Alle hier vorgestellten Bücher können in unserer Fachbücherei Seniorenarbeit entliehen werden.
Bitte um vorherige Terminvereinbarung unter: 01/51552-3335
Buchtipp April
Anselm Grün:
Die Jahre umarmen
Warum ich gerne alt bin
Münsterschwarzach (Vier-Türme-verlag) 2026
Wichtige Gedanken im hohen Alter: Im Alter von 62 Jahren schrieb P. Anselm sein Buch: Die hohe Kunst des Älterwerdens. Inzwischen ist er 80 Jahre und stellt fest, dass seine Betrachtungen von damals da und dort einer Neuakzentuierung bedürfen. Seiner Erfahrung nach gestaltet sich so der Blick auf die eigene Lebensgeschichte noch einmal anders, die Dankbarkeit über das Erreichte wird intensiver und der Tagesablauf wird mehr denn je von Gelassenheit geprägt. All das zusammen ergibt eine nie gekannte Weisheit und Demut, die wiederum in Dankbarkeit mündet. P. Anselm schreibt hier zwar von sich selbst, doch auf eine Art und Weise, dass die LeserInnen angeregt werden, auf ihr Leben zu schauen. Anstelle der Beispiele, die er aus seinem Leben bringt, wird angeregt nach eigenen zu suchen und sich so einen Zugang zum Älterwerden zu verschaffen, der es leichter macht, es anzunehmen. Sprache, Umfang (56 Seiten) und Gestaltung machen das Büchlein zu einem netten, anregenden Geschenk für zahlreiche Anlässe der Seniorenpastoral.
Buchtipp März
Kathrin Oplatka:
Das Leben in Wort, Ton, Bild und Szene
Biographie kreativ gestalten
Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 2025
Das etwa 300 Seiten starke, eng beschriebene, durch zahlreiche Abbildungen aber wieder aufgelockerte Buch zur Biografiearbeit lädt auf die unterschiedlichste Weisen ein, sich mit Lebensläufen und Lebensgeschichten auseinanderzusetzen. Ansprechend für Einzelpersonen, die für sich arbeiten möchten, ebenso wie für ModeratorInnen von Erzählcafés, LIMA-Trainingsgruppen u. ä. Treffen in der Erwachsenenbildung, Seniorenpastoral und -bildung, in Einrichtungen, Pfarrzentren, Volkshochschulen usw. Bestechend ist die zusammengetragene und gut aufbereitete Fülle von Ideen und Möglichkeiten, der Formen und Methoden zu Erinnern und Erzählen, Schreiben und Gestalten, Spielen, Musizieren und Theaterspielen in den unterschiedlichsten Varianten. Biografisches Arbeiten (Stammbäume, Exkursionen, mit Fotos) Interviews und Fragebögen runden den vielseitigen Inhalt ab. Ein Buch der Marke „Fundgrube“. Es dauert lange, bis sie ausgeschöpft ist.
Buchtipp Jänner & Februar
Christoph Schmitt:
Göttliches Ansehen geben
Segensfeiern und Segensgebte für Lebenszeiten & Lebensräume
Ostfildern (Schwabenverlag) 2025
Ökumenisches Werbbuch zum vielfältigen Thema "Segen und Segnen".
Nachdem Gott den Menschen erschaffen hatte, war es sein Erstes ihn zu segnen - so die biblische Schöpfungsgeschichte, Gen 1,28ff. Gott nimmt also mit den Menschen Beziehung auf und eröffnet ihnen seine Welt des Lebens. Auf dieser Grundlage stehen alle in diesem Buch zusammengestellten Segensfeiern und Segensgebete verschiedener Autorinnen und Autoren. Gegliedert sind sie in die Abschnitte „Leben in persönlichen Beziehungen“, „Leben in Übergängen“, „Leben in existentiellen Herausforderungen“, „Leben in gesellschaftlichen Kontexten“, „Leben in der Zeit“ und „Leben in der Natur“ und in einer solchen Fülle, dass kaum ein gegenwärtig aktueller Aspekt unberücksichtigt ist. Die Modelle sind ökumenisch, in manchen Fällen auch interreligiös verwendbar. Für diese Fälle wird eigens auf die Wichtigkeit eines ausführlichen Vorgespräches hingewiesen (S. 210f). Lebensnahe Sprache, inhaltlich gelungene Texte, Gestaltungsvorschläge, ausführliche Register (Bibelstellen, Segensanlässe) sowie die robuste und übersichtliche Gestaltung tragen zu einem empfehlenswerten Handbuch für Liturgen, Gottesdienstleiter, Religionslehrer, etc. bei.
