Tuesday 3. August 2021
Chronik
Seniorinnen und Senioren auf dem Weg nach Emmaus
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Segensfeier(n) 2020
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Segensfeier(n) 2020
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Segensfeier(n) 2020

Aktuelle Buchtipps

Alle hier vorgestellten Bücher können im Fachbereich Seniorenpastoral entliehen werden

Sommerbuchtipp 2021

Kris Krenn

Wollen wir wirklich 100 werden?

Über unsere mögliche Zukuft

Wien (Orac) 2021

 

Positionen und Gedanken spannender Persönlichkeiten

Wollen Sie 100 Jahre alt werden und - wenn ja - unter welchen Umständen? Die Herausgeberin stellte diese Frage zahlreichen Personen des öffentlichen Lebens: WissenschaftlerInnen, ÄrztInnen, Künstlerlnnen, WirtschaftlerInnen, PolitikerInnen unterschiedlichen Alters.

Herausgekommen ist diese Sammlung von fünfzig Essays zum Thema, in denen die Befragten offen ihre Wünsche, Sorgen und Erwartungen artikulieren - erwartungsgemäß zu Themen, um die sich Politik, Wissenschaft und Gesellschaft nicht länger herumdrücken können. Daneben geben sie auch ganz persönliche Einblicke in ihr Leben und ihre Art und Weise mit den Gedanken, die sie beim Älterwerden empfinden, umzugehen. Die Texte sind durch die Bank lebendig geschrieben, stimmen in Vielem überein, sind in anderem konträr, manche angriffslustig, andere fordernd, wieder andere appellierend. Ob „wir“ wirklich 100 Jahre werden möchten, hängt von vielen Faktoren ab, von denen der Einzelne manche beeinflussen kann, ebenso viele sicher nicht. So ist es gut, Stimmungsbilder und Tendenzen zu sammeln und zu publizieren, die in Stellungnahmen, Empfehlungen und Entscheidungen von Institutionen, Interessenverbänden, Politikern bis hin zur Gesetzgebung einfließen, die aber auch jeden Einzelnen dazu anregen, sich selbst Gedanken zu machen und sein Älterwerden zu gestalten und nicht über sich ergehen zu lassen. Für einen breiten LeserInnenkreis.

 

 

 

Buchtipp Juni 2021

Lea Ackermann/Michael Albus

Das ist der Gipfel

Ein Gespräch über Last und Lust des Älterwerdens

Ostfildern (Patmos) 2021

Ein gemeinsames Buch zweier interessanter Persönlichkeiten über ein unendliches Thema! Lea Ackermann, geb. 1937, ist Ordensfrau, war als solche mehrere Jahre in Afrika, engagierte sich dort gegen Menschenhandel und Prostitution und setzte sich für die Rechte von Frauen ein. Zurückgekehrt nach Deutschland gründete sie SOLWODI, das sich zu einem internationalen Netzwerk für Frauenrechte entwickelte. Michael Albus, geb. 1942, ist u. a. Theologie-professor, Autor, langjähriger Religionsjournalist beim ZDF. Beide kennen sich aus früherer Zusammenarbeit und kommen nun miteinander in ein Gespräch über ein Thema, das nun beide gemeinsam betrifft, das Älterwerden. Sie tauschen sich aus u. a. über ihre Herkunft und wie sich diese auf ihr Älterwerden auswirkt, über das Älterwerden als Frau und als Mann, über einen durch das Älterwerden auch sich ändernden Blick auf Glaube, Welt, Zukunft, Loslassen, … Zu jedem der gewählten Themen legen beide ein Statement vor, das sie dann miteinander diskutieren. Gerade diese letzteren, „Wortwechsel“ genannten Abschnitte, machen das an sich schon spannende Buch noch einmal lebendiger und fordern geradezu heraus, den eigenen Standpunkt zu überlegen bzw. zu formulieren. Beide stimmen darin überein und möchten den Leser*innen weitergeben, dass es beim Älterwerden um ein Loslassen geht. Dies aber ist im Grunde genommen ein Prozess, der das ganze Leben durchzieht. Dabei sind sie realistisch genug zu sehen, dass es wohl niemandem gelingen wird, sich von allem zu trennen, ermuntern jedoch, dies zu tun, soweit es eben möglich ist. Nicht an allem festzuhalten ist ein Zeichen von Lebenskunst. Es bewirkt ein Gefühl der Freiheit und ist nicht zuletzt der Erweis von Vertrauen in eine spannende Zukunft. Ein unerreichtes Beispiel für alles das ist Franz von Assisi. - Ein sehr ehrlich gehaltener, aus dem Leben gegriffener Beitrag mit vielen Anregungen zum eigenen Nachdenken aber auch zum gemeinsamen Diskutieren.
 

