Montag 23. Oktober 2017
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Zukunftswerkstatt Seniorenpastoral

Aktuelle Buchtipps

Alle hier vorgestellten Bücher können in der Fachbücherei Seniorenarbeit entliehen werden

 

 

Oktober 2017

Susanne Fetzer:
80plus und Mittendrin
Aufbruch in eine neue Seniorenarbeit

Neukirchen-Vluyn (Neukirchener Verlagsgesellschaft) 2017

Seniorenkreise sind in den Pfarren nach wie vor wichtig, dennoch gibt es Alarmsignale wie sinkende Besucherzahlen, die die Frage nach der Treffgenauigkeit auch von bewährten Angebote stellen lassen. Die in der Senioren-Fachliteratur bekannte Autorin benennt eine Fülle von Beobachtungen vor, die Verantwortliche der Seniorenarbeit gut kennen und gibt dazu plausible Deutungen. Fazit: Was vor 40, 50 Jahren – also aus der „guten alten Zeit“ der Seniorenarbeit „gestimmt“ hat, kann heute nicht mehr in gleicher Weise stimmen. Dazu hat sich überall - so auch unter den Seniorinnen und Senioren - viel zu viel verändert. Die Lösung des Problems ist für sie aber nicht „jammern“, sondern „querdenken“. Hierzu zeigt sie an zahlreichen Praxissituationen einfühlsam aber deutlich auf, wo Veränderungsbedarf besteht, sich Verbesserungsmöglichkeiten abzeichnen, Ungeschicklichkeiten vermeidbar sind. So anspruchsvolle Themen wie Nachfolgeregelung, Auflösung eines Seniorenkreises, Bedanken von MitarbeiterInnen, Finanzierungsmöglichkeiten werden nicht ausgespart, sondern überlegt und motivierend besprochen. Spürt auch die Seniorenarbeit - wie die Gemeindepastoral insgesamt - dass wir in einer Zeit der Umbrüche leben. Einen breiten Raum nehmen Praxisbeispiele einer „Seniorenarbeit neu“ ein. – Eine Pflichtlektüre für Seniorenverantwortliche, insbesondere zu empfehlen für Pfarrgemeinderäte, die sich durch die jüngsten Pfarrgemeinderatswahlen veranlasst sehen, ihre Seniorenpastoral auf neue Beine zu stellen.

 

September 2017

Wunibald Müller:
Loslassen und weitergehen
Schritte in den Ruhestand

Ostfildern (Patmos) 2017

Für Menschen, die in ihrem Beruf aufgegangen sind, die ihn als Berufung verstanden haben und nicht als Job, um damit den Lebensunterhalt zu bestreiten, ist es besonders schwer, loszulassen. Der bekannte Theologe und Therapeut, der als Leiter des Recollectio-Hauses Münsterschwarzach zahlreiche Menschen an Lebensübergängen und in Lebenskrisen begleitet hat, schreibt hier über Gedanken und Gefühle, Erfahrungen und Wege, die ihn selbst in dieser Situation des Überganges  in das nachberufliche Leben beschäftigt haben.  Er geht dabei ein auf die Boten, die ihm angezeigt haben, dass es Zeit  ist, Abschied zu nehmen, auf die Früchte, die er ernten konnte, auf Themen, die ihm für seine Zukunft wichtig sind, auf geistliche Schriftsteller sowie Bibelstellen, die weiterführen. Die Impulse des Buches helfen Menschen in ähnlicher Situation, die Fragen, die sich ihnen stellen zu beantworten. Wie z. B.: Wie können Abschiede gelingen? Wie notwendig sind sie, um neu beginnen zu können? Wie komme ich zu Frieden mit meiner Vergangenheit? Was bleibt, um die nun beginnende Zeit bewusst und achtsam zu gestalten? Was ist mir im Blick auf meine Zukunft wichtig?

Ein Buch für alle, die nach ihrem beruflichen Ablaufdatum nicht in den Tag hineinleben wollen, motivierend, anregend und angenehm zu lesen.
 

