Montag 23. Juli 2018
Chronik
Altersarmut bei Frauen

Aktuelle Buchtipps

Alle hier vorgestellten Bücher können in der Fachbücherei Seniorenarbeit entliehen werden
 

  Sommerbuchtipp 2018
  Reimer Gronemeyer:

  Die Weisheit der Alten - Sieben Schätze für die Zukunft 
  Freiburg (Herder) 2018
Reimer Gronemeyer, Theologe und em. Professor für Soziologie der Universität Gießen, ist in Österreich durch zahlreiche Vorträge und sein Engagement in den Bereichen Demenz und Hospizarbeit bekannt. In seinem neuesten Buch beschäftigt er sich mit der Frage nach der Weisheit des Alters und zählt sieben Schwerpunkte auf, in denen diese enthalten ist: Mut, Liebe, Erinnerung, Früchte der Lebenserfahrung, Gelassenheit, Tradition - verstanden als Bodenständigkeit - Wissen um die Grenzen des Wissens. Die Schätze dieser Weisheit liegen aber nicht auf dem Präsentierteller, sondern müssen entdeckt werden; sie bedeuten auch keine heile Welt, sondern sind oft bittere Wirklichkeit, die sich niemand wünscht. Die Erfahrungen könnten Wegweiser sein, werden aber zunehmend verdrängt. In vielem ist Gronemeyer zuzustimmen. Manchmal sind seine Erörterungen allerdings etwas unbefriedigend oder gleiten in die Schwarzweiß-Malerei ab, wenn er die Welt von damals der Welt von heute gegenüberstellt. Denn die, die für die heutige Welt mit ihrer ganzen Problematik wie krankmachende Schnelllebigkeit, wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Ungerechtigkeit, ökologischer Verantwortungslosigkeit mitverantwortlich sind, sind auch die heutigen Senioren - sicher nicht jene, an die der Verfasser denkt, wenn er von seiner Großmutter spricht. Aber doch eine Reihe von Menschen, denen der Weitblick oder das Verantwortungsbewusstsein („die Weisheit“) für das gefehlt hat, was sie oft - bereits im fortgeschrittenen  Alter - verursacht haben. Hier wäre etwas mehr zu differenzieren, zudem  verlief und verläuft hier die Grenze nicht zwischen Alten und Jungen sondern quer durch die Generationen. Für Diskussionsstoff, Anregung, den eigenen Blickwinkel zu überprüfen, den Horizont zu erweitern ist mit der Lektüre dieses pointiert geschriebenen Buches allemal gesorgt.

 

 

Juni 2018

Sebastian Schoepp:

Seht zu, wie ihr zurechtkommt

Frankfurt am Main (Westend-Verlag) 2018

Das Älterwerden und die zunehmende Pflegebedürftigkeit der Eltern stellt die Kinder vor unerwartete, oft schwer zu lösende Probleme. Der Autor schildert hier die Sorge um seine Eltern, deretwegen er auf einen möglichen Karrieresprung und eine Partnerbeziehung verzichtet hat. Im Laufe der Zeit spürt er aber nicht nur die Herausforderungen, die das Altwerden in unserer Zeit bedeutet, sondern auch, dass seine Eltern Probleme mit sich herumschleppen, die in die Zeit des Zweiten Weltkrieges und bis in ihre Kindheit und Jugend zurückreichen, und nicht aufgearbeitet sind. Um seine Eltern und auch sich besser zu verstehen, sichtet er Familiendokumente, wendet er sich an Archive und Auskunftsstellen und stellt so manches fest, worüber nie gesprochen wurde und was niemand im Nachhinein für möglich gehalten hätte. Interessant als Beispiel für eine Familiengeschichte in dunkler Zeit, aber auch ein Aufruf, schmerzliche Punkte im Leben, Dinge im Leben, die man verschweigen möchte, oder für die man sich schämt, aufzuarbeiten. Zum eigenen Wohl und zum Wohl der Nachfahren, die mit Spätfolgen aller Art konfrontiert sind. Und letztlich ein Appell: Nie wieder Krieg!