Buchtipp Dezember
Andrea Erkert:
Zeichen der Zuversicht
12 Symbolandachten für die Seniorenarbeit
Neukirchen-Vluyn (Neukirchener Verlagsgesellschaft) 2025
Zuerst: Andacht ist nicht gleich Andacht! Hier geht es nicht um Andachten im Sinne einer Gottesdienstform, wie sie aus dem Gotteslob oder seiner Vorgänger bekannt ist. Keine Andachten, die in mehreren Teilaspekten zu einem Thema einen Ablauf von Lied, Bibeltext, meditative Erschließung oder Gebet darstellt.
Hier geht es eher um Erinnerung, Glaubensvertiefung und Sprechen über den Glauben in einer feierlichen, aber aufgelockerten Atmosphäre. Zu jedem der 12 Abschnitte gibt es eine Hinführung zum Thema für den Leitenden; die 12 Themen beziehen sich entweder auf einzelne Festtage, bestimmte Ereignisse oder lassen sich während des ganzen Jahres verwenden. Ein Symbol führt durch den Ablauf, der wiederum in einzelne Unterthemen gegliedert ist. Ob sich ein Thema so, wie es in der Einleitung angekündigt ist, wirklich in 10 bis 20 Minuten ausführen lässt, mag dahingestellt bleiben. Es zu kürzen oder auf mehrere Einheiten aufzuteilen ist vom Aufbau der Kapitel jedenfalls möglich. Insgesamt sind die „Andachten“ mit wenig Aufwand durchführbar und können leicht an die eigenen Verhältnisse angepasst werden.
Buchtipp November
Helmut Schlegel:
Trösten, heilen, segnen
Meditative Impulse für Gemeinde, Gebet & Gottesdienst
Ostfildern (Schwabenverlag) 2024
Zu den Kernaufgaben der Seelsorge gehören: zuhören, annehmen, etwas Gutes zusprechen. Das Bedürfnis danach ist ausgeprägter denn je, was sich auch im Leben einer Gemeinde, vor allem in der persönlichen Begegnung und im Gottesdienst niederschlägt. Der Bedarf an Handreichungen für Seelsorger wächst. Helmut Schlegl ist Franziskanerpater, mit vielfältigen Aufgaben in seinem Orden betraut und darüber hinaus langjähriger geistlicher Begleiter. Er hat über Jahre hin einen Schatz an Geschichten, Gebeten, Gedanken und Ritualen formuliert, die an Wendepunkten im Leben, bei Krisensituationen oder einfach bei einem, wie auch immer gearteten, menschlichen Einbruch hilfreich sind. Die entstandene, reichhaltige Fundgrube steht nun allgemein zur Verfügung. Inspiriert an der Bibel und orientiert am Leben, können sie sowohl bei persönlicher Begleitung, im Gottesdienst, bei Exerzitien im Alltag, in Gruppentreffen wie Seniorenklubs, Trauerbegleitung, Schreibwerkstätten oder als Impuls in Pfarrblättern gut verwendet werden. Ein Register hilft, zum bestehenden Anlass auch den passenden Text zu finden.
Buchtipp Oktober
Dorothee Döring:
Warum nur?