 

Sommerbuchtipp 2017

Uwe Böschemeyer:

Wie Sie beim Altern ganz sicher scheitern

Wals bei Salzburg (Ecowin) 2017

Die Einstellung zum Alter macht den Unterschied -  ist die Überzeugung des Autors und Einstellungen  lassen sich ändern. Als Psychologe und Therapeut geht er davon aus, dass Sinnfindung die Voraussetzung für Lebensbejahung  ist. Doch wo kann bei so vielen Befindlichkeiten, die sich mit dem Altern einstellen und die man eigentlich nicht mag, ein Sinn enthalten sein? In 25 überschaubaren Kapiteln geht  Böschemeyer auf solche gängigen Einstellungen ein und bietet dazu eine auf  der Logotherapie Viktor Frankls basierende Gegenposition an.  Dabei geht es nicht um ein Beschönigen oder Wegloben von Fakten, die sich - wie z. B. Alleinsein, nicht mehr gebracht werden, Ängste unterschiedlichster Ursachen, loslassen müssen – mit dem Altern einstellen oder einstellen können,  sondern um eine Sichtweise, die einen neuen, bisher nicht beachteten Zugang eröffnet. Ob es immer so einfach ist, oft festgefahrene Einstellungen zu ändern, mag dahingestellt sein. Es liegt am Einzelnen, an sich zu arbeiten und auch die zweite Seite eines Problems, einer Einschätzung, einer Haltung zu entdecken, mit deren Hilfe „man“ beim Altern möglichst nicht scheitert. Zu einer solchen Entdeckungsreise anzuregen ist die Stärke des Buches, zu dem zahlreiche LeserInnen greifen mögen.

 

 

Juni 2017

Ulrike Scherzer, Juliana Socher:
Altweiberwohnen Gespräche und Fotografien
Über das Wohnen im Alter

Salzburg (Residenz-Verlag) 2016

In diesem Band mit seinem originellen Titel erzählen  19  alleinstehende Frauen, um  80 Jahre,  ihre Wohnbiografie. Es geht um Wohnungssuche, um Neuanfänge, Wiederaufbau, Umzüge, persönliche Bedürfnisse; aber auch um ein sich Arrangieren (müssen) mit der Wirklichkeit und um die Frage, welches Umfeld brauche ich, um mich wohl zu fühlen. Die Kombination von lebendig zu lesendem Text und schönen Fotos vermittelt einen interessanten Einblick über das Wohnen im Alter von Frauen mit unterschiedlichsten Lebensläufen, auf Frauen, die in einem Heim leben, geht der Band allerdings nicht ein. Ihm gelingt es - sozusagen durch die Hintertüre, denn man schaut sich ja „nur“ ein schönes Buch an - einfühlsam Themen anzusprechen, die jeden bewegen, der sich Gedanken über sein Leben im Alter macht. Das Buch vermittelt Lebensfreude und regt an, sich mit den schwierigen Seiten des Alters zu arrangieren.

 

 

Mai 2017

Regine Stoltze, Evamaria Molz:

Gottesdienste feiern mit Menschen mit Demenz

24 fertige Vorlagen in einfacher Sprache

mit Musik-CD und Liedtexten
Mühlheim (Verlag an der Ruhr) 2017

Eine Theologin und eine Musikerin, die im Pflegeheimbereich beheimatet sind, sind ein gutes Autorenteam für ein so umfangreiches Werkbuch mit Modellen für Gottesdienstfeiern mit Menschen mit Demenz. Der Praxisteil enthält 24 ausgearbeitete Vorlagen für Gottesdienste zu den wichtigen Zeiten des Kirchenjahres (Advent, Weihnachtszeit, Fasching, Passionszeit, Osterzeit, Fronleichnam  usw. bis Allerheiligen) sowie Modelle zu weiteren Themen (Wasser, Samen, Hirte, Schutz u. a.) Sie sind abwechslungsreich gestaltet durch Zeichenhandlungen, Texte, Lieder, Gebet; der Gottesdienstleiter kann dabei auch auf hilfreiche Anweisungen und Tipps zurückgreifen. Ein prägnanter, erfreulich ökumenisch gehaltener  Einführungsteil führt in Thema Gottesdienst mit Demenzkranken gut ein. Er vermittelt einen theoretischen Unterbau, geht auf die Glaubenssituation wie die Bedürfnisse der zu erwartenden Gottesdienstbesucher ein, geht auf Unterschiede zwischen der Konfessionen ein und vermittelt dadurch auch den Gottesdienstverantwortlichen wertvolles Sachwissen. Eingestreute Praxiserfahrungen und auch die Hilfen wie Kopiervorlagen und die CD mit Liedern und Glockengeläute runden ab.