 

Buchtipp Mai 2021

Robert Gamper

Ein gutes Wort

Gedanken für den Lebensabend

Innsbruck (Tyrolia) 2021

Wie der Titel des Buches so lautete auch eine wöchentliche Rubrik im Katholischen Sonntagsblatt, der Kirchenzeitung Südtirols, mit der der Benediktinerpater Robert Gamper aus dem Kloster Muri-Gries sich regelmäßig an die älteren Leser*innen wandte. Texte, Gebete und Gedanken dieser Serie sind hier in Buchform zusammengestellt und somit weiterhin - und über Südtirol hinaus - nachlesbar. Dabei geht es um Gottvertrauen und Zuversicht, Alleinsein und Loslassen, Freude und Sorge und andere Themen, die mit dem Älterwerden bedeutsam werden. Prosatexte wechseln sich mit solchen in Versform ab, manche altvertraute mit solchen aus jüngerer Zeit, wobei der Autor auf bekannte geistliche Schriftsteller wie Matthias Claudius, Dietrich Bonhoeffer, Edith Stein und Sabine Naegeli zurückgreift. Alle Texte vermitteln Orientierung, Halt und Zuversicht und sind somit vielseitige Seelennahrung. Liebevoll gestaltet lädt das Buch ein, immer wieder darin zu blättern und sich von seinen Texten und Bildern anregen zu lassen. Gut geeignet ist es als Geschenk oder auch zum Auflegen in Kapellen oder Meditationsräumen von Senioreneinrichtungen.


Buchtipp April 2021

Elisabeth Rathgeb

Kopfsalat mit Herz

Eine spirituelle Entdeckungsreise
durch den Garten

Innsbruck (Tyrolia) 2021

Gartenpflanzen und ihre Botschaft

Für viele SeniorInnen ist ihr Garten ein Lebenselixier, das sie gerade auch in Corona-Zeiten neu schätzen und entdecken. Selbst gezogene Blumen, Salat und Gemüse aus eigenem Anbau ist eben doch etwas Anderes! Der Garten ist aber auch ein Rückzugsgebiet, in dem die Seele baumeln kann. Er regt an zum Sinnieren und Nachdenken über den Lauf der Jahreszeiten, dem Rhythmus des Lebens, über Wachsen, Reifen, Ernten und Säen und führt bis hin zum Gebet. Ein Beispiel dafür ist dieses ansprechend gestaltete Buch, in dem eine erfahrene Seelsorgerin und Hobby-Gärtnerin ihre LeserInnen einlädt, die spirituelle Seite ihrer Gärten zu entdecken. Ausgehend von 22 Pflanzen - Blumen, Kräutern, Gemüse und Früchten - quer durch das Gartenjahr regt sie zu Gedanken über Gott und das Leben an und lässt sich dabei von Stellen aus der Bibel und/oder weiteren geistlichen Texten inspirieren. - Ein Buch, das man das ganze Jahr über gerne zur Hand nimmt, sich damit in den Garten oder auf eine Terrasse setzt und einfach freut.

 

 

