Friday 1. July 2022
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Segensfeier 2021

Aktuelle Buchtipps

Alle hier vorgestellten Bücher können im Fachbereich Seniorenpastoral entliehen werden

 

Sommerbuchtipp 2022

Maria Cristina Marazzi, Ambroggio Spreafico, Francesco Tedeschi:

Verlass mich nicht, wenn meine Kräfte schwinden
Die Spiritualität alter Menschen in der Bibel
Würzburg (Echter-Verlag) 2022

Zwei Theologen und eine Ärztin reflektieren hier über eine Auswahl alter Menschen, die in der Bibel eine Rolle spielen. Sie tun dies auf dem Hintergrund des jahrzehntelangen Engagements der Gemeinschaft San Egidio für alte Menschen, die unermüdlich darauf hinweist, dass der Wert eines Menschen sich nicht in den Kategorien von Wirtschaftlichkeit und Produktivität erschöpft. Die Geschichte Gottes mit den alten Menschen macht vielmehr ganz andere Seiten des Menschseins deutlich, die in ihrer Bedeutung für die ganze Menschheit kaum gesehen oder erkannt werden. Insofern ist das Alter, das in der Bibel als Segen verstanden wird – ohne, dass deshalb die Seiten ausgeklammert werden von denen Kohelet sagt: „ich mag sie nicht“ - auch heute und in einem tiefer verstandenen Sinn ein Segen. Anders formuliert: „Was würde uns fehlen, wenn es die alten Menschen nicht gäbe? Was möchte uns Gott durch die große Zahl alter Menschen der Gegenwart uns sagen? Welche Konsequenzen können oder sollten wir aus der steigenden Lebenserwartung für die vielen Aspekte des gesellschaftlichen Miteinanders ziehen?“, denn ein langes Leben ist ja ein uralter Menschheitstraum. An Beispielen wie Noach, Abraham, Ijob, Noomi, Eli, Elisabeth, Zacharias, Nikodemus und anderen arbeiten die Autoren und die Autorin diese Aspekte für heute heraus. Die Auseinandersetzung mit den biblischen Alten bringt es mit sich, dass jeder - unabhängig von seinem eigenen Alter - sich selbst damit auseinander setzen muss, wie er älter werden möchte und worin sein Beitrag liegen könnte, Segen zu sein. Der Titel des Buches mag den Anschein erwecken, es setze den Focus auf die negativen Seiten des Alters und ermutige zu Schicksalsergebenheit. Es geht ihm jedoch - dargestellt an Beispielen von damals - um eine ganzheitliche Sicht des Älterwerdens, ohne die es eine menschliche Welt nicht geben kann. Sich mit dem Buch zu beschäftigen braucht Ruhe und Zeit - die Sommerpause, die auch in der Seniorenarbeit der Pfarren eintritt, ist dazu eine gute Gelegenheit.

 

 

Buchtipp Juni 2022

Thomas Schachner, Claudia Angerer

Das bewegte Herz - Bewegung statt Medikamente
Wie Sie fit, gesund und aktiv bleiben

Goldegg Verlag 2021
Wer den ganzen Tag sitzt, anstatt sich körperlich zu betätigen, tut seinem Körper nichts Gutes. Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Arthrose sind mögliche Folgen.

Zu wenig Bewegung im Alltag und permanenter Stress machen sich besonders mit zunehmendem Alter mit körperlichen Beschwerden bemerkbar. Was Sie tun können, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, haben der renommierte Herzchirurg Thomas Schachner und die Gesundheits- und Kommunikationsexpertin Claudia Angerer für Sie in diesem Gesundheitsratgeber zusammengestellt.

Die gute Nachricht: Es muss nicht der tägliche Besuch im Fitnessstudio sein – Bewegung lässt sich ganz leicht in den Alltag integrieren.

