Morgen werden im Stephansdom fünf Männer zu Priestern geweiht, weniger als ein halbes Fußballteam. Doch wie beim Fußball und in vielen Berufen stammen sie nicht alle aus Österreich. Sie kommen aus drei verschiedenen Kontinenten: aus Europa (zwei aus Österreich), aus Asien, aus Amerika. Damit bilden sie ab, was in unserer Gesellschaft längst Wirklichkeit ist: die Migration! Sie geht auch an der Kirche nicht vorbei. In Wien haben wir gut dreißig anderssprachige Gemeinden. Etwa die Hälfte der Priester, die in der Erzdiözese Wien tätig sind, stammen nicht aus Österreich. Das ist nicht untypisch für eine Kirche, die weltweit wirkt.
Was wartet auf die fünf neuen Priester? Sie werden Gemeinden zu leiten haben. Gute Leitung heißt nicht selbstherrlich herrschen, wie das zur Zeit in manchen Teilen der Welt praktiziert wird. Leiten heißt Menschen sammeln, ermutigen, zur Mitarbeit gewinnen, Gemeinschaft fördern und Konflikte entspannen. Am besten gelingt das, wenn Priester an Jesus Maß nehmen. Er bleibt das große Vorbild, der beste Trainer, der treue Helfer. Das wünschen ich den fünf Neugeweihten!