In diesen unvorstellbar heißen Tagen denke ich oft an das berühmte Lied „O sole mio“, das man nie vergessen kann, wenn einem die Stimmen der großen Tenöre im Ohr sind. Es ist ein Liebeslied an die Schönheit der Sonne und der leuchtenden Augen der Geliebten. In der Hitzeperiode, die ganz Europa durchlebt, kommt mir die andere Seite der Sonne stärker zu Bewusstsein: „Glühende Hitze“, „Sengende Sonne“ und alles, was daraus folgt: Dürre, Wassermangel, Ernteausfälle. O sole mio!
Wie abhängig sind wir von dir! Ohne dich gäbe es uns nicht. Seit Urzeiten haben wir Menschen über dich gestaunt, dich für einen Gott gehalten, dich verehrt und gefürchtet. Du warst unseren Vorfahren ein Rätsel: Täglich tauchst du auf, täglich gehst du wieder unter. Wir glaubten Jahrtausende lang, dass wir der Mittelpunkt sind und du um uns kreist. Es war ernüchternd zu erkennen, dass wir nur ein winziger Planet sind, einer unter anderen, die um dich kreisen. Deine Temperatur ist unvorstellbar, ein winziger Teil davon kommt zu uns. Wir stöhnen gewaltig, wenn einmal etwas mehr von deinem Glanz auf uns strahlt, oh du liebe Sonne!