In diesem Buch erfahren Sie, wie ein herzgesundes Leben funktioniert, Sie finden Übungen, einfache Anleitungen und Erklärungen, die Sie sofort umsetzen können, für draußen und drinnen, die auch für Anfänger und Sportmuffel bestens geeignet sind. Sie können Ihr Herz auf natürliche Weise fit halten und Bewegung in den Alltag bringen. So erhöhen Sie Ihre Lebenserwartung und Ihre Lebensqualität.

Schlagen Sie Ihrem inneren Schweinehund ein Schnippchen – für ein langes Leben mit gesundem Herz!

 

 

Buchtipp Mai 2022

Hildegarg Nachum

Die Weisheit der Demenz
Wegweiser zum würdevollen Umgang mit
desorientierten Menschen

Wien (Kneipp-Verlag) 2022

Oft steckt hinter dem rätselhaften Verhalten oder den kaum nachvollziehbaren Gedankengängen von Menschen, die an Demenz erkrankt sind, ein nicht aufgearbeitetes Erlebnis aus früheren Lebensphasen, das das innere Gleichgewicht durcheinander bringt. Damit umzugehen unterstützt Angehörige und MitarbeiterInnen in Betreuung und Pflege und hilft in vielen Fällen durch die Methode der Validation auf fremde Erlebniswelten einzugehen, sowie die davon Betroffenen zu verstehen. Nach einem ausführlichen ersten Teil, in dem die Autorin sowohl ihren persönlichen Zugang zum Thema erläutert, als auch die  Methode der Validation beschreibt, geht sie auf sieben Themenbereiche ein (Hunger, Heimat, Rollenwechsel, Angst, Nähe und Distanz, Abschied, Trauer und Tod, Versöhnung und Vergebung), die im Leben eines jeden Menschen einschneidende Erlebnisse nach sich ziehen und oft weitrechende Folgen haben. Sie tut dies anschaulich durch Erzählen und Deuten von Erlebnissen und Geschichten aus ihrer Praxis als Validationsmasterin und vermittelt Sachwissen, fachliche Tipps und Ratschläge auf eine lebendige und angenehm-sympathische Art und Weise. Am Ende eines jeden Themas versucht sie unter der Überschrift „die Botschaft der Weisheit“ Allgemeingültiges sowohl aus der Perspektive des Patienten, wie aus der seiner Bezugspersonen herauszuarbeiten. Ein inhaltlich sehr dichtes, aber doch angenehm zu  lesendes Buch, mit einem zwar kompakten Schriftbild, aber  einer doch gelungenen und übersichtliche Gestaltung - gleicherweise für Angehörige und MitarbeiterInnen in  Betreuung und Pflege wertvoll und interessant.

 


Buchtipp April 2022

Hanns Sauter

Das du mich einstimmen lässt
Gottesdienste mit Liedbetrachtungen

Freiburg (Herder-Verlag) 2022

In den vergangen Jahren sind zahlreiche Publikationen erschienen, die sich mit der Herkunft und dem Werdegang geistlicher Lieder befassen. Diese enthalten aber - obwohl die Lieder ja Gebet sind - kaum Anregungen zu einer geistlichen Auseinandersetzung oder meditativen Aneignung. Auch ist - vor allem bei älteren Liedern - der Text nicht immer für heutige verständlich oder nachvollziehbar.

Das Anliegen dieses Buches ist, Lieder die gerne und oft gesungen werden, meditativ aufzuschließen und zum Leitfaden eines Gottesdienstes zu machen. Ausgewählt wurden dazu Gesänge aus dem Gotteslob, die beliebt und verbreitet sind, aber darauf geachtet, dass nicht nur klassisches, sondern auch neueres Liedgut vertreten ist. Zu jedem Lied gibt es neben den Liedbetrachtungen eine Auswahl an passenden Texten zur Gestaltung eines Gottesdienstes (Einleitung, Gebete, Fürbitten...) und auch Ideen um mit dem Lied weiter zu arbeiten. So lassen sich die Elemente sowohl bei Eucharistiefeiern als auch für Andachten und Wort-Gottes-Feiern oder einfach so als Gebet verwenden - oder das ganze Buch auch als praxisnahe Unterlage zur Gestaltung von Gruppenangeboten wie z. B. Senioren-nachmittagen, Liturgie- und Bibelkreisen. Interessant – innovativ - empfehlenswert.