Buchtipp März 2021

Elmar Simma

Damit sich alles gut fügt

Den Fragen des Lebens nachgespürt

Innsbruck (Tyrolia) 2021

Der durch seine lebensnahen und gleichzeitig liebenswerten Bücher bekannte Vorarlberger Priester hat mittlerweile das achtzigste Lebensjahr überschritten. In dieser, seiner neuesten Veröffentlichung, greift er neben anderen Themen auch solche auf, die sich gerade beim Älterwerden nicht verdrängen lassen, wie Angst, Einsamkeit, Suizid, Selbstbestimmung, Verantwortung gegenüber der nachkommenden, jüngeren Generation. Im Blick auf die Corona-Situation und das jüngste Urteil des Verfassungsgerichtes zum freiwilligen Suizid erhalten sie eine zusätzliche, bei der Herstellung des Buchs wohl noch nicht geahnte Aktualität. Seine Gedanken, Standpunkte und Anregungen sind nicht im luftleeren Raum entstanden, sondern im Alltag eines engagierten und weltoffenen Seelsorgers und Lebensberaters. Sie zeigen Menschenerfahrung und Gottverbundenheit, Altersweisheit und Hausverstand; seine  Gedanken und Impulse regen an zum Weiterdenken, die Tipps, die er für mehr innere Ruhe und Gelassenheit gibt, sind einfach, klar und gut nachzuvollziehen. Breit empfehlenswert für die Senioren(pastoral), aber auch für alle, die sich zu Glaubens- und Lebensfragen Gedanken machen.

 

 

Buchtipp Februar 2021

Hanns Sauter

Schöne Gebete und kleine Andachten

für jeden Tag

Stuttgart Verlag Katholisches Bibelwerk 2021

Beten – wie mach ich das? Jedes Gebet ist ein Gespräch mit einem guten Freund. Mit Gott im Gespräch zu verweilen bereichert, entlastet, vermittelt neue Sichtweisen, ermutigt und macht dankbar. Mit den Texten in diesem Buch regt Hanns Sauter zum Gebet „nur“ für sich oder zusammen in kleinen Gruppen an, die sich – wo und aus welchem Anlass auch immer – zusammenfinden. Das kann in der Wohnung sein, bei einer Wanderung oder bei Treffen eines Freundeskreises. Dieses schön gestaltete Buch enthält Gebetsanregungen und kleine Andachten für sich selbst oder zusammen mit anderen Menschen durch alle Jahreszeiten.
 

 

Buchtipp Jänner 2021

Johanna Constantini

Abseits ...

aus der Sicht einer Tochter

Seifert Verlag, Wien 2020

Es war ein von ihm verursachter Autounfall im Juni 2019, der endgültige Gewissheit brachte: Der beliebte und bekannte Fußballstar und ehemalige Trainer der österreichischen Nationalmannschaft, Didi Constantini, war an Demenz erkrankt.

Ein knappes Jahr später beginnt Tochter Johanna, die Geschichte niederzuschreiben. Sie gewährt Einblicke in das Familienleben, in persönliche Strategien im Umgang mit der Krankheit, blickt zurück auf ihre Kindheit mit dem berühmten Vater, sie schildert seine sportliche Karriere, den Rückzug aus dem Fußballgeschehen und schließlich die Herausforderungen, die eine Demenzerkrankung nicht nur für den Vater selbst, sondern auch für die ganze Familie mit sich bringt.

Johanna Constantini schreibt nicht nur aus der Sicht einer Tochter für ihren Vater, sondern auch als Klinische Psychologin für alle Betroffenen und deren Angehörigen.

Sie drängt auf mehr „Demenzfreundlichkeit“ und Empathie, um Menschen, die an Demenz erkrankt sind, eben nicht ins Abseits zu stellen. Und sie hat das Buch allen gewidmet „die verstehen möchten“.

„Damit auch andere weiter rausgehen“, wie es Didi Constantini selbst formuliert, der seine Tochter bei der Veröffentlichung dieses Buches vorbehaltlos unterstützt hat.

 

 

Buchtipps 2020

 