Wenn Großeltern der Umgang mit ihren Enkeln verweigert wird
Trier (Paulinus Verlag) 2024
Die Autorin, selbst im Großelternalter und in der kath. Erwachsenenbildung tätig, befasst sich hier mit einem Thema, das nicht unbedingt laut thematisiert wird, aber in den Familien doch eine größere Rolle spielt als angenommen. Durch Ausgrenzung und familiäre Konflikte verlieren viele Kinder (für Deutschland spricht man von jährlich 150 000) den Kontakt nicht nur zu einem Elternteil, sondern auch zu den Großeltern. Häufig erfahren weder die Großeltern noch die Enkel die Gründe dafür gar nicht, sodass Mutmaßungen, Selbstvorwürfen, Verdächtigungen Tür und Tor geöffnet sind. Einen Weg zu einer Wiederannäherung, geschweige denn zu Verstehen oder gar Versöhnung scheint es nicht zu geben.
In einem ersten Teil erläutert die Autorin die vielfältigen Arten der Kontaktabbrüche in den Familien und ihre Gründe. Im zweiten Abschnitt - wesentlich ausführlicher - geht es um die Großeltern, die durch den Kontaktabbruch seitens ihrer Kinder auch den Kontakt zu ihren Enkeln verlieren. Die Folgen sowohl für die Großeltern als auch für die Enkel werden anhand zahlreicher Falleispiele geschildert.
Das Buch bietet zahlreiche Impulse für Großeltern, wie sie mit dem Kontaktabbruch zu Kindern und Enkeln umgehen sowie mit den eigenen Emotionen zurechtkommen können. Weiters gibt es Tipps, wie ein behutsamer Neustart, der oft erst nach Jahren des Abstandes sinnvoll ist, gelingen kann. Die angeführten, gesetzlichen Regelungen, sowie die Adressen und Institutionen, die betroffenen Großeltern Hilfe anbieten, beziehen sich auf Deutschland. Für Österreich sei an dieser Stelle auf die einschlägigen Beratungsstellen der Kategorialen Seelsorge, der Caritas, des Institutes Ehe und Familie sowie verwandter Institutionen (https://www.familienberatung.gv.at/ beratungsstellen) hingewiesen.
Buchtipp September
Martina Jung (Hg.):
Gottesdienste mit Kranken feiern
Modelle und Elemente für Feiern im Krankenhaus und Pflegeheim und zur Gestaltung der Krankenkommunion
Freiburg (Herder) 2025
Im Hochgebet der Basiliusliturgie, die in den Ostkirchen einige Male im Jahr gefeiert wird, betet der Priester: „Gedenke Herr, des umstehenden Volkes und derer, die aus guten Gründen fehlen. Erbarme dich ihrer und unser nach der Fülle deiner Barmherzigkeit...“ Zu denen, für die hier gebetet wird, zählen alle, die wegen ihrer körperlichen oder geistigen Verfassung, ihres Alters oder einfach auch wegen ungeeigneten Wetters ihre Wohnung ganz oder vorübergehend nicht verlassen können. Vor allem jene, die das Leben ihrer Gemeinde auf vielerlei Weise mitgetragen haben, fehlt die Feier der Gottesdienste und die oft tägliche Kommunion. Dieses Sonderheft der Reihe „Ideenwerkstatt Gottesdienste“ nimmt dieses Thema in den Blick und bietet sich Gottesdienstleiterinnen und -leitern als eine Fundgrube von Ideen, Bausteinen, Gebeten und ausgearbeiteten Gottesdienstmodellen an. Sie sind für zahlreiche Anlässe sowohl in Gemeindegottesdienst, Gottesdiensten in Krankenhaus und Pflegeheim sowie für den häuslichen Gebrauch geeignet. Sie berücksichtigen den Lauf des Kirchenjahres und andere Themen, die ältere und/oder kranke Menschen umtreiben. Besonders aufmerksam gemacht werden soll auf die Kapitel „Kurze Andachten und Hausgottesdienste“ und „Gebete, Meditationen und Impulse“. Angehörige, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Hauskommunion-Dienst tätig sind, werden gerne darauf zurückgreifen.
Insgesamt ist dieser Band eine recht gelungene Handreichung zum Anliegen: Gemeinde zu den Menschen zu bringen.
