Lebens ans andere Ufer, das Land des ewigen Lebens. Die Überfahrt selber ist mit allerlei Gefahren verbunden. Das Boot kann in heftige Stürme geraten. Im äußersten Fall kommt es zum Schiffbruch. Die Fluten werden zum Grab. In früheren Zeiten war die Seefahrt ein oft dramatisches Risiko, ohne Motoren, nur auf Ruder und Segeln angewiesen. Die Katastrophe der Titanic hat aber auch den modernen Zeiten bewusstgemacht, welche Gefahren auf hoher See lauern. Die fast täglichen Nachrichten von im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlingen sind traurige Zeugnisse dafür.

 

Das öffentliche Leben Jesu hat sich großteils im Umkreis des „Galiläischen Meeres“ abgespielt, wie der See Genesareth auch genannt wurde. Immer wieder sehen wir Jesus im Boot über den See fahren, in Fischerbooten, mit seinen Jüngern, die zum Teil von Beruf Fischer waren. Die Evangelien berichten über manche dramatischen Momente auf diesem landschaftlich so schönen See. Denn er konnte sich ganz plötzlich in ein wild wogendes Ungetüm verwandeln, wenn die Fallwinde vom Golan herab das Wasser aufwühlten.

 

So auch im heutigen Evangelium. „Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren“, sagt Jesus seinen Jüngern am Ende eines Tages, an dem er lange zu einer großen Menschenmenge gesprochen hatte. Offensichtlich war Jesus von der Anstrengung des Tages so erschöpft, dass er sich hinten im Boot niederlegte und fest einschlief. Urplötzlich bricht einer dieser gefährlichen Stürme los, der auch ein solches Fischerboot in ernste Gefahr bringen konnte. „Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?“ In Panik wecken sie Jesus aus dem tiefen Schlaf. „Schweig, sei still!“ Mit einem Wort gebietet Jesus dem Sturm, der sich sofort legt. „Und es trat völlige Stille ein.“

 

Die Geschichte von der Stillung des Seesturms wurde natürlich eifrig weitererzählt. Man kann sich ja gut hineindenken und merkt dann, wie es einem selber geht, wenn auf einmal „ein heftiger Wirbelsturm“ über einen hereinbricht „und die Wellen in das Boot schlagen“, sodass es unterzugehen droht. Die ersten Christen erlebten die Verfolgungen als Bedrohung ihrer noch wachsenden Gemeinschaft, die wie ein kleines Boot in den Wellen unterzugehen schien. In der Geschichte vom plötzlichen Seesturm fanden sie sich wieder. Und so geht es bis heute vielen, die dieses Evangelium hören und betrachten. Plötzlich kam zum Beispiel die Pandemie. Sie brach über uns herein wie ein Sturm, der in kurzer Zeit die ganze Welt erfasst und unser aller Leben verändert hat.

 

„Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?“ Diese Frage stellt Jesus bis heute. Wie oft habe ich sie plötzlich gehört, wenn eine Situation mich völlig überfordert hat und ich nicht mehr ein und aus wusste. Dann kommt die besorgte, fast zornige Frage auf, warum Jesus mich scheinbar hängen lässt, alleine mit meiner Not. Dann gibt es aber auch immer wieder die Erfahrung, dass der Sturm sich legt und eine innere Ruhe einkehrt, die zu Recht so genannte „Ruhe nach dem Sturm“. Und dann stelle ich mir selber die Frage: Warum bin ich in Panik geraten? Warum habe ich nicht mehr vertraut?

 

Im Evangelium heißt es: „Und andere Boote begleiteten ihn.“ Wie ist es ihnen ergangen im Sturm? Darüber sagt der Text nichts. Aber mir sagt er: Auch andere erleben heftige Stürme. Auch sie erleben Ängste wie ich. Denk nicht nur an die eigene Not. Wir alle sind gemeinsam auf stürmischer Überfahrt.

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