Buchtipp Dezember 2020
Philipp Müller

Die Kunst zu trösten
Ignatianische Impulse Band 88
Würzburg (Echter) 2020

Erwägungen zu Trost, dem Tröster-Gott und „trösten“
Einleitend stellt der Verfasser fest, dass trösten eine schwierige Aufgabe sei. Er geht auf drei unterschiedliche Ansätze, Trost zu spenden ein, die er bei Ijob, Elie Wiesel und Viktor Frankl findet. In weiterer Folge befasst er sich mit den Voraussetzungen, die dazu gehören, trösten zu können, die immer in der Spannung zwischen „auf den anderen eingehen“ und „sich selbst abgrenzen“ (können, müssen) liegen, sowie auf die Gefühle, die in dem, der versucht zu trösten, auftreten bis hin zu Ohnmacht und Unvermögen.
Trost ist eng verbunden mit dem Vertrauen auf etwas Größerem; aus christlicher Perspektive ist dies der Gott der Bibel, der sich vielfach als Gott, der tröstet zeigt und der in der Hl. Schrift durch die Sakramente, aber auch durch tröstende Orte und anderes wie Texte, Lieder oder Musik erfahrbar werden kann.
Im Blick auf Ignatius von Loyola stellt der Verfasser heraus, dass der Mensch in allen Lebenslagen Gottes Trost erfahren kann - auf die Beispiele von A. Delp und D. Bonhoeffer greift er im ganzen Text immer wieder zurück - eine große Rolle kommt im Normalfall aber dem geistlichen Begleiter zu. Auf diese geht er allerdings nicht weiter ein. Das Bändchen, das vom Titel her und auch auf seinen Anfangsseiten ein Leitfaden für einen breiteren Leserkreis zu sein scheint, endet eher als Referat über Aspekte der Sakramententheologie und ist damit für einen breiteren Interessent*innenkreis und viele seelsorgerliche Mitarbeiter*innen wohl unbefriedigend.


 

Buchtipp November 2020

Albert Biesinger
Wo Kinder sind, ist Gott schon da
Überraschungen und Entdeckungen in der Familie
Ostfildern (Patmos-Verlag) 2020

Der Religionspädagoge ist bekannt als Autor zahlreicher lebensnaher Bücher zu Themen der religiösen Entwicklung. Hier befasst er sich mit der Frage, wie Gott im Familienalltag wahrgenommen werden könnte. Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist der Gedanke, die Begegnung mit Kindern als „Gottesberührung“ zu betrachten und insofern Gott als den immer schon Gegenwärtigen zu verstehen, der sich durch Kinder zu erkennen gibt. Um diesen immerhin interessanten Gedanken biblisch zu untermauern zieht er zwar einzelne Bibelstellen heran, hätte aber damit doch mehr in die Tiefe gehen können. Im Wesentlichen spricht aus dem Buch weniger der Wissenschaftler als vielmehr der mehrfache Familienvater und Großvater und auch Seelsorger mit seinen Erfahrungen, was es für einen breiten Leserkreis interessant und lesbar macht: dem, der sich an Erfahrungen Anderer orientieren und Tipps holen möchte - er beschreibt z. B. ausführlich Gesprächsverläufe und Rituale -  und dem, der eine Bestätigung seines eigenen Weges sucht. Was Biesinger hier im Blick auf Eltern schreibt, lässt sich fast immer auch auf Großeltern anwenden, die sich ja oft mit denselben Fragen auseinandersetzen müssen. Ausführliche Verweise auf weiterführende Literatur des Autors sind enthalten, da sie in den Text der jeweiligen Abschnitte eingefügt sind, wirken sie etwas eigen und erschweren die Lektüre manchmal unnötig. Daraus einen eigenen Anhang zu gestalten, wäre sicher die ansprechendere Lösung gewesen. Doch kann man über diesen Schönheitsfehler gerne hinwegsehen und das Buch breit empfehlen.

 

 

 

Buchtipp Oktober 2020

Benno Elbs

Werft eure Zuversicht nicht weg

Innsbruck-Wien (Tyrolia-Verlag) 2020

„Wie ein emsiger, quirliger Ameisenhaufen schien diese Welt eben noch. Alles ist pausenlos in Bewegung, Groß und Klein, Jung und Alt gehen eifrig ihren Aufgaben nach – in Schulen und Kindergärten, Betrieben und Geschäften, bei der Hausarbeit und beim Einkaufen, Reisen, Unterhaltung und Vergnügen und Sport…“

Und dann: Ganz plötzlich ist es da: Ein zehntausendstel Millimeter kleines Virus versetzt die Welt in einen Ausnahmezustand. Es bringt eingespielte Abläufe und Beziehungen weltweit ins Stocken und zum Stillstand, schickt Börsenkurse auf Talfahrt, die Wirtschaft kommt ins Trudeln. Daneben bleiben die brennenden Fragen: Gelingt es, die Klimakrise zu bewältigen? Droht eine unkontrollierte Migration? Wie gehen wir mit vulnerablen und kranken Menschen um? Welcher Politik kann man überhaupt noch vertrauen? Zukunftsängste machen sich breit. Jede Krise eröffnet aber auch neue Chancen zur Neuorientierung, zum Innehalten, zu neuer Achtsamkeit, zu Dankbarkeit. Mit Vertrauen und Zuversicht wagt man positive Schritte auf dem Weg in eine neue, gute Zukunft. Dazu lädt Bischof Benno Elbs in diesem Buch ein.

