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Kurze Geschichte der Erzdiözese Wien

Die österreichischen Herzöge aus der Familie der Babenberger, und nach ihnen die Habsburger, unternahmen mehrere erfolglose Anläufe zur Gründung eines vom Bistum Passau unabhängigen Bischofssitzes in Wien. Die kanonische Gründung des Bistums Wien erfolgte schließlich am 18. Jänner 1469 durch die päpstliche Bulle "In supremae dignitatis specula". Die Pfarrkirche St. Stephan wurde zur Kathedrale und das seit 1365 dort angesiedelte Kollegiatkapitel zum Domkapitel. Das junge Stadtbistum umfasste drei Stadt- und vierzehn angrenzende Landpfarren. Die dementsprechend überschaubaren diözesanen Finanzmittel gepaart mit politischen und religiösen Unruhen führten dazu, dass das Bistum anfangs durch Administratoren verwaltet wurde und erst 1513 der erste Bischof von Wien sein Amt antrat.

 

Dessen Amtszeit und die seiner Nachfolger war auf politischer und religiöser Ebene durch den Konflikt zwischen der Reformation und der römischen Kirche geprägt, während sie auf diözesaner Ebene versuchten eine funktionierende Verwaltung aufzubauen. Erschwert wurde dies durch drei Katastrophen des 17. Jahrhunderts: den Dreißigjährigen Krieg, einem Pestausbruch 1679 und die zweite osmanische Belagerung 1683. Doch aus den Kirchenruinen wurden wieder Gotteshäuser und für das Bistum brachen bessere Zeiten an.

 

Wien - Sitz eines Erzbischofs und Metropoliten

Am 1. Juni 1722 wurde mit habsburgischem Zuspruch die päpstliche Bulle „Suprema dispositione“ ausgestellt, die Wien zu einem Erzbistum erhob. 1729 stimmte auch das Bistum Passau dem neuen Status quo zu und trat Gebiete an das Erzbistum Wien ab. Die weiteren Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts waren geprägt vom habsburgischen Staatskirchentum, was ein noch nie zuvor dagewesenes Hineinregieren der Potentaten in kirchliche Belange bedeutete. Besonders schmerzhaft für das Erzbistum war die Aufhebung vieler Klostergemeinschaften in und um die Stadt Wien. Doch hielt die Regulierung der Diözesangebiete in Österreich für das Erzbistum Wien immerhin einen territorialen Zugewinn bereit.

 

Die Erzdiözese Wien seit dem 19. Jahrhundert

Am Beginn des 19. Jahrhunderts wirkte der Hl. Klemens Maria Hofbauer als Seelsorger in Wien und viele neue karitative Orden ließen sich in der Stadt nieder. Die katholische Kirche in der Habsburgermonarchie war nach Jahrzehnten des Staatskirchentums eng mit der staatlichen Verwaltung verzahnt. Dem Erzbischof der k. u. k. Residenzstadt Wien kam durch seine Nähe zum Kaiser eine Schlüsselposition in der komplexen Beziehung zwischen Monarch und Kirche zu.

Die nicht immer harmonische Zusammenarbeit zwischen dem Erzbistum und der Donaumonarchie endete 1919 abrupt.

 

In der Zwischenkriegszeit wurde das soziale Engagement der Erzdiözese immer wichtiger. Doch mit dem Aufstieg des Austrofaschismus kehrte das Staatskirchentum zurück. Unter dem darauffolgenden nationalsozialistischen Regime versuchten Vertreter der Erzdiözese den Unterdrückten zu helfen wo es nur ging. Die „Erzbischöfliche Hilfsstelle für nichtarische Katholiken“ verhalf hunderten Menschen zur Flucht.

 

Die Nachkriegszeit wird vor allem durch das Bild des ausgebrannten Stephansdomes symbolisiert. Aber mit dem Wiedererklingen der Pummerin 1952 erhob sich auch das kirchliche Leben aus dem Schutt des Krieges. Es galt nun alte Wunden zu versorgen und zwischen Parteien und Religionen neue Brücken zu bauen. Der interreligiöse Dialog entwickelte sich zu einer zentralen Aufgabe der Wiener Erzbischöfe.

 

Die Erzdiözese heute

Aussöhnung und Entschuldigung waren auch in den ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts von zentraler Bedeutung, allerdings galt es nun Missstände innerhalb der Kirche offen anzusprechen, diese zu beseitigen und um Vergebung bei jenen zu bitten, die eine ungerechte Behandlung erfahren hatten.

Das soziale Engagement für Familien und Menschen in Not ist neben der Seelsorge die zentrale Aufgabe des Erzbistums. Gleichzeitig macht sich die Erzdiözese Wien daran ihre Strukturen an eine neue globale und vielfältige Gegenwart anzupassen. Für ihre 1.135.072 KatholikInnen (Stand: 2020) entsteht ein neues auf die moderne Seelsorge hin ausgerichtetes Pfarrnetz.

(Diözesanarchiv, P. Fraundorfer)

 

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