 

 

 

Buchtipp März 2022

Rudolf Bischof und Klaus Gasperi

Den Himmel mit Händen fassen
Lesebuch zur Fastenzeit, Karwoche und Ostern

Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien, 2022

Die Fastenzeit kann eine Gelegenheit sein, aus der Routine aus- und aufzubrechen und sich neu dem Leben zuzuwenden. Es sind gerade Augenblicke des Suchens und Zweifelns, die bewirken, dass wir uns in Bewegung setzen. Die Gedichte und Erzählungen in diesem Buch möchten uns bei dieser Suche unterstützen. Sie regen uns an, sich auf den Weg zu machen, dem eigenen Leben eine neue Richtung zu geben und sich zu öffnen hin zur Auferstehung. Die Texte von Dietrich Bonhoeffer, Martin Buber, Christine Busta, Hilde Domin, Rainer Marie Rilke, Dorothee Sölle, Davis Steindl-Rast und anderen sollen zu Wegweisern und Begleitern in Richtung Hoffnung werden.  
„Ich weiß nicht, ob sich der Himmel hinkniet, wenn man zu schwach ist, um hinaufzukommen“, so die Dichterin Christine Lavant zweifelnd. Wenn es uns gelingt, uns mitten in unserem Alltag zur Hoffnung und Auferstehung hin zu öffnen, da kann es durchaus gelingen, dass wir „den Himmel mit Händen fassen“. Möge mit diesen Texten das österliche Halleluja auch in unseren Herzen erklingen!
 

 

Buchtipp Februar 2022

Karl Rahner

Alt werden und lebendig bleiben

Ostfildern (Grünewald-Verlag) 2021

Altwerden und Alt sein - zumindest jene Jahre, von denen es in der Bibel heißt „ich mag sie nicht“ (Koh 12,1) - gilt meist als Lebensphase, die kommt und in Kauf genommen werden muss. Der Jesuit Karl Rahner, der 1984 im 80. Lebensjahr verstorben ist, hat sich immer wieder einmal mit der spirituellen Seite des Älterwerdens beschäftigt und dazu auch etliche Schriften verfasst. Einige charakteristische Auszüge aus diesen Texten sind hier zusammengestellt. Sie sind mittlerweile 40 Jahre und älter - stammen also aus einer Zeit, in der das Alter(n) noch weithin als „Vorbereitung auf den Tod“ verstanden wurde. Umso mehr fällt auf, dass Rahner - der immer weiter denkende Theologe - sich auch hier von allgemeinen Denkmustern absetzt. Bei aller Zeitgebundenheit seiner Terminologie denkt er an Aufgaben und Chancen des Alters, die sich nicht in einem „ergebenen Sterben“ erschöpfen, sondern den Glauben im Alter verlebendigen. Zudem stellt er eine Sicht des christlichen Sterbens heraus, das „Mitsterben mit Christus“ (S. 59), die bereits Paulus entwickelt, aber so präsent ist wie sie sein könnte (Röm 6, 5-11). „Altwerden ist eine wirklich ernste Sache“ - so Karl Rahner; sich darüber Gedanken zu machen ohne gleich in ein Loch zu geraten - dazu sind seine Überlegungen hilfreich.

 

 

Buchtipp Jänner 2022

Elisabeth Schlumpf

Ich hör nicht auf, ich fang erst an

Die Kunst des guten Alterns

Kössel 2020

Alt sein – warum schreckt uns der Gedanke? Nicht mehr konkurrenzfähig zu sein, zum alten Eisen zu gehören, nicht mehr begehrt zu werden – eine wahrhaft schreckliche Vorstellung!

Doch muss diese Angst wirklich sein? Ist Altern wirklich so schlimm?

