Gestern, am 23. April, war der Weihetag des Stephansdoms. Seit viele Jahrhunderten steht der Steffl im Herzen von Wien. Ein steinerner Zeuge der Geschichte und des Glaubens. Was hat er in dieser langen Zeit nicht alles gesehen und überdauert! Kriege und Friedenszeiten, Zerstörung und Wiederaufbau, Taufen, Hochzeiten, Begräbnisse, große Feste und schwere Stunden.
Ein Punkt im Dom zieht wohl die meisten Menschen an: das Marienbild hinten rechts im Seitenschiff. Das Meer an Kerzen, das es umgibt, zeigt, wie viele Gebete täglich dort gesprochen werden. Es stammt aus Ungarn, aus dem Dorf Máriapócs. Vor genau 330 Jahren, so wird berichtet, hat die Muttergottes auf diesem Bild echte Tränen geweint. Der Kaiser hat es nach Wien gebracht und dort nur eine Kopie zurückgelassen. Er wollte, dass Maria alle seine Länder beschütze. Die Menschen in Máriapócs waren darüber sehr traurig. Als wollte die Muttergottes diese armen Bauern trösten: Das Tränenwunder hat sich, gut bezeugt, an der Kopie noch zwei weitere Male gezeigt. Bis heute ist Máriapócs ein lebendiger Wallfahrtsort. Auch im Stephansdom finden zahllose Menschen bei Maria Trost und Hilfe. Sie ist eben für alle Menschen da, egal woher sie kommen.