 

 

April 2017

Elmar Simma:

Dem Leben zulächeln

Von der Kunst, den Tag zu loben
Innsbruck (Tyrolia) 2017

Vor schlimmen Ereignissen - persönlichen, sowie jenen von denen die Medien tagtäglich berichten - dürfen wir die Augen nicht verschließen, sollen uns aber  auch nicht erdrücken lassen. Der Vorarlberger Caritaspfarrer fasst Alltagserlebnisse, Weisheiten und Einsichten zu ganz handfesten und praktischen Impulsen für eine positive Lebenseinstellung zusammen. Das liebenswürdige und Mut machende Buch ist gut verwendbar als Einbegleitung oder „Wort auf dem Weg“ bei Veranstaltungen, als Geschenk zu Anlässen wie Geburtstag, Dank für die Mitarbeit, oder einfach als kleine Aufmerksamkeit.

 

 


März 2017

Rita Kusch:

Andachten für Seniorenkreise
Gütersloh (Gütersloher Verlagshaus) 2016

 Um Missverständnisse zu vermeiden: die Gottesdienstform „Andacht“ ist im katholischen Bereich nicht dieselbe wie im evangelischen. Die Texte, die hier evangelischerseits als  Andacht bezeichnet werden, sind für den kath. Benutzer eine Sammlung von Kurzansprachen zu Bibeltexten, Gebeten, Liedern und besonderen Anlässe im Seniorenbereich. Die Autorin, die schon mehrere praxisnahe Bücher mit Gottesdienstmodellen verfasst hat, legt hier einfühlsame Texte vor. Sie sind ausgerichtet am Ablauf des Kirchenjahres, sowie an der Lebenssituation ältere Menschen und für den Gebrauch in Seniorenkreisen oder in stationären Einrichtungen gut geeignet. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seniorenpastoral ein reichhaltiger Fundus!
 

 

Jänner/Februar 2017

Hanns Sauter:

Kreuz, auf das ich schaue
Betrachtungen zur Passion Jesu
Verlag Friedrich Pustet 2017

Kreuzwegandachten und andere Gottesdienstformen, die das Leiden Jesu betrachten, haben vor allem in der Vorbereitungszeit auf das Osterfest einen festen Platz im Gottesdienstleben. Doch auch während des Jahres gibt es immer wieder Anlässe, sich mit dem Weg Jesu durch das Leid auseinanderzusetzen. Das Fest Kreuzerhöhung setzt im Herbst den abschließenden Akzent. „Kreuz, auf das ich schaue“ enthält Kreuzwegandachten und andere Feierformen (Buß-, Passions-, Ölberg-andacht, Eucharistische Anbetung u. a.) sowie Betrachtungen, die für das Gebet in Gemeinden und Gruppen wie auch für die persönliche Meditation Anregung und Hilfe geben. Alle Feiern können von Laien geleitet werden.

