Als ich klein war, hatten die meisten Familien in meinem Umfeld mehrere Kinder. Auch ich bin mit drei Geschwistern aufgewachsen. Wir waren miteinander, haben aufeinander geschaut, gestritten, voneinander gelernt. Heute ist es anders. Immer weniger Kinder werden in Österreich, in ganz Europa geboren. Bei uns im Durchschnitt 1,29 Kinder pro Frau. Viele Großeltern blicken auf wenige Enkelkinder. Inzwischen sterben mehr alte Menschen als Babys auf die Welt kommen.
Diese Entwicklung ist unumkehrbar. Sie hat riesige Folgen für uns alle. Die Pensionskassen leeren sich, das Gesundheits- und Pflegesystem leidet. Die Einsamkeit nimmt zu. Junge Menschen verschieben den Kinderwunsch auf später oder entscheiden sich ganz dagegen. Das hat viele Ursachen: die Unsicherheit in der beruflichen Zukunft, im Privatleben, in der Beziehung, in der Weltlage. Daneben gibt es auch das Leid der ungewollt Kinderlosen.
Was gibt mir trotzdem Hoffnung? Ich beobachte die Freude der Großeltern am Enkelkind. Ich sehe junge Väter, die ihr kleines Kind tragen. Jedes Kind ist ein Stück Zukunft. Das Leben ist stärker!