Die Schweizer Psychotherapeutin Elisabeth Schlumpf beschreibt auf humorvolle und liebenswürdige Art Situationen, in die wir alle kommen, wenn wir älter werden.

Sich nicht von sich selbst abzuwenden, sondern das wahrzunehmen, was einem das Leben gerade bietet und es lustvoll zu genießen, ist ihr Plädoyer.

Um das Älterwerden mit den drei „L“, mit Liebe, Leidenschaft und Lebendigkeit geht es in diesem Buch, und darum, sie in unser Leben hinein zu lassen bzw. sie zu stärken. Das kann bestens funktionieren, wenn wir sensibel sind für das Wesentliche, sowohl in unserer Vergangenheit als auch in der Gegenwart.

Wenn das gelingt, dann können wir zuversichtlich und hoffnungsvoll auf viele weitere erfüllte Lebensjahre blicken.

Wie das gelingen kann, dazu finden sich ganz konkrete Anregungen in diesem Buch.

Buchtipps 2021

Buchtipp Dezember 2021

Annegret Puttkammer (Hg.)

Augenblicke im Kirchenjahr

20 Bildandachten für die Seniorenarbeit

Neukirchen-Vluyn (Neukirchner Verlagsgesellschaft) 2021

Auf zwanzig Kartons im Format A3 sind auf der Vorderseite ein Bild, auf der Rückseite Gebete und Betrachtungen zu den Festzeiten des Kirchenjahres abgedruckt. Die evangelischen Akzente (Reformationstag, Buß- und Bettag und Ewigkeitssonntag) wird der katholische Nutzer geschickt an passender Stelle des „katholischen Kirchenjahres“ verwenden.
Die Bilder können gut in kleineren Gruppen (herum)gezeigt oder nicht mobilen Patienten in die Hand gegeben werden. Sie begleiten durch das Kirchenjahr und sind geeignet als Handreichung zu kleinen Gebetszeiten, Andachtsfeiern oder einfach zum persönlichen Betrachten.
Alle Texte sind in einem Beiheft zusammengestellt, so dass sie der/die Gottesdienstleiter/in unabhängig vom Zeigen des Bildes als Unterlage für seine Worte verwenden kann. Besonders für die Bildbetrachtungen und Impulse gilt, dass sie sich der/die Gottesdienstleiter/in so aneignen sollte, dass er/sie sie mit eigenen Worten wiedergeben und auf diese Weise besser auf „seine Leute“ eingehen kann. - Vor allem Seelsorger/innen in den Stationären Einrichtungen und Leiter/innen von Hausgottesdiensten werden für ein weiteres Angebot brauchbarer Behelfe für ihre Tätigkeit dankbar sein.

 