 

 

Mai 2018

Martina Plieth:

Mia besucht Frau Turboschnecke

Ein Bilderbuch über Demenz
Neukirchen 2018

Mia hat die beste Oma der Welt.

Sie begleitet ihre Enkeltochter zum Fußball, bringt sie zum Chor und geht mit ihr einkaufen.

Jede Woche gibt es mehrere einzigartige und lustige Tage mit der unternehmungslustigen Großmutter.

Doch ein Tag in der Woche ist für Mia tabu, denn jeden Freitag besucht Oma Anna ihre drei Freundinnen im Altersheim. Für diese Besuche packt sie jedes Mal Erinnerungsstücke, verschiedene Gegenstände, alte Fotos und Schokolade in eine „Schätzetasche“, Mia beobachtet sie dabei und wird neugierig…

Einmal darf sie ihre Großmutter ins Heim begleiten und lernt dabei drei besondere Frauen kennen, die in ihrer eigenen Welt leben, weil sie an Demenz erkrankt sind. Eine davon nennt Oma Frau „Turboschnecke“, weil sie viele Stunden am Tag am Gang auf und ab läuft, mal langsam, mal schnell. Frau „Anderland“ wiederum sitzt meistens ganz stumm da, schaut dabei geradeaus und scheint mit ihren Gedanken in einem anderen Land zu sein.

Die „allerbeste Hochstaplerin der Welt“ stapelt kleine bunte Tablettenschachteln so lange übereinander, bis sie umfallen. Dann beginnt sie wieder von vorne...

Mia erlebt an diesem Tag im Heim, wie es ihrer Oma gelingt, durch die Besuche und mithilfe der „Erinnerungsschätze“, die Aufmerksamkeit der alten Damen auf schöne Dinge zu richten und ihnen eine große Freude zu bereiten.

In diesem Buch geht es um ganz besondere Freundschaften, es ist ein Buch, in dem man lernt, wie man Menschen mit Demenz wertschätzend und hilfreich begegnen kann, ein berührendes und tröstliches Buch.
Beiliegend findet sich ein Begleitheftchen für Erwachsene mit wertvollen Informationen zum Thema Demenz und wie man Kindern diese Krankheit verständlich erklären kann. Ein Heftchen mit der hoffnungsvollen und ermutigenden Botschaft, dass jeder in der Lage ist, etwas beitzutragen, um den Alltag von Demenzkranken für eine gewisse Zeit zu verbessern.

 

 

April 2018

Hanns Sauter:

Gottesdienst mit allen Generationen

Modelle - Gebete - Impulse
Ostfildern (Schwabenverlag) 2018

Sonntag für Sonntag versammelt sich das „Volk Gottes“ um seinen Herrn im Gottesdienst zu feiern. Ein Volk aber besteht aus mehreren Generationen. Das Bewusstsein dafür ist im Laufe der Zeit zwar weithin verlorengegangen, wird jedoch derzeit  vor allem in jenen Gemeinden, bei denen nur noch eine Sonntagsmesse angesetzt ist, wieder aktuell, sollen doch alle Gottesdienstbesucher - von den Kindern bis zu den Senioren - diese Messe als „ihren“ Gottesdienst erleben! Die hier zusammengestellten 30 Gottesdienst-Modelle greifen dieses Anliegen auf. Sie orientieren sich am Kirchenjahr, an Themen rund um Gemeinde und Familie und sind so gestaltet, dass möglichst alle Altersstufen sowohl in Vorbereitung, Gestaltung und Durchführung einbezogen sind. Angesprochen sind sowohl die Sonntagsgottesdienst-feiernde Gemeinde, als auch kleinere Gruppen und Gemeinschaften. Neben ausgearbeiteten Vorschlägen, die teils einer gründlicheren Vorbereitung bedürfen, teils mit wenig Aufwand zu realisieren sind, enthält das Buch auch Anregungen zu einem Gebet der Generationen füreinander sowie Tipps zu einem generationenfreundlich gestalteten Kirchenraum. 