Er zeigt auf, was Zuversicht zerstören oder bedrohen kann und erklärt, wie man entgegenwirken kann. Mithilfe der Heiligen Schrift und ihren stärkenden Erzählungen lädt er in ein Zuversichts-Trainingscamp ein. Denn Zuversicht als Widerstandskraft der Hoffnung kann eingeübt werden! Dazu gehören ein klarer Blick, eine positive Grundeinstellung und der Wille, Spielräume und Möglichkeiten zu nutzen. Außerdem ist ja jede/r von uns in ein größeres Ganzes hinein verwoben ist, das uns trägt und unterstützt. Auch Jesus selbst hat die Menschen immer wieder ermutigt: „Werft eure Zuversicht nicht weg!“ (Hebr.10,35-36)
 

 

Buchtipp September 2020

Regina Schwarz

Religiosität in den Einrichtungen der Altenhilfe

Freiburg (Lambertus-Verlag) 2020

Im Rahmen eines wissenschaftlichen Forschungsprojekts befasst sich die Autorin dieser Untersuchung mit den drei Fragen: Welche religiösen Bedürfnisse haben Bewohnerinnen und Bewohner? Wie wird darauf im Heimalltag eingegangen? Was denken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pflege über die Religiosität der Menschen, die sie betreuen? Eine ausgedehnte allgemeine Literaturrecherche zu diesen Fragen ergibt, dass diesen Fragen noch kaum nachgegangen wurde. Auch Texte der Heimträger wie z. B. ihre Leitbilder, enthalten dazu oft nichts oder nur Allgemeines. Dies wiederum veranlasst die Autorin zu einer gut nachvollziehbaren Abgrenzung der Begriffe Religion, Religiosität und Spiritualität und dem Appell, hier grundsätzlich auf Eindeutigkeit und Klarheit zu achten. Ihr Forschungsprojekt „Religiosität in Altenhilfe-einrichtungen“, erstreckte sich auf 15 Einrichtungen der Altenpflege aus Bayern, die von unterschiedlichen Trägern geführt werden. Im Wesentlichen bestätigen die Ergebnisse auf wissenschaftlicher Ebene den bestehenden Eindruck, dass es - je nach Trägerschaft, Heimleitung oder Pflegekonzept - im Blick auf die Einbeziehung der religiösen Dimension in all ihren Ausfächerungen sowohl erhebliche Unterschiede gibt, als auch überall noch „Luft nach oben“ ist. Die Ursachen dazu sieht sie sowohl in einer weithin festzustellenden Sprachlosigkeit über Religiosität auf allen Ebenen (Klienten, Institutionen, Angehörige), aber auch darin, dass die Bedeutung von Religion und Glaube im Blick auf ein ganzheitliches Pflegekonzept noch nicht überall gesehen wird. Um dem abzuhelfen formuliert sie zahlreiche detaillierte und mit wenig Aufwand durchführbare Vorschläge für die Praxis in den Einrichtungen. Fazit: Die Träger von Senioreneinrichtungen können mit Hilfe des Buches Verbesserungsbedarf feststellen und für Verbesserungen sorgen. Pastoral Verantwortliche wie Diözesanstellen für Pflegeheimseelsorge und Seniorenpastoral, Leitungsgremien von Seelsorgeräumen usw. ist es eine Hilfe um im Kontakt mit den Trägern und Leitungen der Einrichtungen Lücken anzusprechen, Wünsche zu artikulieren, Zusammenarbeit zu forcieren und – last but not least - zu überprüfen, ob auch immer dem Bedarf entsprechende eigene Ressourcen bereitgestellt sind.