Buchtipp Juli & August
Stephanie Schumacher:
Kostbare Erinnerungen
Ökumenische Wortgottesdienste mit Senioren
Ostfildern (Schwabenverlag) 2025
Der Titel des Buches soll daran erinnern, dass Lebenserfahrungen mit Gott ein Schatz sind, der im Alter noch einmal gehoben werden möchte. Denn durch diese Erinnerungen werden wieder Kräfte wach, die zu Lebensfreude und Zuversicht führen. So versucht die Religionslehrerin und Seelsorgerin eines Seniorenheimes persönliche Biografie mit biblischem Zeugnis zu verbinden sowie die Erfahrungen, die die Menschen der Bibel mit Gott gemacht haben, auch im eigenen Leben zu entdecken. Gleich ob mehr oder weniger Gute oder Herausfordernde. Dies geschieht durch gegenständliche oder nichtgegenständliche Anknüpfungspunkte aus der Erfahrungs- und Erlebniswelt der GottesdienstbesucherInnen und durch Fragestellungen. Denen kann man im Stillen nachgehen oder können, wenn Gruppe und Raum es ermöglichen, auch besprochen werden. Bibeltext, Predigtmodell, Psalmen- und andere Gebete sowie Fürbitten sind den 28 Modellen beigefügt. Ebenso Liedvorschläge aus dem Gotteslob und dem Evangelischem Gesangbuch.
Für den Gebrauch in Heimen, aber auch in gleicher Weise für die pfarrliche Seniorenpastoral gut geeignet.
Buchtipp Juni
Rita Kusch:
Vollgepackt mit neuen Ideen
Eine Schatztruhe für anregende Stunden mit älteren Menschen.
Mit Rätseln, Bastelideen, Liedvorschläge
und umfangreichem Downloadmaterial.
Gütersloh (Gütersloher Verlagshaus) 2024
Das Materialbuch enthält pro Monat ein Stundenmodell für die Seniorenarbeit und noch drei weitere, die sich zu jeder Jahreszeit eignen. Rätsel, Geschichten, Gesprächsimpulse, Spruchweisheiten und vieles mehr. Sie sollen anregen ins Gespräch zu kommen, aus dem Leben zu erzählen, Erinnerungen zu teilen und auf diese Weise zu untermauern, dass jede und jeder, die/der an diesen Stunden teilnimmt, ein Mensch ist, der viel zu sagen hat. Die Autorin fordert ausdrücklich auf, die Nachmittage generationenübergreifend zu gestalten - vor allem mit Kindern. Auffallend ist auch, dass sie sich um Themen bemüht bzw. Themen so akzentuiert, dass sie auch Männer ansprechen, die ja bekanntlich an „geselligen Nachmittagen“ nicht so interessiert sind. Wie alle vorherigen Bücher der Autorin ist auch dieses wieder eine reichhaltige Sammlung an Vorschlägen, Ideen und Materialien.
Buchtipp Mai
Heribert Haberhausen:
Aber unglaublich wahr
Weisheitsgeschichten zum Vorlesen
Ostfildern (Schwabenverlag) 2025
Geschichten, die entweder als Einstieg in ein Gespräch dienen, eine Ansprache oder Predigt abschließen, eine Diskussion auf den Punkt bringen oder einen Themennachmittag abrunden sind immer gesucht. Über 60 solcher längeren oder kürzeren Texte sind hier zusammengestellt - „für Gemeindearbeit, Gottesdienst und Seniorengruppen“ wie der Untertitel lautet. Geordnet sind sie nach fünf Schwerpunkten: Ratschläge befolgen, Zufriedenheit erlangen, Menschlichkeit leben, Christsein beweisen, Vorbildern folgen. Ein eigenes Verzeichnis gibt Auskunft über Inhalte und Lesedauer, die zwischen einer und sieben Minuten beträgt. Für alle Büchereien, vor allem für die Handbüchereien der Mitarbeiter- und Mitarbeiterinnen in den unterschiedlichen Bildungsbereichen, gut geeignet.
