Heute, morgen und am Sonntag feiert das Kloster der Dominikaner im Herzen von Wien seinen 800. Geburtstag. Seit 1226, ohne Unterbrechung bis heute, leben, beten, arbeiten hier Mönche, Patres, Brüder. Auch meine eigene Geschichte ist eng mit dem Dominikanerorden verbunden. Mit 18 Jahren, nach der Matura, bin ich bei den Dominikanern eingetreten. In der Klosterkirche Maria Rotunda in der Postgasse 4 wurde ich zum Priester geweiht. Dem vom heiligen Dominikus 1216 gegründeten Orden verdanke ich Entscheidendes in meinem Leben. Er hat mich bis heute geprägt.
Die langen 800 Jahre haben Höhen und Tiefen gesehen, Blütezeiten und Krisen.
Bedeutende Gelehrte hat der Orden hervorgebracht, Meister wie Albert den Großen und Thomas von Aquin, mutige Vorkämpfer der Menschenrechte wie Las Casas, den Verteidiger der Indios. Vor allem die Predigt gehört zu den Aufgaben des „Predigerordens“, wie wir auch genannt werden. Ein Besuch in der strahlend renovierten Dominikanerkirche gibt eine Idee von den Idealen der Ordensfamilie, der ich angehören darf. Ich bin zuversichtlich, dass das Erbe des Heiligen Dominikus zukunftstauglich ist, auf viele Jahre!