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Antworten: Wir schaffen das – aber nur gemeinsam!

"Antworten" von Kardinal Christoph Schönborn, in der Zeitung Heute, am Freitag, 18. September 2015.

17.09.2015
Am 15. September 2015 besuchte Bundeskanzler Werner Faymann (m.l.) gemeinsam mit Vizekanzler und Bundesminister Reinhold Mitterlehner (m.r.) und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (l.) die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (r.) zu einem Arbeit
© BKA/Andy Wenzel
Am 15. September 2015 besuchte Bundeskanzler Werner Faymann (m.l.) gemeinsam mit Vizekanzler und Bundesminister Reinhold Mitterlehner (m.r.) und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (l.) die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (r.) zu einem Arbeit

Wir schaffen das – aber nur gemeinsam! So in etwa lautete der Tenor beim deutsch-österreichischen Gipfel am Dienstag. Gemeinsam! Das ist das Schlüsselwort. Nur gemeinsam lässt sich die Flüchtlingsnot bewältigen. Und nur am Fehlen der Gemeinsamkeit droht die Lösung zu scheitern.

 

Es beginnt mit dem Fehlen eines gemeinsamen, entschiedenen Willens zum Frieden. Warum gibt es noch immer keine internationale Friedenskonferenz für Syrien? Fast 8 Millionen Menschen sind in Syrien auf der Flucht. 5 Millionen Syrer sind in riesigen Flüchtlingslagern rund um Syrien. Warum werden die zugesagten Hilfsmittel für die Menschen in den Lagern im Libanon, in Jordanien und der Türkei gekürzt statt aufgestockt?

 

Kein Frieden in Syrien in Sicht, keine Zukunftsperspektiven in den Lagern: Angesichts dieser Hoffnungslosigkeit klammern sich Hundertausende an den Hoffnungsschimmer Europa. Über ihre Handys geben sie ihre Informationen weiter. Sie haben nichts zu verlieren. Sie haben schon alles verloren. Nur nicht die Hoffnung.

 

Gemeinsam könnte Europa die Not dieser Menschen auffangen: vor allem durch Hilfe vor Ort. Und durch gerechte, solidarische Aufteilung der Flüchtlinge. Sie machen gerade ein Prozent der europäischen Bevölkerung aus! Stattdessen werden Zäune errichtet, Grenzen dicht gemacht. Nein, es ist zu schaffen, denn es geht um Menschen! Und viele, sehr viele sind bereit, ein menschliches Gesicht Europas zu zeigen.

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