Diese Woche wurde in der Ukraine des 24. August 1991 gedacht. An diesem Tag, vor 35 Jahren, hat die Ukraine ihre Unabhängigkeit erlangt. Die Sowjetunion war zerfallen in einzelne selbständige Staaten. Es gab aus diesem Anlass Solidaritätsbesuche in Kiew, der Hauptstadt. Zum Feiern war man nicht aufgelegt. Der russische Angriffskrieg gibt dazu keinen Anlass. Er richtet sich ja genau gegen diese Unabhängigkeit. Ein Ende ist nicht abzusehen. Statt von Frieden zu sprechen, geht es um weitere Waffenlieferungen, die offensichtlich nicht ausreichen, um diese Tragödie zu beenden.
Vor 12 Jahren, 2014, hatte mich Papst Franziskus als seinen Delegierten nach Kiew gesandt, um der 25 Jahre Religionsfreiheit zu gedenken. Mit dem Ende der Sowjetunion endeten auch die langen Jahrzehnte der Verfolgung aller Religionen durch den atheistischen Kommunismus. Unvergesslich ist mir die Begegnung mit dem Rat der Religionen in Kiew. Spürbar war der Wille, gemeinsam für eine bessere Zukunft zusammenzuwirken. Wird es der leidgeprüften Ukraine gegönnt sein, dass endlich die Waffen schweigen? Gott gebe es!