Buchtipps 2016

 

Weihnachtsbuchtipps 2016

Helmut Krätzl:
Meine Kirche im Licht der Päpste
Von Pius XII. bis Franziskus
Innsbruck (Tyrolia) 2016 

Weihbischof Krätzl feierte in diesem Jahr 2016 seinen 85. Geburtstag und begeht im Jahr 2017 sein 40jähriges Bischofsjubiläum. Aus diesen Anlässen reflektiert er die Gestalt der Kirche, die er in seinen mehr als 60 Priester- und in 40 Bischofsjahren erlebt hat. Er tut  dies mit einem Blick auf die Päpste dieser Zeit. An ihren Aussagen, ihrer Amtsführung und ihrem Auftreten verdeutlicht sich der Weg der Kirche und der Wandel den sie in ihrem Selbstverständnis vollzogen hat. Wie er diesen Wandel erlebt hat, wie die Päpste dieser Zeit direkt oder indirekt sein Kirchenbild geprägt haben und was dieser Wandel der Kirche für ihn persönlich bedeutet, erörtert der Autor indem er in seinen Reflexionen diesen Weg mit seinem eigenen verknüpft. Dadurch verbindet er zudem ein Stück österreichischer Kirchengeschichte mit der Geschichte der Weltkirche, in der die österreichische Kirche immer wieder eine Rolle spielt. Ausgewogen in der Darstellung, kritisch, wenn es um die Wege geht, die Sache Jesu zu verkünden, aber immer auf dem Boden einer tiefen Liebe zur Kirche denkt er auch nach über ihre Wege in die Zukunft. Eine besondere Note erhält das Buch durch weitere Zeitzeugen, die auf Einladung Krätzls über die Päpste seit Pius XII. aus ihrer Sicht schreiben und dabei die Sicht des Autors teils unterstreichen, teils ergänzen, teils auch  widersprechen.  Interessante Fotos, die auch aus den Beständen des Autors stammen, verbildlichen diesen Weg der Kirche von Pius XII. zu Franziskus.

 

Reinhold Stecher:
Mit Leben anstecken
Neue Texte, Bilder und Zeichnungen aus dem Nachlass
herausgegeben von Paul Ladurner
Innsbruck (Tyrolia) 2016

Bischof Stechers offenbar unerschöpflicher Nachlass sorgt immer wieder für Überraschungen. Die hier zusammengestellten Texte enthalten interessante Zeugnisse aus seinem Leben wie Detailschilderungen seiner Verhaftung durch die Gestapo 1941, sowie  auch nach vielen Jahren immer noch aussagekräftige Texte zur Lage der Kirche und zur Situation der Seelsorge, und andere Texte mit denen er treffend, zugleich aber liebevoll menschliche und kirchliche Schwächen, Schlagseiten und Eitelkeiten sowohl aufs Korn nimmt, zugleich aber der Barmherzigkeit Gottes und der Mitmenschen anvertraut. Vielsagend dazu sind die Karikaturen und Zeichnungen. Besonders berührend sind die Texte des letzten Kapitels: „Räume der Stille“, in denen er sich Gedanken über den Sinn des Älterwerdens und die Würde des Alters macht, das für einen gläubigen Menschen auch voll Leben steckt. Ein zu vielen Gelegenheiten passendes Geschenk  - nicht nur für „Stecher-Fans“.


 

November 2016

Erni Kuttner:

Jahre, die uns geschenkt sind

Eine Spiritualität des Äterwerdens für Frauen

Ostfildern (Patmos) 2015

Die Autorin spricht in ihrem Buch unterschiedliche Bereiche des Älterwerdens an und zeigt Themen und Möglichkeiten auf, wie speziell Frauen die Diskussion „Älterwerden - Lust oder Frust“ um Gesichtspunkte von  der „zweiten Seite“ bereichern können. Sie  geht aus von den Befindlichkeiten „Abhängigkeit und Bezogenheit“, die auf jeden Menschen zutreffen, erörtert diese mit dem Blick auf Frauen an Hand von Archetypen in Märchen, Sagen und Legenden, sowie an den Beispielen Hildegard von Bingen und Theresa von Avila, deren Einstellung zu „Frau und Älterwerden“ weitgehend unbekannt ist und wendet sich dann der Botschaft zu, die ältere und alte Frauen heute der Welt vermitteln können. Hier geht es ganz aktuell um die Funktion von Großmüttern, um globale Netzwerke von alternden Frauen und um das Weitergeben persönlicher Erfahrungen (wobei die Autorin auch ihre eigenen anbietet).