 

 

März 2018

Karl Kardinal Lehman:
Die Würde des Alters
und die Vollendung des Lebens
Leipzig (Benno-Verlag) 2017


Biblische Aussagen, gegenwärtige Entwicklungen und eigene Erfahrungen

Kardinal Lehmann befasst sich hier in zwei Aufsätzen mit Fragen, die eng zusammengehören und die irgendwann jeden Menschen beschäftigen: „Wie gehe ich mit dem Älterwerden um?“ und: „Was bedeutet ewiges Leben?“ Er charakterisiert die menschliche Ausgangsposition, geht auf den umfassenden sozialen Wandel ein, den eine älterwerdende Gesellschaft für alle bedeutet und befragt die Bibel nach Aussagen zu Alter und Älterwerden und ewigem Leben. Er tut das in einer einfachen, für alle Leserinnen und Leser verständlich gehaltenen Sprache, und bietet ihnen nach der notwendigen Sachinformation seine Gedanken über die Möglichkeiten zu einem geglückten Älterwerden - innerhalb der jedem Menschen gegebenen Grenzen - an. Nicht zu übersehen dabei ist, dass „ewiges Leben“ kein „sachliches Neutrum“ ist (S. 72) sondern Beziehung zu einem persönlichen Gott. (Joh. 17,3) Als solches ist die Rede davon nie Vertröstung, sondern Verheißung, denn wir alle wünschen uns Beziehungen, die stabiler und lebendiger sind als so viele, die wir aus der eigenen Vergangenheit und Gegenwart kennen. Eine sehr empfehlenswerte Handreichung für einen breiten Leserkreis alle. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Seniorenpastoral tun gut daran, das kleine Buch ihrem Handwerkszeug hinzufügen.
 

 

Februar 2018

Hanna Buiting:
Und der Regen klingt wie Applaus
Worte zum Staunen
Neukirchen 2017

Dieser Jahreszeitenbegleiter, der mit dem Frühling beginnt, lädt nicht nur zum Lesen ein, Hanna Buiting hat ein Buch geschrieben, das voll ist von poetischen Texten, inspirierenden Geschichten und hübschen Bildern, die berühren und ins Staunen versetzen. Außerdem bekommen die Leser/innen die Möglichkeit,  ihre eigenen Gedanken – zum Beispiel, Und jetzt du! Hier ist Platz für deinen Frühling… - zu Papier zu bringen, gleich ins Buch hineinzuschreiben. Kreative Impulse regen an, nachzudenken und zu handeln, humorvolle Formulierungen lassen schmunzeln, ungewöhnliche Gedanken zeigen, wie es gelingen kann, das Glück in den kleinen Dingen zu entdecken und Gott dort zu begegnen, wo man es möglicherweise überhaupt nicht erwartet.

Das Buch ermutigt, sich dem Schönen, dem Verborgenen in unserem Leben zu öffnen und sich immer wieder aufs Neue überraschen zu lassen.

Es ist wohltuend zu lesen, gerade in einer hektischen oder belastenden Zeit, auch in kleinen Pausen ideal zum Innehalten, die kurzen Abschnitte und Geschichten laden ein, es immer wieder zur Hand zu nehmen, sich zwischendurch ermutigen und bestärken zu lassen.