Buchtipp April
Arnold Mettnitzer:
Die Veredelung der Zeit
Eine Liebeserklärung an das Älterwerden
Wien (Kneipp) 2024

Das Älterwerden ist - zumindest wenn damit der Weg zum Lebensende gemeint ist - nicht gerade positiv konnotiert, doch kann ihm niemand ausweichen. Was jedoch jeder tun kann, ist, diese Zeit zu „veredeln“. Neben manchen anderen Möglichkeiten dies zu tun, ist es für den bekannten Therapeuten und Seelsorger besonders das Gespräch: mit Gleichaltrigen, zwischen Alten und Jungen, Gesunden und Kranken, Glücklichen und Unglücklichen. Im Miteinander, im Erzählen und Austauschen von Gedanken, entstehen Wertschätzung und Vertrauen, ändern sich Blickwinkel sowohl auf die eigene Vergangenheit wie auch auf die Zukunft. Scheinbar unüberwindliche Gräben zwischen Menschen und Generationen werden damit zu spannenden Inspirationsquellen und interessanten Begegnungs-arnfeldern, die auf allen Seiten Einseitigkeiten, Langeweile und Vorurteile gar nicht erst aufkommen lassen, sondern Wertschätzung und Anerkennung fördern und aneinander wachsen lassen. Im Gespräch mit Jüngeren verstehen ältere Menschen ihr Leben neu - umgekehrt lernen Jüngere, was alles innerhalb eines Menschenlebens denkbar und machbar ist. Mettnitzer erzählt hier von Menschen, die diesen Weg - ob bewusst oder nicht - gehen bzw. gegangen sind. Sie haben dadurch ihr Leben immer mit neuen Augen gesehen und konnten sich darauf einstellen, dass sie bis zum letzten Atemzug sowohl Schönes als auch Schmerzliches erleben werden. Mit dieser Gewissheit im Hintergrund bedeutet dann das Älterwerden einen Aufbruch und das Ende des Lebens einen Anfang. Beides ist immer spannend und hat unabsehbare Folgen. Mettnitzer versteht seine Gedanken nicht als Rezept sondern als Möglichkeit, die er anbieten kann mit dem Älterwerden umzugehen. Mit diesem Buch an der Hand fällt es nicht schwer, sich diesem Weg anzuschliessen.
Buchtipp März
Matthias Struth: Letzte Fragen:
Was Sterbende wissen wollen
Frankfurt (Westende-Verlag) 2024

Ein erfahrener Krankenhausseelsorger schildert sein Wirken unter den Menschen, die er im Universitätsklinikum Frankfurt Tag für Tag begleitet. Die einen stehen am Ende ihres Lebens, andere begleiten Angehörige oder sind für Kranke auf andere Weise, z. B. als Ärzte oder Therapeuten da. So stellt sich als erstes die Frage, was denn Seelsorge überhaupt sei und warum wir - die Kirche - sie betreiben. Die Antwort lautet für ihn schlicht und einfach, weil es der Auftrag Jesu ist, den Menschen - besonders den Schwächsten - zur Seite zu stehen. Absichtslos - einfach, weil er jemanden in seiner Nähe braucht. Diesen Auftrag Jesu beschreibt Struth aufgrund des Handelns Jesu wie er aus dem Evangelium hervorgeht spannend und einmal ganz anders zu lesen - am Anfang des Buches. Dann kommt er auf „Erfahrungen im Krankenhaus“ (so die Überschrift des nächsten Kapitels) zu sprechen und geht in den Anschlusskapiteln auf immer wieder gestellte Fragen ein - auch auf die Frage, wie er selbst mit all dem, was er erlebt und was an ihn herangetragen wird, umgeht. Ausgangspunkt eines jeden Abschnittes sind immer ausführlich wiedergegebene Gespräche, die oft so ganz anders sind, als „man“ sie sich vielleicht vorstellt. Da gibt es Patienten, die ihr Leben reflektieren wollen, und andere, die eher in die Zukunft schauen möchten, wieder andere wollen Dinge klären, noch einmal anderen sind nicht so sehr die „großen Fragen“ wichtig, sondern ihr konkreter Alltag. Seelsorge wie sie hier gesehen wird, kann man hier zusammenfassen, in: „Ich bin da, wenn du mich brauchst. So wie du mich brauchst, ich bin einfach da.“
Eine empfehlenswerte Lektüre für alle in der Krankenhaus- und Heimseelsorge, in der Pflege und in Pflegediensten.
