Heute ist der internationale Tag der Gerechtigkeit. Ich bin überzeugt, dass alle Menschen einen Sinn für Gerechtigkeit haben. Der Beweis dafür: Ungerechtigkeit tut weh, vor allem wenn wir sie selber erleiden. Das spüren schon die Kleinsten. Unter Geschwisterkindern ist Gerechtigkeit ein riesiges Thema. Wehe, der Bruder oder die Schwester bekommt ein größeres Eis, ein schöneres Spielzeug, mehr Aufmerksamkeit. Im Beruf, in der Partnerschaft leidet, wer sich ausgenutzt oder benachteiligt fühlt. Familien, Nachbarn, Geschäftspartner ziehen vor Gericht, wenn sie den Eindruck haben, betrogen worden zu sein. Das Gericht soll die Dinge wieder „richten“ und der Gerechtigkeit zu ihrem Recht verhelfen. Selbst im Fußball ist der Schiedsrichter eine entscheidende Person.
Schmerzlich ist die Erfahrung, dass es auf Erden keine vollkommene Gerechtigkeit gibt. Das Schicksal der Menschen ist nicht gerecht verteilt. Im Lotto des Geburtsortes haben wir in Europa das bessere Los gezogen. Doch sind auch bei uns die Lebenschancen ungleich verteilt. Die Bibel mahnt auf jeder Seite, dass wir uns alle um Gerechtigkeit bemühen. Ich glaube und hoffe, dass Gott letztlich kein Unrecht offen stehen lässt.