Eines ist sicher: in diesem unserem Land gibt es viele, sehr viele Menschen, die ganz selbstverständlich zu helfen bereit sind. Sie schauen nicht weg. Sie schauen hin. Sie gehen hin, dorthin, wo Flüchtlinge ankommen, warten, hoffen und Hilfe brauchen. Sie gehen nach Traiskirchen. Sie bringen, was sie können. Sie schauen, was die Menschen brauchen. Sie verhalten sich wie Menschen, die andere Menschen nicht vergessen. So ist es am Westbahnhof. Aus allen Kreisen der Bevölkerung kommen sie. Vorgestern waren hundertzwanzig ehrenamtliche Übersetzer da, um zu helfen, wo es nötig ist. Die ÖBB stellt großherzig bereit, was gebraucht wird. Samariterbund und Rotes Kreuz, Caritas und Diakonie. Und die Stadt Wien macht durch unbürokratische Bereitschaft vieles möglich.
Niemand weiß, wie lange der Zustrom an Flüchtlingen dauert. Alles deutet darauf hin, dass er nicht so schnell versiegen wird. Gestern konnte ich ausführlich mit dem zuständigen ungarischen Minister telefonieren, um zu erfahren, wie es wirklich am Ostbahnhof in Budapest aussieht. Auch dort ist eines sicher: Große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung für die schon recht verzweifelten Flüchtlinge.
Und noch eines ist sicher: Nur wenn die Staaten der EU sich tatsächlich einigen auf eine echte gemeinsame Linie, wird das unselige Hin- und Herschieben von Menschen, die alles verloren haben, ein Ende finden. Keine Hilfe ist es, jeweils die Schuld auf die anderen zu schieben. Die Antwort geben die vielen freiwilligen Helfer bei uns: Nicht lange reden, nicht herumdiskutieren, sondern handeln und helfen! Und was wir vor Ort nicht können, was aber Aufgabe der Völkergemeinschaft ist: endlich Frieden in den Kriegsgebieten! Wir können dafür beten! Immerhin!