Buchtipp November 2021

Ingrid Pernkopf und Johannes Sachslehner

Still, still, still - Weihnachten wie damals

Geschichten, Brauchtum und Rezepte
rund um die schönste Zeit des Jahres

Graz (Styria) 2021
Das großformatige und opulent gestaltete Buch versetzt mit seinen Texten in die Zeit etwa zwischen dem Ende des 18. Jh. bis in die Mitte des 20. Jh. Sie erzählen in kürzerer oder längerer Form von der Feier des Weihnachtsfestes dieser Zeit und geben Einblick in die Weihnachtstage der bäuerlichen und kleinbürgerlichen Welt, der bürgerlichen Mittelschicht, des Großbürgertums und des Adels, erzählen von Krippenspielen, die heute in Vergessenheit geraten sind, vom Siegeszug des Christbaumes und vielen Bräuchen in der Zeit von kurz vor Heilig-Abend bis Anfang Jänner. Der Wandel des Weihnachtsfestes von der gottesdienstlichen Feier nur in der Kirche bis hin zur familiären Weihnachtsfeier, bei der der Inhalt des Festes, die Feier der Geburt Christi, immer mehr zugunsten eines Festes der Geschenke, der Behaglichkeit und Gemütlichkeit zurückdrängt, wird gut nachvollziehbar. Zum Weihnachtsflair immer schon Gedichte, die passend zu den Texten ausgewählt sind und vor allem die Weihnachtsbäckerei. Ihr ist viel Raum gegeben in Form von Rezepten und verführerischen Abbildungen. Überhaupt besticht das Buch durch seine zahlreichen fesselnden Bilder: Landschafts- und Naturaufnahmen, historische Abbildungen, Winterstimmungen in großer Zahl. Sie laden ein zum immer wieder einmal anschauen und darin blättern. Die Erzähltexte bringen zwar viele Informationen zu Damals, doch erschwert die generell leserunfreundliche kleine Schrift, mit der ältere Menschen - und diese gehören vermutlich zum hauptsächlichen Interessentenkreis für dieses Buch - keine Freude haben. Leider sind auch die Gedichte nicht nur in dieser kleinen Schrift sondern zusätzlich auf dunklem Hintergrund abgedruckt und daher noch schwerer zu lesen. Weniger Text und dafür eine größere Schrift wäre der Ausweg gewesen. Wer darüber hinwegsehen möchte oder kann, hat sicher seine Freude an einem schönen Bilderbuch; die Backrezepte sorgen sicherlich für mache Erinnerung und unter den Weihnachtsbäckerinnen für ausgiebigen Gesprächsstoff.

 

Buchtipp Oktober 2021

Hanns Sauter

Ich komme zu dir, Herr

Beten bedeutet mit Gott zu reden

Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien, 2021

Gebete und Betrachtungen für Seniorinnen und Senioren

 

Viele Senioren finden im Alter endlich die Zeit, über sich selbst nachzudenken: dankbar zurückzuschauen, wahrzunehmen, was sie gerade beschäftigt und zugleich auch ihre nächsten Schritte zu überlegen. Dieses Nachdenken sucht oft auch ein Gegenüber – und mündet nicht selten in ein Gespräch mit Gott. Die Betrachtungen und Gebete in diesem Buch unterstützen dabei und regen an, alles zum Thema zu machen, was einen als älterer Mensch bewegt. Denn Gebete, das sind nicht nur vorgeformte Texte, sondern vor allem ganz persönliche Anliegen, Bitten und Danksagungen.

Wer der Ansicht ist „Beten bedeutet, mit Gott zu reden, weil ich glaube, dass er es gut mit mir meint“, der kann mit ihm über die vielen Dinge sprechen, die in den verschiedensten Situationen und Lebensphasen bewegen: den Eintritt in den Ruhestand, die Freude über Enkelkinder, den Verlust eines Freundes … Und weil auch gemeinsames Beten besonders guttut, bietet dieses Buch auch Vorschläge für das Beten im Seniorenkreis. Es eignet sich für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seniorenpastoral ebenso, wie als schön gestalteter, spiritueller Impulsgeber zum Verschenken.

 

 

Buchtipp September 2021

Richard Kaan

Ich muss fast nichts und darf fast alles

Beschwingt altern

Verlag Anton Pustet, Salzburg 2021

Humorvoll und unterhaltsam beschreibt der Autor in sieben Kapiteln: Leben, Lernen, Laufen, Lachen, Lieben, Lösen und Lehren seine Einstellung zum Älterwerden. Sein Rat ist, sich nicht einfach leben zu lassen sondern alle Möglichkeiten des Lebens nutzen, den Glauben an sich selbst nicht zu verlieren und sich positiv mit seiner Zukunft (die auch die Seiten des Lebens betrifft, die man nicht mag) zu beschäftigen. Das schließt auch einen bisher so nicht gekannten Blick auf Kräfte, Partnerschaft, Interessen, Freunde, Gegenstände, Alltag und vieles andere ein. Kaan schöpft hier aus eigenen Erfahrungen, den Erträgnissen vieler Gespräche mit Freunden aber auch Zufallsbekannten quer durch alle Generationen und ermuntert aus allen diesen Zeugnissen zu einem Leben voll Kreativität - ganz nach den eigenen Bedürfnissen und Interessen. Eine Lektüre, die ansteckend und animierend wirkt, auch wann man nicht in allem zustimmen möchte. Zum persönlichen Nachdenken, aber auch als Einstiegslektüre zu Diskussion und Austausch für Gruppennachmittage, Erzählcafes, LIMA-Einheiten gut zu verwenden.
 