 

 

Jänner 2018

Uta Schlegel-Holzmann:
Kein Abend mehr zu zweit
Familienstand Witwe
Gütersloh (Gütersloher Verlagshaus) 2017


Briefe an den verstorbenen Mann
Die Autorin ist 48 Jahre alt, als ihr Mann stirbt. Ihre Trauer bewältigt sie u. a. in der Form von Briefen an den Verstorbenen, in denen sie offen über die Last spricht, alleine leben zu müssen, dazu ihre beiden Kinder, denen durch den Tod des Vaters ebenfalls viel Schweres zugemutet wird. Im Laufe der Zeit klingen Schmerz und Ohnmacht, aber auch Enttäuschung über „gut gemeinte“ Reaktionen von Freunden und Bekannten ab und machen Platz für den Mut, mit der Lücke zu leben, die der Tod gerissen hat. In einem Nachwort reflektiert sie - nun im Alter von 76 Jahren und mit etwa 30 Jahren Abstand - ihr Leben als Witwe. - Ein Mut-mach-Buch für alle, die in einer ähnlichen Situation sind und Schritt für Schritt in eine neue bzw. andere Gestalt des Lebens gehen müssen.

 

Buchtipps 2017

Dezember 2017
Karsten Thormaehlen, Constanze Kleis:
100 Jahre Lebensglück. Weisheit, Liebe, Lachen.
München (Knesebeck) 2017
Beglückende Hommage an das höhere Lebensalter

In dieser Hommage an das Alter stellen die Autoren in Bild und Wort 52 Menschen vor, die um die hundert Jahre alt sind. Heiter und humorvoll ob in Asien, Europa oder Amerika lebend, geben sie einen pointierten Einblick in ihr Leben und bringen auf den Punkt, was sie an die nächste Generation weitergeben möchten.                                                             

Ein glänzender Einfall ist, einen dieser Hundertjährigen, den US-Amerikaner Edward J. Palkot um ein Vorwort zu bitten. Seine lebendig geschriebenen Zeilen machen die Zeit anschaulich, in der all die Menschen, die den Benutzer durch ihre Fotos so indviduell lebendig anschauen, hineingeboren wurden und nötigen zu allem Respekt vor denen, die die Vielfalt und Schnelllebigkeit eines Jahrhunderts erlebt haben. Fazit: Das Altern mag seine eigenen Gesetzen haben, der Lauf der Welt uns oft überrumpeln - ob das alles zu etwas Beängstigendem oder zu etwas zu etwas Positivem wird, liegt an jedem Einzelnen. Beispiele dazu gibt es – auch hier.

 


November 2017

Hanns Sauter:
Seniorenwerkbuch Bibel
Bibelarbeiten, Gottesdienste, Rituale in Gruppe und Gemeinde
Stuttgart (Verlag kath. Bibelwerk) 2017

Viele Lebensfragen stellen sich mit dem Älterwerden neu, vertraute Bibeltexte erscheinen mit dem Älterwerden in einem neuen Licht. Das Buch möchte helfen, die Botschaft der Bibel im Blick auf das Älterwerden neu zu entdecken. Dazu enthält es in den Kapiteln eins bis fünf Anregungen zum Bibelgespräch, Modelle für Bibelkreise, sowie Vorschläge zur Gottesdienstgestaltung. Hier geht es auf Themen ein, die sich mit dem Älterwerden immer wieder stellen: Altern aus biblischer Perspektive, Generationenbeziehungen, Grenzerfahrungen, aber auch um Ermutigungen, Perspektiven und Zusagen. Dabei ist darauf geachtet, dass jede Einheit für sich, sowie ohne großen organisatorischen und materiellen Aufwand durchgeführt werden kann, die Teilnehmer aber ausführlich zu Wort kommen können. 
Ein weiteres Kapitel umfasst Betrachtungen zu einigen Bibelstellen, auf die gerne bei Gottes-diensten zum Thema Älterwerden oder bei Gottesdiensten mit Senioren zurückgegriffen wird. Sie sind verwendbar zur Predigtvorbereitung, als Unterlage für einen Text in den pfarrlichen Medien oder zur persönlichen Betrachtung. Eine "Fundgrube" enthält weitere Ideen und Bausteine zu einer kreativen, generationenübergreifenden Bibelarbeit, die nicht immer nur in den vier Wänden eines Pfarrzentrums geschehen muss.
 