 

 

Sommerbuchtipp 2020

Anselm Grün

Quarantäne! - eine Gebrauchsanweisung

So gelingt friedliches Zusammenleben zu Hause
Herder 2020

Das neueste Buch des berühmten Benediktinermönchs und Bestsellerautors Anselm Grün entstand aus einem Gespräch mit dem Philosophen und Journalisten Simon Biallowons. Es ist allen Menschen gewidmet, die durch die Corona-Krise aus dem Gleichgewicht geraten sind. Im Laufe des Lebens werden wir immer wieder konfrontiert mit dem Leid, mit der Gefährdung des Lebens etwa durch eine Krankheit, mit unserer Hilflosigkeit und vor allem mit dem Ausgeliefertsein in Krisen, die wir uns nicht ausgesucht haben.
Wie schaffen wir den Umgang mit Situationen, in denen wir auf uns selbst geworfen sind und in denen uns viele Ausweichmöglichkeiten genommen sind? Auszuhalten, sowohl die anderen als auch sich selbst, das Zusammenleben und die Einsamkeit, das ist eine hohe Kunst. Anselm Grün möchte mit diesem Buch Erfahrungen, die Mönche seit 1.500 Jahren gemacht haben und die heute ganz konkret helfen können, teilen: Mönche kennen sich aus mit der Abgeschiedenheit, der Stille und mit dem Zusammenleben auf engem Raum. Sie haben dafür Schätze entdeckt und Lösungen entwickelt, die auch außerhalb des Klosters und besonders in Krisen und Umbrüchen helfen können.Diese anzubieten und zu teilen ist der Wunsch Anselm Grüns und das Anliegen des Buches. Es zeigt, wie man Streit vermeidet, und die Zeit nützt, wie man sich Freiräume schafft und gemeinsame Ziele und Rituale entdeckt. Konkret, alltagstauglich und motivierend.  
 

 

Buchtipp Juni 2020

Daniel Lins

Altenhilfe braucht Spiritualität
Freiburg (Lambertus-Verlag) 2019

Welche Erwartungen das schmale Buch aufgrund seines Titels immer auch hervorrufen mag - Daniel Lins, in Vorarlberg in der Leitung von Einrichtungen im Sozialbereich tätig, befasst sich hier, in seiner Masterarbeit, mit der Frage nach der Bedeutung von Religion und Spiritualität in Langzeitpflegeeinrichtungen. Ihm geht es allerdings nicht um Überlegungen oder Handreichungen für die Praxis, sondern darum, festzustellen, ob und eine wie große Bedeutung das Thema, das für Bewohner*innen und Angehörige von hoher Wichtigkeit ist, auch für Trägerorganisationen, Ausbildungsinstitutionen und deren Konzepte hat. Dazu nimmt er eine Analyse derzeitiger deutsch- und englischsprachigen Literatur vor. Ergebnis: Die Bedeutung der religiös-spirituellen Dimension ist dort noch nicht überall mit der Bedeutung angekommen, die ihr eigentlich eingeräumt werden müsste - unabhängig davon, was genau unter „religiös“ oder „spirituell“ zu verstehen ist. Dies bezieht sich für Klienten, Angehörige und Mitarbeiter*innen vor allem auf die Deutung von Leid, Krankheit, Gebrechen, Endlichkeit, Lebensende usw., im Blick auf die Mitarbeiter*innen zusätzlich auf Motivation oder Berufszufriedenheit. Leider wird diesem Ergebnis im abschließenden „Ausblick“ nicht wirklich nachgegangen. Zudem ist die Lektüre auch für einen motivierten Interessenten mühsam, da sie auf weite Passagen hin detaillierte Englischkenntnisse voraussetzt, die man von einem wissenschaftlich orientierten Leser*innenkreis erwarten kann, aber kaum unter denen, die am Thema aus institutionellen und konzeptionellen Gründen Interesse haben (sollten). Unbestritten handelt es sich hier um eine grundlegende Studie zu einem wichtigen Thema - doch in dieser Form ist ihre (erhoffte) Auswirkung sicher begrenzt und bedarf dringend einer praxisorientierten Fortschreibung.


