Der Monat November berührt mich jedes Jahr ganz besonders. Der farbenprächtige Herbst geht zu Ende. Die Bäume werfen ihre Blätter ab. Draußen wird es früher dunkel. Die beiden ersten Tage dieses Monats erinnern an das, was wir jetzt auch in der Natur erleben: an den Tod unserer Lieben und wohl auch an unsere eigene Sterblichkeit. Viele gehen auf den Friedhof, schmücken die Gräber mit Blumen und Kerzen, sprechen ein Gebet, finden Trost.
Andere Länder, andere Sitten: In Mexiko wird am „Tag der Toten“ mit farbenprächtigen Kostümen der Tod als Teil des Lebens gefeiert. Halloween ist bei uns in Mode gekommen: Kinder verkleiden sich als Skelette, Gespenster, düstere Gestalten. Ersetzt der Gruselspaß den Schrecken vor dem Tod? Im Alltag verdrängen wir ihn meistens. Und doch ist er täglich in unserer Nähe, zumindest in den Nachrichten. Das schreckliche Zugunglück in Spanien! Die Kriege, die täglich zahllose Todesopfer fordern! Unweigerlich trifft er uns ganz persönlich, in der Familie, im Freundeskreis. Wie mit ihm umgehen?
Vor 800 Jahren hat der Heilige Franziskus im Sonnengesang vom „Bruder Tod“ gesungen. An unseren eigenen Tod zu denken, nimmt dem Leben nicht die Freude. Es hilft uns, für jeden Tag dankbar zu sein. Wir dürfen vertrauen: Sterben und Tod sind nicht das Ende, sondern das Tor zum neuen, ewigen Leben.