 

Oktober 2017

Susanne Fetzer:
80plus und Mittendrin
Aufbruch in eine neue Seniorenarbeit

Neukirchen-Vluyn (Neukirchener Verlagsgesellschaft) 2017

Seniorenkreise sind in den Pfarren nach wie vor wichtig, dennoch gibt es Alarmsignale wie sinkende Besucherzahlen, die die Frage nach der Treffgenauigkeit auch von bewährten Angebote stellen lassen. Die in der Senioren-Fachliteratur bekannte Autorin benennt eine Fülle von Beobachtungen vor, die Verantwortliche der Seniorenarbeit gut kennen und gibt dazu plausible Deutungen. Fazit: Was vor 40, 50 Jahren – also aus der „guten alten Zeit“ der Seniorenarbeit „gestimmt“ hat, kann heute nicht mehr in gleicher Weise stimmen. Dazu hat sich überall - so auch unter den Seniorinnen und Senioren - viel zu viel verändert. Die Lösung des Problems ist für sie aber nicht „jammern“, sondern „querdenken“. Hierzu zeigt sie an zahlreichen Praxissituationen einfühlsam aber deutlich auf, wo Veränderungsbedarf besteht, sich Verbesserungsmöglichkeiten abzeichnen, Ungeschicklichkeiten vermeidbar sind. So anspruchsvolle Themen wie Nachfolgeregelung, Auflösung eines Seniorenkreises, Bedanken von MitarbeiterInnen, Finanzierungsmöglichkeiten werden nicht ausgespart, sondern überlegt und motivierend besprochen. Spürt auch die Seniorenarbeit - wie die Gemeindepastoral insgesamt - dass wir in einer Zeit der Umbrüche leben. Einen breiten Raum nehmen Praxisbeispiele einer „Seniorenarbeit neu“ ein. – Eine Pflichtlektüre für Seniorenverantwortliche, insbesondere zu empfehlen für Pfarrgemeinderäte, die sich durch die jüngsten Pfarrgemeinderatswahlen veranlasst sehen, ihre Seniorenpastoral auf neue Beine zu stellen.

 

September 2017

Wunibald Müller:
Loslassen und weitergehen
Schritte in den Ruhestand

Ostfildern (Patmos) 2017

Für Menschen, die in ihrem Beruf aufgegangen sind, die ihn als Berufung verstanden haben und nicht als Job, um damit den Lebensunterhalt zu bestreiten, ist es besonders schwer, loszulassen. Der bekannte Theologe und Therapeut, der als Leiter des Recollectio-Hauses Münsterschwarzach zahlreiche Menschen an Lebensübergängen und in Lebenskrisen begleitet hat, schreibt hier über Gedanken und Gefühle, Erfahrungen und Wege, die ihn selbst in dieser Situation des Überganges  in das nachberufliche Leben beschäftigt haben.  Er geht dabei ein auf die Boten, die ihm angezeigt haben, dass es Zeit  ist, Abschied zu nehmen, auf die Früchte, die er ernten konnte, auf Themen, die ihm für seine Zukunft wichtig sind, auf geistliche Schriftsteller sowie Bibelstellen, die weiterführen. Die Impulse des Buches helfen Menschen in ähnlicher Situation, die Fragen, die sich ihnen stellen zu beantworten. Wie z. B.: Wie können Abschiede gelingen? Wie notwendig sind sie, um neu beginnen zu können? Wie komme ich zu Frieden mit meiner Vergangenheit? Was bleibt, um die nun beginnende Zeit bewusst und achtsam zu gestalten? Was ist mir im Blick auf meine Zukunft wichtig?