Das Buch ist ein gewichtiger Baustein im facettenreichen Mosaik „was haben alte Frauen (Menschen) heute zu sagen und was können sie bewirken“. Es möge auf große Resonanz stoßen.
 

 

Oktober 2016

Kertstin Schweighöfer:

100 Jahre Leben

Welche Werte wirklich zählen

Hamburg (Hoffmann und Campe) 2015

Was sich im Laufe von 100 Jahren verändert hat, worauf wir verzichten können und was unverzichtbar ist, was wir als Schatz erhalten sollten, worauf mehr Augenmerk gelegt werden könnte, was einmal außergewöhnlich, inzwischen aber zumindest in unserer  westlichen Welt  selbstverständlich geworden ist und welche Werte im Rückblick wirklich zählen -  die Autorin ist diesen Fragen nachgegangen. Die zehn sehr berührenden Porträts von Hundertjährigen, zu denen Hausfrauen und Bäuerinnen,  Wissenschaftler und Künstler, mittelständische Angestellte und ein Franziskanermönch  gehören, geben hier einen Reichtum an Antworten. In ihrer Ungeschminktheit und Offenheit sind sie zugleich ein Zeugnis über die Vielfalt und Buntheit von Lebenswegen und ein kostbarer Schatz. Diesen Schatz zu betrachten bedeutet, sich mit dem Lebenswissen anderer auseinanderzusetzen, das im Auf und Ab des eigenen Lebens eine Stütze sein kann., sich die Dankbarkeit für Vieles zu erhalten, das frühere Generationen mühsam errungen haben und das heutzutage oft leichtfertig aufs Spiel gesetzt wird wie Meinungsfreiheit, Würde des Lebens, Kinder  sowie Frauenrechte, Recht auf Bildung u.a.m. Die Reflexionen der Autorin zu jedem Porträt sind dazu eine Hilfe und zugleich eine Anregung für Literaturzirkel, Gesprächsgruppen oder biografisches Arbeiten. Auf jeden Fall aber eine spannende Lektüre für alle unter Hundert!

 

 

 

September 2016

Franz-Josef Zeßner-Spitzenberg:
Vergessen und Erinnern
Menschen mit Demenz feiern Gottesdienst im Pflegeheim
Würzburg (Echter) 2016

Zum Thema  „Gottesdienstfeiern mit demenzkranken Menschen“ gibt es zwar eine wachsende Zahl von Praxiserfahrungen und -Modellen; eine wissenschaftliche Reflexion stand bisher jedoch aus. Der Autor liefert diese nun - ausgehend von seiner eigenen Erfahrung als Seelsorger im Pflegebereich - und  gliedert seine Überlegungen in  drei Teile. 
Im ersten Teil befasst er sich mit Demenz aus theologischer Perspektive, die sich als eine Frage nach der Güte Gottes angesichts menschlichen Leides stellt. Der zweite Teil geht auf die Praxis der Gottesdienste in Pflegeheimen ein, sowie den Rahmenbedingungen unter denen er gefeiert wird, der dritte Teil begibt sich auf die Suche nach den Zusammenhängen von Demenz, Spiritualität, Gesundheit und Wohlergehen und erörtert, was die Feier von Gottesdiensten in Pflegeheimen dazu beitragen kann. Die Untersuchung ist wichtig für Theologie und Pflegewissenschaften, verhilft in gleicher Weise aber dem Seelsorger vor Ort, seine Tätigkeit besser zu verstehen. Daher sei hier der Wunsch nach einer Kurzfassung weitergegeben. Weiters sei das auf der letzten Textseite geäußerte Anliegen des Autors unterstrichen, dass die Gottesdienstfeier mit Menschen mit Demenz nicht nur in der Heimseelsorge verbleibt, sondern auch in den Pfarrgemeinden breiteren Raum findet.