 

Sommerbuchtipp 2021

Kris Krenn

Wollen wir wirklich 100 werden?

Über unsere mögliche Zukuft

Wien (Orac) 2021

 

Positionen und Gedanken spannender Persönlichkeiten

Wollen Sie 100 Jahre alt werden und - wenn ja - unter welchen Umständen? Die Herausgeberin stellte diese Frage zahlreichen Personen des öffentlichen Lebens: WissenschaftlerInnen, ÄrztInnen, Künstlerlnnen, WirtschaftlerInnen, PolitikerInnen unterschiedlichen Alters.

Herausgekommen ist diese Sammlung von fünfzig Essays zum Thema, in denen die Befragten offen ihre Wünsche, Sorgen und Erwartungen artikulieren - erwartungsgemäß zu Themen, um die sich Politik, Wissenschaft und Gesellschaft nicht länger herumdrücken können. Daneben geben sie auch ganz persönliche Einblicke in ihr Leben und ihre Art und Weise mit den Gedanken, die sie beim Älterwerden empfinden, umzugehen. Die Texte sind durch die Bank lebendig geschrieben, stimmen in Vielem überein, sind in anderem konträr, manche angriffslustig, andere fordernd, wieder andere appellierend. Ob „wir“ wirklich 100 Jahre werden möchten, hängt von vielen Faktoren ab, von denen der Einzelne manche beeinflussen kann, ebenso viele sicher nicht. So ist es gut, Stimmungsbilder und Tendenzen zu sammeln und zu publizieren, die in Stellungnahmen, Empfehlungen und Entscheidungen von Institutionen, Interessenverbänden, Politikern bis hin zur Gesetzgebung einfließen, die aber auch jeden Einzelnen dazu anregen, sich selbst Gedanken zu machen und sein Älterwerden zu gestalten und nicht über sich ergehen zu lassen. Für einen breiten LeserInnenkreis.

 

 

 

Buchtipp Juni 2021

Lea Ackermann/Michael Albus

Das ist der Gipfel

Ein Gespräch über Last und Lust des Älterwerdens

Ostfildern (Patmos) 2021

Ein gemeinsames Buch zweier interessanter Persönlichkeiten über ein unendliches Thema! Lea Ackermann, geb. 1937, ist Ordensfrau, war als solche mehrere Jahre in Afrika, engagierte sich dort gegen Menschenhandel und Prostitution und setzte sich für die Rechte von Frauen ein. Zurückgekehrt nach Deutschland gründete sie SOLWODI, das sich zu einem internationalen Netzwerk für Frauenrechte entwickelte. Michael Albus, geb. 1942, ist u. a. Theologie-professor, Autor, langjähriger Religionsjournalist beim ZDF. Beide kennen sich aus früherer Zusammenarbeit und kommen nun miteinander in ein Gespräch über ein Thema, das nun beide gemeinsam betrifft, das Älterwerden. Sie tauschen sich aus u. a. über ihre Herkunft und wie sich diese auf ihr Älterwerden auswirkt, über das Älterwerden als Frau und als Mann, über einen durch das Älterwerden auch sich ändernden Blick auf Glaube, Welt, Zukunft, Loslassen, … Zu jedem der gewählten Themen legen beide ein Statement vor, das sie dann miteinander diskutieren. Gerade diese letzteren, „Wortwechsel“ genannten Abschnitte, machen das an sich schon spannende Buch noch einmal lebendiger und fordern geradezu heraus, den eigenen Standpunkt zu überlegen bzw. zu formulieren. Beide stimmen darin überein und möchten den Leser*innen weitergeben, dass es beim Älterwerden um ein Loslassen geht. Dies aber ist im Grunde genommen ein Prozess, der das ganze Leben durchzieht. Dabei sind sie realistisch genug zu sehen, dass es wohl niemandem gelingen wird, sich von allem zu trennen, ermuntern jedoch, dies zu tun, soweit es eben möglich ist. Nicht an allem festzuhalten ist ein Zeichen von Lebenskunst. Es bewirkt ein Gefühl der Freiheit und ist nicht zuletzt der Erweis von Vertrauen in eine spannende Zukunft. Ein unerreichtes Beispiel für alles das ist Franz von Assisi. - Ein sehr ehrlich gehaltener, aus dem Leben gegriffener Beitrag mit vielen Anregungen zum eigenen Nachdenken aber auch zum gemeinsamen Diskutieren.
 