Ein Buch für alle, die nach ihrem beruflichen Ablaufdatum nicht in den Tag hineinleben wollen, motivierend, anregend und angenehm zu lesen.
 

 

Sommerbuchtipp 2017

Uwe Böschemeyer:

Wie Sie beim Altern ganz sicher scheitern

Wals bei Salzburg (Ecowin) 2017

Die Einstellung zum Alter macht den Unterschied -  ist die Überzeugung des Autors und Einstellungen  lassen sich ändern. Als Psychologe und Therapeut geht er davon aus, dass Sinnfindung die Voraussetzung für Lebensbejahung  ist. Doch wo kann bei so vielen Befindlichkeiten, die sich mit dem Altern einstellen und die man eigentlich nicht mag, ein Sinn enthalten sein? In 25 überschaubaren Kapiteln geht  Böschemeyer auf solche gängigen Einstellungen ein und bietet dazu eine auf  der Logotherapie Viktor Frankls basierende Gegenposition an.  Dabei geht es nicht um ein Beschönigen oder Wegloben von Fakten, die sich - wie z. B. Alleinsein, nicht mehr gebracht werden, Ängste unterschiedlichster Ursachen, loslassen müssen – mit dem Altern einstellen oder einstellen können,  sondern um eine Sichtweise, die einen neuen, bisher nicht beachteten Zugang eröffnet. Ob es immer so einfach ist, oft festgefahrene Einstellungen zu ändern, mag dahingestellt sein. Es liegt am Einzelnen, an sich zu arbeiten und auch die zweite Seite eines Problems, einer Einschätzung, einer Haltung zu entdecken, mit deren Hilfe „man“ beim Altern möglichst nicht scheitert. Zu einer solchen Entdeckungsreise anzuregen ist die Stärke des Buches, zu dem zahlreiche LeserInnen greifen mögen.

 

 

Juni 2017

Ulrike Scherzer, Juliana Socher:
Altweiberwohnen Gespräche und Fotografien
Über das Wohnen im Alter

Salzburg (Residenz-Verlag) 2016

In diesem Band mit seinem originellen Titel erzählen  19  alleinstehende Frauen, um  80 Jahre,  ihre Wohnbiografie. Es geht um Wohnungssuche, um Neuanfänge, Wiederaufbau, Umzüge, persönliche Bedürfnisse; aber auch um ein sich Arrangieren (müssen) mit der Wirklichkeit und um die Frage, welches Umfeld brauche ich, um mich wohl zu fühlen. Die Kombination von lebendig zu lesendem Text und schönen Fotos vermittelt einen interessanten Einblick über das Wohnen im Alter von Frauen mit unterschiedlichsten Lebensläufen, auf Frauen, die in einem Heim leben, geht der Band allerdings nicht ein. Ihm gelingt es - sozusagen durch die Hintertüre, denn man schaut sich ja „nur“ ein schönes Buch an - einfühlsam Themen anzusprechen, die jeden bewegen, der sich Gedanken über sein Leben im Alter macht. Das Buch vermittelt Lebensfreude und regt an, sich mit den schwierigen Seiten des Alters zu arrangieren.

 

 

Mai 2017

Regine Stoltze, Evamaria Molz:

Gottesdienste feiern mit Menschen mit Demenz

24 fertige Vorlagen in einfacher Sprache

mit Musik-CD und Liedtexten
Mühlheim (Verlag an der Ruhr) 2017

Eine Theologin und eine Musikerin, die im Pflegeheimbereich beheimatet sind, sind ein gutes Autorenteam für ein so umfangreiches Werkbuch mit Modellen für Gottesdienstfeiern mit Menschen mit Demenz. Der Praxisteil enthält 24 ausgearbeitete Vorlagen für Gottesdienste zu den wichtigen Zeiten des Kirchenjahres (Advent, Weihnachtszeit, Fasching, Passionszeit, Osterzeit, Fronleichnam  usw. bis Allerheiligen) sowie Modelle zu weiteren Themen (Wasser, Samen, Hirte, Schutz u. a.) Sie sind abwechslungsreich gestaltet durch Zeichenhandlungen, Texte, Lieder, Gebet; der Gottesdienstleiter kann dabei auch auf hilfreiche Anweisungen und Tipps zurückgreifen. Ein prägnanter, erfreulich ökumenisch gehaltener  Einführungsteil führt in Thema Gottesdienst mit Demenzkranken gut ein. Er vermittelt einen theoretischen Unterbau, geht auf die Glaubenssituation wie die Bedürfnisse der zu erwartenden Gottesdienstbesucher ein, geht auf Unterschiede zwischen der Konfessionen ein und vermittelt dadurch auch den Gottesdienstverantwortlichen wertvolles Sachwissen. Eingestreute Praxiserfahrungen und auch die Hilfen wie Kopiervorlagen und die CD mit Liedern und Glockengeläute runden ab.

 

 

April 2017

Elmar Simma:

Dem Leben zulächeln

Von der Kunst, den Tag zu loben
Innsbruck (Tyrolia) 2017

Vor schlimmen Ereignissen - persönlichen, sowie jenen von denen die Medien tagtäglich berichten - dürfen wir die Augen nicht verschließen, sollen uns aber  auch nicht erdrücken lassen. Der Vorarlberger Caritaspfarrer fasst Alltagserlebnisse, Weisheiten und Einsichten zu ganz handfesten und praktischen Impulsen für eine positive Lebenseinstellung zusammen. Das liebenswürdige und Mut machende Buch ist gut verwendbar als Einbegleitung oder „Wort auf dem Weg“ bei Veranstaltungen, als Geschenk zu Anlässen wie Geburtstag, Dank für die Mitarbeit, oder einfach als kleine Aufmerksamkeit.

 

 


März 2017

Rita Kusch:

Andachten für Seniorenkreise
Gütersloh (Gütersloher Verlagshaus) 2016

 Um Missverständnisse zu vermeiden: die Gottesdienstform „Andacht“ ist im katholischen Bereich nicht dieselbe wie im evangelischen. Die Texte, die hier evangelischerseits als  Andacht bezeichnet werden, sind für den kath. Benutzer eine Sammlung von Kurzansprachen zu Bibeltexten, Gebeten, Liedern und besonderen Anlässe im Seniorenbereich. Die Autorin, die schon mehrere praxisnahe Bücher mit Gottesdienstmodellen verfasst hat, legt hier einfühlsame Texte vor. Sie sind ausgerichtet am Ablauf des Kirchenjahres, sowie an der Lebenssituation ältere Menschen und für den Gebrauch in Seniorenkreisen oder in stationären Einrichtungen gut geeignet. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seniorenpastoral ein reichhaltiger Fundus!
 

 

Jänner/Februar 2017

Hanns Sauter:

Kreuz, auf das ich schaue
Betrachtungen zur Passion Jesu
Verlag Friedrich Pustet 2017

Kreuzwegandachten und andere Gottesdienstformen, die das Leiden Jesu betrachten, haben vor allem in der Vorbereitungszeit auf das Osterfest einen festen Platz im Gottesdienstleben. Doch auch während des Jahres gibt es immer wieder Anlässe, sich mit dem Weg Jesu durch das Leid auseinanderzusetzen. Das Fest Kreuzerhöhung setzt im Herbst den abschließenden Akzent. „Kreuz, auf das ich schaue“ enthält Kreuzwegandachten und andere Feierformen (Buß-, Passions-, Ölberg-andacht, Eucharistische Anbetung u. a.) sowie Betrachtungen, die für das Gebet in Gemeinden und Gruppen wie auch für die persönliche Meditation Anregung und Hilfe geben. Alle Feiern können von Laien geleitet werden.

Seniorenpastoral
Stephansplatz 6/6/622-623
1010 Wien

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