Buchtipp Februar
Sebastian Kießing, Erwin Möde (Hg):
Einsamkeit im Alter
Facetten, Konzeptionen und Praxisfelder
Freiburg (Herder) 2024
Einsamkeit im Alter ist eine Seite des Älterwerdens bzw. von Einsamkeit die zumindest seit der Corona-Pandemie stärker im Blick der Öffentlichkeit ist. Die „Caritaskonferenzen Deutschlands“ veranstalteten im Oktober 2023 dazu eine wissenschaftliche Fachtagung im digitalen Format, deren Beiträge in vorliegendem über 300 Seiten umfassenden Studienband zusammengestellt sind. Die Autorinnen und Autoren - leider fehlen biographische Angaben zu ihnen - beleuchten das Thema aus theologischer, sozial-wissenschaftlicher, psychologischer und soziologischer Perspektive. Sie reißen dabei aber die Thematik eher wissenschaftlich an, als dass sie - wie man aufgrund des Titels vermuten könnte - für die tägliche Praxis taugliche Gedanken und Anleitungen formulieren. Insofern für den Gebrauch bzw. die Diskussion an Fakultäten, Fachhochschulen und anderen ähnlichen Institutionen geeignet.
Buchtipp Jänner
J. Hiebaum, J. Radinger, S. Seitz, D. Traxl, M.Traxl
Weil das Leben fragt
52 Impulskarten zur Sinnfindung. Inspieriert von Viktor E. Frankl
Innsbruck (Tyrolia) 2024
Viktor Frankl war der Überzeugung, dass jeder Mensch nach einem Sinn im Leben strebt. Wer ihn nicht findet, wird krank. Seine Existenzanalyse hat das Ziel, dem Menschen zu helfen, (wieder) mit innerer Zustimmung zum eigenen Handeln und Dasein leben zu können und zu einem eigenverantwortlichen Umgang mit dem eigenen Leben zu kommen. Was so formuliert vielleicht etwas umständlich klingt, haben die fünf Autorinnen und Autoren (alle ausgebildete Logotherapeut:innen) in eine geradezu spielerische Form gebracht. Insgesamt 52 Karten im Postkartenformat enthalten auf der Vorderseite einen zum Nachdenken anregenden, manchmal auch leicht provozierenden Satz, der ein Thema vorgibt, auf der Rückseite einen Gedanken zu diesem Thema und - davon abgesetzt - Impulse, diesen Gedanken in den Alltag hineinzunehmen. Hier handelt es sich um Fragen, die sich jedem Menschen stellen. Frankl hat vielleicht erstmals systematisch nach Antworten gesucht und daraus seine Logotherapie entwickelt. Die Gedanken und Handlungsimpulse der Karten wurden von den Autor:innen im Sinne Frankls formuliert.
Beispiel: (Vorderseite): Meine Wege zum Ziel - (Rückseite): Ziele zu verfolgen bereichert unser Leben. Es kann aber passieren, dass wir eine zu genaue Vorstellung davon haben, wie etwas ausgehen muss. Das schränkt unser Handeln und unsere Ergebnisoffenheit ein. Impuls: Wie verfolgst du deine Ziele? Gelingt es dir, für das Ergebnis offen zu bleiben und auch neue Wege einzuschlagen? Bedenke, dass Rückschläge auch Möglichkeiten beinhalten.
Die Karten können angewendet werden als persönlicher Begleiter - mit 52 Karten kann, muss aber nicht, jede Woche ein anderes Thema bedacht werden, sowie als Gesprächsanreiz für eine Gruppe zu einem bestimmten Thema. Gruppenleiter:innen - z. B. LIMA-Verantwortliche - können sie in ihre Stundenmodelle mit einbeziehen - vielleicht sogar in der Art eines Kartenspieles und Untergruppen damit beschäftigen. Spannend ist sicher auch, die Impulse allen mitzugeben und nach einiger Zeit wieder in der Gruppe darauf zurückzukommen.
In allem: eine nicht nur, aber besonders für die Bildungsarbeit mit Senioren innovative Idee, die weitgehend unabhängig von psychischen und physischen Befindlichkeiten und daher breit eingesetzt werden kann.