 

Buchtipp Mai 2020

Michael Lehofer

Alter ist eine Illusion
Wie wir uns von den Grenzen im Kopf befreien

Gräfe und Unzer 2020

Der bekannte Therapeut und Psychologe Michael Lehofer beschreibt in diesem anspruchsvollen, aber leicht lesbaren Buch, dass und vor allem wie es möglich sein kann, dass man - obwohl an Jahren alt – trotzdem voller Lebensfreude und Energie sein kann. Er thematisiert auf äußerst kluge, einprägsame und empathische Weise unsere Sehnsucht nach Jugend und die Angst vor dem Alter.

Seine überraschenden Einsichten darüber, was uns wirklich alt und wirklich jung macht, entlarven das Alter als IIlusion.

Lehofer ermutigt uns in diesem Buch, das Alter nicht als Prozess zu sehen, der von Defiziten geprägt ist, sondern als spannende Möglichkeit, selbstgesteckte Grenzen in unseren Köpfen zu überwinden und uns der Fülle des Lebens zuzuwenden.

Wenn Sie sich auf dieses Buch einlassen, werden Sie staunend und leidenschaftlich erkennen, dass das Alter nichts anderes als eine Illusion ist! Denn wirklich jung machen uns die Neugier und der Lebensmut, das Leben so zu nehmen, wie es kommt ohne vorgefertigte Ansprüche und Pläne. Lassen wir uns auf diesen Prozess ein, der nie abgeschlossen ist und eine Reife verspricht, die kein Alter kennt.

 

Buchtipp April 2020

Jürgen Werth

... und immer ist noch Luft nach oben
Entdeckungen beim Älterwerden

Gütersloh (Gütersloher Verlagshaus) 2018

Jede Lebensphase ist mit Veränderungen verbunden. Im Gegensatz zu denen anderer Lebensphasen sind - nach der Erfahrung des Autors - die Veränderungen des Älterwerdens nicht gleich und auffällig sichtbar. Sie geschehen schleichend, sind dafür aber grundlegender. Wie sie sich darstellen, was sie auslösen und bewirken, wozu sie aber auch anregen und wohin sie führen können beschreibt hier der Autor. Ausgehend von seiner Erfahrung, geht er realistisch auf die dunklen und hellen Seiten des Älterwerdens ein und fasst seine, vorher in etwa zwanzig Abschnitte gefassten Ausführungen in einer abschließenden Gegenüberstellung „Plus und Minus des Älterwerdens“ prägnant zusammen. Seine Anregung ist, diese Veränderungen nicht einfach über sich ergehen zu lassen, sondern als bisher unbekannte zweite Seite der gleichen Medaille zu sehen und zu nutzen. Als dafür wesentlich betrachtet er den Glauben an einen Gott, der mit jedem einzelnen Menschen durch das Leben geht. Dass er diese Überzeugung immer unaufdringlich-selbstverständlich in den Text einbringt, macht das Buch hilfreich und sympathisch und zu einer empfehlenswerten Lektüre für alle, denen es nicht gleich ist, wie sich ihr Älterwerden gestalten soll.

 

 

Buchtipp März 2020

Katia Jungwirt

Meine Mutter, das Alter und ich

Wahre Geschichten

Wien (Krenmayr und Scheriau) 2020

In tagebuchartig kurzen und leicht lesbaren Texten erzählt die Autorin von der Beziehung zu ihrer pflegebedürftigen Mutter. Zahlreiche Frauen, die ihre Eltern betreuen, erleben Ähnliches: Alter, Krankheit und Pflegebedürftigkeit betreffen nicht nur die betroffene Person, sondern verändern auch ihren Alltag und bringen ihre Lebensplanung und/oder ein Familiengefüge durcheinander. Dazu kommt eine permanente Spannung, die nur schwer auszuhalten ist: zwischen den Bedürfnissen und Wünschen der Mutter, die immerhin ein eigenständiger Mensch ist und das auch immer wieder einfordert; der Situation, der so begegnet werden muss, dass alle damit einigermaßen leben können; der eigenen Familie gegenüber sowie der persönlichen Bedürfnisse und Grenzen. Was heute richtig ist, ist morgen falsch, ein gestern geäußerter Wunsch war so nie gemeint, eine unerklärliche Fügung ist verantwortlich dafür, dass es immer zu Missverständnissen mit den Menschen der engeren Umgebung kommt...   Das Buch kann zum Erfahrungsaustausch unter pflegenden Angehörigen - im Familienkreis oder auch in Selbsthilfegruppen - anregen. In diesen Gruppen sollte aber geschehen, was die hier erzählten Geschichten weithin offen lassen: der Austausch über Strategien, Kraftquellen, Verbündete… ohne die es in solchen Situationen nicht geht.