 

Buchtipp Mai 2021

Robert Gamper

Ein gutes Wort

Gedanken für den Lebensabend

Innsbruck (Tyrolia) 2021

Wie der Titel des Buches so lautete auch eine wöchentliche Rubrik im Katholischen Sonntagsblatt, der Kirchenzeitung Südtirols, mit der der Benediktinerpater Robert Gamper aus dem Kloster Muri-Gries sich regelmäßig an die älteren Leser*innen wandte. Texte, Gebete und Gedanken dieser Serie sind hier in Buchform zusammengestellt und somit weiterhin - und über Südtirol hinaus - nachlesbar. Dabei geht es um Gottvertrauen und Zuversicht, Alleinsein und Loslassen, Freude und Sorge und andere Themen, die mit dem Älterwerden bedeutsam werden. Prosatexte wechseln sich mit solchen in Versform ab, manche altvertraute mit solchen aus jüngerer Zeit, wobei der Autor auf bekannte geistliche Schriftsteller wie Matthias Claudius, Dietrich Bonhoeffer, Edith Stein und Sabine Naegeli zurückgreift. Alle Texte vermitteln Orientierung, Halt und Zuversicht und sind somit vielseitige Seelennahrung. Liebevoll gestaltet lädt das Buch ein, immer wieder darin zu blättern und sich von seinen Texten und Bildern anregen zu lassen. Gut geeignet ist es als Geschenk oder auch zum Auflegen in Kapellen oder Meditationsräumen von Senioreneinrichtungen.


Buchtipp April 2021

Elisabeth Rathgeb

Kopfsalat mit Herz

Eine spirituelle Entdeckungsreise
durch den Garten

Innsbruck (Tyrolia) 2021

Gartenpflanzen und ihre Botschaft

Für viele SeniorInnen ist ihr Garten ein Lebenselixier, das sie gerade auch in Corona-Zeiten neu schätzen und entdecken. Selbst gezogene Blumen, Salat und Gemüse aus eigenem Anbau ist eben doch etwas Anderes! Der Garten ist aber auch ein Rückzugsgebiet, in dem die Seele baumeln kann. Er regt an zum Sinnieren und Nachdenken über den Lauf der Jahreszeiten, dem Rhythmus des Lebens, über Wachsen, Reifen, Ernten und Säen und führt bis hin zum Gebet. Ein Beispiel dafür ist dieses ansprechend gestaltete Buch, in dem eine erfahrene Seelsorgerin und Hobby-Gärtnerin ihre LeserInnen einlädt, die spirituelle Seite ihrer Gärten zu entdecken. Ausgehend von 22 Pflanzen - Blumen, Kräutern, Gemüse und Früchten - quer durch das Gartenjahr regt sie zu Gedanken über Gott und das Leben an und lässt sich dabei von Stellen aus der Bibel und/oder weiteren geistlichen Texten inspirieren. - Ein Buch, das man das ganze Jahr über gerne zur Hand nimmt, sich damit in den Garten oder auf eine Terrasse setzt und einfach freut.