 

 

Sommerbuchtipps

Susanne Oswald: Älter werden mit Gelassenheit
Denkansätze von Wilhelm Schmid bis Sven Kunze
mit praktischen Übungen für den Alltag

München mvg-Verlag (mvgminis) 2015

 Altern und Alter sind vielschichtig. Ein Mosaikstein dieser Vielschichtigkeit ist die  sprichwörtliche Gelassenheit des Alters. Doch wie findet man dazu? Die Herausgeberin hat hier eine Auswahl von Texten jener beiden Philosophen, die sich gegenwärtig mit der Altersthematik intensiv beschäftigen getroffen und diesen eigene Überlegungen und vor allem praktische Übungen beigegeben. Diese sind einfach, alltagsnah und leicht auszuführen. Das inhaltsreiche Büchlein trägt dazu bei, sich unvoreingenommen  mit der oft als Zumutung empfundenen und vorurteilsbelasteten Lebensphase auseinanderzusetzen und den eigenen Weg zu einem als befriedigend erlebten Altern zu finden. Die einzige Voraussetzung, die Früchte seiner Bemühungen zu ernten, ist, sich frühzeitig Gedanken zu machen. Das praktische Westentaschenformat unterstützt dabei!

 

Sonja Schiff: 10 Dinge, die ich von alten Menschen über das Leben lernte
Einsichten einer Altenpflegerin.  Wien, edition a, 2015

 Der Autorin kommt es darauf an, die tiefen menschlichen Begegnungen und  Erfahrungen, die sie in ihrem Beruf als „Altenpflegerin“ macht, herauszustellen: „Warum dieses Buch nicht die Rahmenbedingungen in der Altenpflege anprangert, ist schnell erklärt...Meine Motivation  war, den Menschen da draußen zu erzählen, was Altenpflege ausmacht und warum ich meinen Beruf liebe… Daher ist mein Buch auch sehr persönlich geworden und keine berufspolitische Streitschrift.“ (S. 182) Sie schildert Begegnungen mit ihren Klienten und Klientinnen -  auch mit deren Angehörigen - und zeigt, dass Menschen, die auf Pflege und Betreuung angewiesen sind, ihr Leben zu gestalten und zu deuten wissen und dass sie auch andere, die an ihnen als Menschen interessiert sind, daran teilhaben lassen. Dabei verbindet sie auf geradezu unnachahmliche Weise die Erfahrungen und Einsichten alter Menschen mit ihrem Leben und zeigt, wie diese es bereichert haben. Die Augen für diesen Schatz offen zu halten und für sich zu entdecken motiviert sie den Leser, die Leserin, mit ihren Schilderungen und nicht zuletzt mit der Frage: „Kennen Sie einen anderen Job, bei dem Sie von tausend alten Menschen für sich selbst lernen können?“ (Letzte Umschlagseite)

Ein Buch, ehrlich, voll von Lebensweisheit und liebevollem Respekt, dabei spannend zu lesen.  Es zeigt, dass viel verbreitete negative Vorstellungen von Pflegebedürftigkeit, von zu pflegenden Menschen und jenen, die sich um pflegebedürftige Menschen kümmern, bei weitem nicht alles sind, was dazu zu sagen ist und regt an, hinter dem „Pflegefall“ den Menschen zu entdecken und von ihm zu lernen. Empfehlenswert!

 

 

 

Juni 2016

Theres Spirig-Huber, Karl Graf: Ich werde, also bin ich.
Biografiearbeit – spirituell. Hinführung und Übungen

Echter (Würzburg) 2016

Biografiearbeit  auf dem Hintergrund der spirituellen Tradition,
vor allem der des Ignatius von Loyola