 

 

Buchtipp Februar 2020

Andrea Erkert

Willkommen in der Runde

Über 100 fröhliche Kreisspiele für Senioren
Neukirchen 2019

Kreisspiele für Senior/innen sind sehr gut geeignet, um miteinander in Kontakt zu kommen und dabei großen Spaß zu haben. Bevorzugt werden sie im Sitzen gespielt. Die Kreisspiele in diesem Buch sind unterhaltsam und sofort umsetzbar. Es werden, wenn überhaupt, nur solche Materialien benötigt, die ohnehin in den meisten Einrichtungen vorhanden sind.

Es geht neben dem Vergnügen vor allem darum, die Teilnehmer/innen gezielt in verschiedenen Bereichen zu animieren und anzuregen, ohne sie zu überfordern, zu frustrieren oder zu verunsichern. Bei allen Spielen wurde darauf geachtet, dass auch Senioren mit Sprachstörungen, mit Demenz sowie Rollstuhlfahrer nicht zu kurz kommen und sich einbringen können.

Gegliedert ist das Buch in sieben verschiedene Kapitel mit unterschiedlichen Schwerpunkten, wie Begrüßungs- und Kennenlernspiele, Spiele, die die Koordination und Beweglichkeit fördern, Wort- und Sprachspiele, Sinnesspiele, in denen es um bewusstes Wahrnehmen geht, Gedächtnisspiele, Singen, Tanzen und Musizieren sowie schließlich Kreisspiele zum Thema „Auf Wiedersehen“. Freude an der gemeinsamen Aktivität und das miteinander Lachen wird in den Kreisspielen gefördert und gleichzeitig wird das Selbstvertrauen gestärkt.

 

 

Buchtipp Jänner 2020

Dr. Manuela Macedonia

Beweg dich! Und dein Gehirn sagt danke

Wie wir schlauer werden, besser denken
und uns vor Demenz schützen

Wien, Brandstätter 2018

Beweg dich schlau und glücklich!

Neueste Erkenntnisse zur Gehirnforschung vergnüglich erklärt


Wie Sie sicher wissen: Unser Gehirn ist unser wichtigstes Organ!

Alles wird im Gehirn zentral gesteuert, das Denken, das Fühlen, unsere Erinnerungen und das Lernen. Und dennoch schenken wir unserem Gehirn meist weniger Aufmerksamkeit als dem Rest unseres Körpers.Dabei ist es wissenschaftlich erwiesen: Die Leistung unseres Gehirns zu verbessern und zu erhalten, ist entscheidend für ein gesundes und langes Leben, denn je fitter unser Gehirn ist, umso besser geht es uns insgesamt.

Welche positiven Auswirkungen regelmäßige Bewegung auf unser Gehirn hat, erzählt die Neurowissenschaftlerin Dr. Manuela Macedonia leidenschaftlich und liebeswürdig, gut verständlich und – ganz wichtig – mit viel Humor.

Weshalb haben Menschen, die regelmäßig laufen, das bessere Gedächtnis? Wie schützt uns regelmäßige Bewegung vor Depression, Burnout und Demenz?

Erläuternde Zeichnungen und eine kluge Kapiteleinteilung erleichtern das Lesen.

Unter anderem erfahren wir Neuigkeiten über:

  • Unser Gehirn, unser Potential
  • Ich laufe nicht für meine Figur, ich laufe für mein Gehirn
  • Bewegung im Alter: Balsam für unser Gehirn

Tipps und Tricks, um Stresssymptomen, Übergewicht, Depression und Demenzerkrankungen einfach vorzubeugen, runden das Buch ab. Also, überwinden Sie Ihren inneren Schweinhund und bewegen Sie sich – (auch) Ihr Gehirn wird es Ihnen danken!

Seniorenpastoral
Stephansplatz 6/6/622-623
1010 Wien

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