 

 

Buchtipp März 2021

Elmar Simma

Damit sich alles gut fügt

Den Fragen des Lebens nachgespürt

Innsbruck (Tyrolia) 2021

Der durch seine lebensnahen und gleichzeitig liebenswerten Bücher bekannte Vorarlberger Priester hat mittlerweile das achtzigste Lebensjahr überschritten. In dieser, seiner neuesten Veröffentlichung, greift er neben anderen Themen auch solche auf, die sich gerade beim Älterwerden nicht verdrängen lassen, wie Angst, Einsamkeit, Suizid, Selbstbestimmung, Verantwortung gegenüber der nachkommenden, jüngeren Generation. Im Blick auf die Corona-Situation und das jüngste Urteil des Verfassungsgerichtes zum freiwilligen Suizid erhalten sie eine zusätzliche, bei der Herstellung des Buchs wohl noch nicht geahnte Aktualität. Seine Gedanken, Standpunkte und Anregungen sind nicht im luftleeren Raum entstanden, sondern im Alltag eines engagierten und weltoffenen Seelsorgers und Lebensberaters. Sie zeigen Menschenerfahrung und Gottverbundenheit, Altersweisheit und Hausverstand; seine  Gedanken und Impulse regen an zum Weiterdenken, die Tipps, die er für mehr innere Ruhe und Gelassenheit gibt, sind einfach, klar und gut nachzuvollziehen. Breit empfehlenswert für die Senioren(pastoral), aber auch für alle, die sich zu Glaubens- und Lebensfragen Gedanken machen.

 

 

Buchtipp Februar 2021

Hanns Sauter

Schöne Gebete und kleine Andachten

für jeden Tag

Stuttgart Verlag Katholisches Bibelwerk 2021

Beten – wie mach ich das? Jedes Gebet ist ein Gespräch mit einem guten Freund. Mit Gott im Gespräch zu verweilen bereichert, entlastet, vermittelt neue Sichtweisen, ermutigt und macht dankbar. Mit den Texten in diesem Buch regt Hanns Sauter zum Gebet „nur“ für sich oder zusammen in kleinen Gruppen an, die sich – wo und aus welchem Anlass auch immer – zusammenfinden. Das kann in der Wohnung sein, bei einer Wanderung oder bei Treffen eines Freundeskreises. Dieses schön gestaltete Buch enthält Gebetsanregungen und kleine Andachten für sich selbst oder zusammen mit anderen Menschen durch alle Jahreszeiten.
 

 

Buchtipp Jänner 2021

Johanna Constantini

Abseits ...

aus der Sicht einer Tochter

Seifert Verlag, Wien 2020

Es war ein von ihm verursachter Autounfall im Juni 2019, der endgültige Gewissheit brachte: Der beliebte und bekannte Fußballstar und ehemalige Trainer der österreichischen Nationalmannschaft, Didi Constantini, war an Demenz erkrankt.

Ein knappes Jahr später beginnt Tochter Johanna, die Geschichte niederzuschreiben. Sie gewährt Einblicke in das Familienleben, in persönliche Strategien im Umgang mit der Krankheit, blickt zurück auf ihre Kindheit mit dem berühmten Vater, sie schildert seine sportliche Karriere, den Rückzug aus dem Fußballgeschehen und schließlich die Herausforderungen, die eine Demenzerkrankung nicht nur für den Vater selbst, sondern auch für die ganze Familie mit sich bringt.

Johanna Constantini schreibt nicht nur aus der Sicht einer Tochter für ihren Vater, sondern auch als Klinische Psychologin für alle Betroffenen und deren Angehörigen.

Sie drängt auf mehr „Demenzfreundlichkeit“ und Empathie, um Menschen, die an Demenz erkrankt sind, eben nicht ins Abseits zu stellen. Und sie hat das Buch allen gewidmet „die verstehen möchten“.

„Damit auch andere weiter rausgehen“, wie es Didi Constantini selbst formuliert, der seine Tochter bei der Veröffentlichung dieses Buches vorbehaltlos unterstützt hat.

 

 

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