 Unter der Vielzahl von Büchern und Anleitungen zur Biografiearbeit nimmt der schmale Band einen besonderen Platz ein, da er Biografiearbeit mit geistlichen Grundhaltungen verbindet. Damit steht er ganz in der Tradition der Bibel, die ja voller biografischer Erzählungen ist und der Heiligen, die in ihren Autobiografien ihre Lebensgeschichte mit ihren spirituellen Erfahrungen verbinden. Als Beispiele werden hier Augustinus, Therese von Avila und Ignatius von Loyola näher betrachtet.  Das Exerzitienbuch des Ignatius erweist sich dabei als hervorragende Grundlage für eine biografisch-spirituelle Standortbestimmung und Neuausrichtung. Nach der Antwort auf die  Frage, in welchen  Lebensphasen geistliche Biografiearbeit besonders wertvoll ist, folgen eine ungeahnte Fülle von Anregungen und Methoden, die sich sowohl für eigene Reflexionen als auch für die Arbeit mit einem geistlichen Begleiter sowie in Gruppen eignen. - Bereits beim ersten Lesen gewinnt man den Eindruck, biografisches Arbeiten ist anstrengend und herausfordernd, doch unendlich bereichernd und unerlässlich für einen tragenden geistlichen Weg. Empfehlenswert!

 

 

Mai 2016

Willi Hoffsümmer: Wort-Gottes-Feiern mit Familien
Freiburg (Herder) 2016

Gottesdienste, in denen sich alle Generationen zu Hause fühlen und die  so gestaltet sind, dass sie möglichst gleichermaßen Kinder, Eltern  und ältere Menschen ansprechen, sind für zeitgemäße Gottesdienstangebote ein Muss.  Der Band mit ausgearbeiteten Modellen zu Familiengottesdiensten zu Festzeiten des Kirchen-jahres, einigen Sonntagen im Jahreskreis, Heiligen und anderen Anlässen kommt also genau richtig und ist - wie bei Hoffsümmer gewohnt - praxisbezogen, reichhaltig und gut aufbereitet. Überflüssig zu sagen, dass er auch zur Vorbereitung von  ökumenischen Gottesdiensten hilfreich ist. – Für Liturgieverantwortliche aller Pfarren!

 

Willi Hoffsümmer: Das große Buch der Trauungen und Ehejubiläen
Freiburg (Herder) 2016

 Das Werkbuch enthält 20 Modelle für Gottesdienste zu Trauungen und 11 weitere zu Ehejubiläen. Neben kompletten Gottesdienst-Modellen sind weitere Vorschläge für Lesungen und Fürbitten, Lieder, Segensformeln und Meditationstexte enthalten, die zusammen mit einer Reihe praktischer Tipps  ein reichhaltiges Werkbuch ergeben. Für  Brautmessen, Segensfeiern, Predigtgottesdienst. Erfreulich ist die größere Zahl an Vorschlägen für die Feier von Ehejubiläen, die die bis jetzt eher raren Gestaltungshilfen für diese Feiern bereichern.

 

 

 

April 2016

Jörg Müller: Schuld, Trauer, Depression.
Wege zur Heilung.
Illertissen (Verlag Media Maria) 2016

 Der bekannte Pallottinerpater und Psychotherapeut befasst sich aus seiner langjährigen Praxiserfahrung mit einer unheilvollen Trias, die in der Regel miteinander auftritt, jener von Schuldgefühlen, Trauer und Depression. Ihm geht es - bevor er aus seiner Praxis Fallbeispiele bespricht und Wege zur Heilung zeigt - auch um eine genaue Begriffsklärung und Abgrenzung: was ist Sünde, was ist Schuld? Worum geht es bei Trauerprozessen? Was gehört zu den Kennzeichen einer Depression und wer ist besonders dafür gefährdet? Zudem schärfen die Ausführungen das Bewusstsein für die Verflochtenheit von psychischer und physischer Gesundheit. - Wie bei allen anderen seiner Erfolgsbücher gelingt es dem Autor auch hier, einen breiten Interessentenkreis anzusprechen und - unaufdringlich aber bestimmt - christliche Standpunkte zu einer Heilung mit anzubieten. 

