Es ist unfassbar grausam, was sich im US-Bundesstaat Tennessee abgespielt hat: Christa Pike, zum Tode verurteilt, überlebt zwei Giftspritzen. Schreckliches Leid, körperlich und seelisch, ist damit verbunden. Zuvor hatte ein Berufungsgericht Zweifel geäußert, ob die Strafe rechtmäßig sei.
Morgen ist der Welttag gegen die Todesstrafe. Immer noch wird in nicht wenigen Ländern diese äußerste Form der Bestrafung angewendet. Jahrhundertelang galt sie allgemein als berechtigt. „Wer Blut vergießt, dessen Blut soll vergossen werden“, lautete die weit verbreitete Ansicht, auch im Christentum. Doch war es gerade die Botschaft Jesu, die hier allmählich zu einem Wandel geführt hat: Jeder Mensch hat eine unverlierbare Würde, selbst wenn er schwere Schuld auf sich geladen hat. Kann es Menschen zustehen, sich zum Richter über Leben und Tod zu erheben? Wenn Gott jedem Menschen das Leben schenkt, können wir uns dann anmaßen, es als Strafe zu beenden?
Was bringt die Todesstrafe? Sie habe abschreckende Wirkung! Das ist kaum belegt. Christa Pike selbst sagt es so: „Ich finde nicht, dass jemand mich töten sollte, um mir beizubringen, dass es falsch ist, jemanden zu töten.“