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Fronleichnam

Antworten von Kardinal Christoph Schönborn, in der Zeitung Heute, zu Fronleichnam, Donnerstag, 4. Juni 2026. 

02.06.2026
Das Hochfest des Leibes und Blutes Christi, besser bekannt als Fronleichnam (Mittelhochdeutsch für Leib des Herren), geht zurück auf eine Vision der belgischen Nonne Juliana von Lüttich. Nachdem ihr Beichtvater, dem sie von ihrer Vision erzählt hatte
© Erzdiözese Wien/ Schönlaub Stephan, Stephan Schönlaub
Das Hochfest des Leibes und Blutes Christi, besser bekannt als Fronleichnam (Mittelhochdeutsch für Leib des Herren), geht zurück auf eine Vision der belgischen Nonne Juliana von Lüttich. Nachdem ihr Beichtvater, dem sie von ihrer Vision erzählt hatte
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Morgen ist wieder ein christlicher Feiertag. Wieder lockt ein verlängertes Wochenende. An vielen Orten finden Fronleichnamsprozessionen statt. Viele Jahre durfte ich den großen Stadtrundgang im 1. Bezirk leiten. Darauf habe ich mich immer gefreut: das geheimnisvolle kleine Stück Brot, die weiße Hostie, im kostbaren Gefäß durch die Straßen der Stadt zu tragen, mit Gesang, Musik, Gebet. Touristen stehen neugierig am Wegrand. Was steckt hinter dem Brauchtum? Was hat es mit dem kleinen Brot auf sich?

 

Eines ist sicher: Brot ist kostbar! Es gehört zu den Grundnahrungsmitteln. Wieviel Arbeit, Zeit und Energie steckt in dem Weg vom Korn bis zum Laib Brot! Die Landwirtschaft leidet unter der Trockenheit. Die Teuerung ist beim Brot schmerzlich spürbar. Trotzdem werden in Österreich jedes Jahr fast 150.000 Tonnen Brot und Gebäck einfach weggeworfen. Etwas mehr Dankbarkeit und Ehrfurcht stünden uns gut an!

 

An Fronleichnam wird das Brot noch aus einem anderen Grund verehrt. In der kleinen weißen Hostie ist Jesus selber da. Deshalb ist Fronleichnam ein freudiges Fest: Jesus ist mitten unter uns, in unseren Gassen und Straßen. Er will allen nahe sein, wie das tägliche Brot.

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