 

 

 

März 2016

Leopold Stieger: Pension - Lust oder Frust?
Eine Streitschrift Mit Cartoons von Kristian Philipp

Klosterneuburg (Edition Va Bene) 2016

 Das handliche, mit 80 Seiten Text überschaubare und für einen breiten Interessentenkreis gut lesbare Buch befasst sich mit der Frage: Pension und was dann? Ist die nachberufliche Lebensphase wirklich das Tor zum Glück für alle - wie es oft kolportiert wird? Und wenn sie dazu werden soll, was ist heute dazu zu sagen und zu bedenken? Immerhin handelt es sich um einen Lebensabschnitt, der bis zu einem Drittel der Lebenszeit ausmachen kann, der aber weiterhin im öffentlichen Leben, an Stammtischen und in den eigenen Vorstellungen mit vielen Facetten, Vorurteilen, Eingefahrenheiten belegt ist, damit aber auch von falschen Hoffnungen, Scheinwahrheiten und unzureichenden Auffassungen. Viele aus der Vergangenheit erhalten sich davon zäh bis in die Gegenwart. Der Autor spricht sie – kommentiert durch seinen einfallsreichen Cartoonisten - auf sehr persönliche und direkte Weise an. Es geht um Fragen, die sich jeder bereits beim Übergang in die Pension stellen und beantworten muss, damit aus diesen Jahren eine erfüllte Zeit wird. Das Buch kann dabei eine gute Hilfe sein.

 

 

 

Februar 2016

Karin Schels: Denk auch an dich!
Wie pflegende Angehörige den Alltag gelassen meistern

München (Ernst Reinhard Verlag) 2015

  Wer als Angehöriger die Fürsorge und Pflege für einen geliebten Menschen übernimmt, tut gut daran, auch verständnisvoll und fürsorglich mit sich selbst zu sein. Denn sich selbst wertzuschätzen, seine Grenzen zu kennen und Unterstützung anzunehmen, entlastet alle Beteiligten. Dabei ist es sinnvoll, den Blick auf hilfreiche Entlastungsmöglichkeiten der Pflege zuhause zu lenken. Wertvolle Impulse können in der Wahrnehmung eigener Empfindungen wie in der Gemeinschaft von Familie, Freunden und professionellen Helfern erfahren werden. Dieses Buch enthält zahlreiche Anregungen für pflegende Angehörige, die auch in einem übervollen Pflegealltag zuhause angewendet werden können, um sich hilfreiche Gewohnheiten anzueignen, sich zu stärken und Wohlbefinden zu erleben. So kann der Alltag der Pflege zuhause bei aller Anstrengung auch von Lebensfreude und Dankbarkeit geprägt sein.

 

 

 

Jänner 2016

Stefan Kappner:
Biografiearbeit mit Senioren und Demenzkranken

Praxismaterial mit Tipps, Anleitungen und Kopiervorlagen

Mühlheim (Verlag an der Ruhr) 2015

 Hinter dem etwas unglücklich formulierten Titel, der annehmen lässt, alle Senioren seien demenzkrank, verbirgt sich eine gut durchdachte und praxiserprobte Handreichung für die Arbeit mit Hochbetagten, auch mit solchen, die an einer Demenz erkrankt sind. Sie ist in drei Teilen gegliedert. Teil eins „das Schreiben in der Biografie-arbeit“, stellt die Bedeutsamkeit des Erzählens für alte Menschen und die Vorzüge des Schreibens für die Beschäftigung mit der eigenen Biografie dar. Dabei geht der Autor ausführlich auch auf die Hemmschwellen des Schreibens für hochbetagte Menschen ein. Den Hauptteil bilden 50 Erzählblätter zu zahlreichen Erzählthemen (Kopiervorlagen). Sie wurden vom Autor aufgrund seiner Tätigkeit entwickelt um das Schreiben zu erleichtern und enthalten Einstiegsfragen und Schreibimpulse für eine Biografiearbeit entweder als Einzelarbeit oder in einer Gruppe. Im dritten Teil „Aus der Praxis: Tipps und Beispiele“ geht es um die weitere Arbeit mit den Erzählblättern, z. B. wenn damit während des Bearbeitens ein Gespräch in Gang kommt. Darüber hinaus enthält das Buch Vorschläge, mit den Schreibergebnissen umzugehen und sie sowohl für den Autor als auch für andere fruchtbar zu machen.
 

Seniorenpastoral
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