Dienstag 21. April 2026
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"Ein Fest der weltweiten Verbundenheit"

Erzbischof Grünwidl überreichte am 27.März 2026 neun Preise an vorbildliche Weltkirche-Initiativen in der Erzdiözese Wien und würdigte "Weltkirche- und Friedensbischof" Florian Kuntner in einem Gottesdienst.

Am Freitag, 27. März 2026, wurde in Wien der diesjährige Florian-Kuntner-Preis für weltkirchliche Partnerschaft und Entwicklungszusammenarbeit vergeben. Erzbischof Josef Grünwidl, der die Preisübergabe vornahm, würdigte das außergewöhnliche Engagement der insgesamt neun prämierten Initiativen.

 

Der Preis wird alle zwei Jahre von der Diözesankommission für Weltkirche und Entwicklungszusammenarbeit der Erzdiözese Wien ausgelobt; 2026 bereits zum zwölften Mal. Das Preisgeld beträgt insgesamt 18.000 Euro. Benannt sind die Preise nach dem 1994 verstorbenen Wiener "Weltkirche- und Friedensbischof" Florian Kuntner.

 

Preisträger

In der Kategorie "Weltkirchliche Partnerschaft" wurden The Rain Workers mit dem im Südsudan durchgeführten Projekt "Wissen regnen lassen" zur Stärkung von jungen Frauen in Sachen Familienplanung und reproduktiver Gesundheit ausgezeichnet, die Pfarre Rossau für ihre langjährige Partnerschaft zum "Centro de Apoio à Família"  der Caritas Socialis in Brasilien und die Kirchengemeinde Muttergottes im Augarten (Pfarre Allerheiligen) für ein Gesundheitsprojekt im Kongo.

In der Kategorie "Bildungsarbeit für Eine Welt" wurden der Verein "Global Achtsam" für ein Projekt zur Stärkung des Fairen Handels in Pfarren, das Projekt "Partnerschule in Infanta auf den Philippinen" des Bundesgymnasiums Zehnergasse in Wiener Neustadt und die "Aktionsgruppe gegen Kinderarbeit" von Jugend eine Welt prämiert.

Die Preise der Kategorie "Junges Engagement" gingen an das Videoprojekt "(un)sichtbar" des Don Bosco Sozialwerks in Wien zum Recht auf politische Teilhabe junger Menschen, an das Projekt "Laetare! Musik verbindet. Freude bewegt" der Jungen Kirche der Erzdiözese Wien, sowie an die ökumenischen Workshops zur Stärkung junger Christen und Christinnen in den Ländern des Nahen Ostens der Stiftung Pro Oriente.

 

Fest der weltweiten Verbundenheit
Von einem "Fest der Verbundenheit mit allen" sprach eingangs der Preisverleihung Christian Zettl, Weltkirche-Beauftragter der Erzdiözese Wien. Gemeinsam mit Weltkirche-Referentin Elisabeth Palugyay führte er durch den Nachmittag der Verleihungsfeier. Pastoralamtsleiter Markus Beranek zitierte in seinem Grußwort aus dem Schlussdokument der Bischofssynode zur Synodalität aus dem Jahr 2024: "Die Kirche strebt sowohl auf lokaler Ebene als auch kraft ihrer katholischen Einheit danach, ein Netzwerk von Beziehungen zu sein, das prophetisch eine Kultur der Begegnung, der sozialen Gerechtigkeit, der Inklusion der Ausgegrenzten, der Gemeinschaft unter den Völkern und der Sorge für die Erde, unser gemeinsames Zuhause, verbreitet und fördert."

Den Festvortrag bei der Preisverleihung hielt Thomas Zobernig, Geschäftsführer des offenen Kinder und Jugendzentrums "Sale für Alle" in Wien. Das Zentrum war 2009 u.a. von Rückkehrer:innen von Freiwilligeneinsätzen im Globalen Süden gegründet worden. Sale für Alle wird vor allem von Kindern aus einkommensschwachen Familien und mit Migrationshintergrund besucht, die dort eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, Unterstützung beim Lernen und Förderung in ihren Talenten und Fähigkeiten erfahren. Diese Arbeit sei nur durch das Engagement der vielen Ehrenamtlichen im Team möglich, so Zobernig. Die gemeinsame Arbeit stifte Identität und Gemeinschaft, nötig sei freilich, die Ehrenamtlichen auch in die Entscheidungen miteinzubeziehen. Das gelte nicht nur für das Jugendzentrum, sondern für alle Projekte, die vor allem von Ehrenamtlichen getragen werden, wie viele der mit dem Florian Kuntner-Preis ausgezeichneten Initiativen.

Für die musikalische Gestaltung sorgten Mitglieder des Kammerorchesters der Initiative "Superar", die sich zum Ziel gesetzt hat, Kindern und Jugendlichen, unabhängig von ihrem kulturellen, religiösen, sprachlichen und ökonomischen Hintergrund, kostenlosen Zugang zu Musikförderung zu ermöglichen.

 

Gedenken an Florian Kuntner in der Krypta des Stephansdoms

An die Preisverleihung schloss ein Gottesdienst in der Unterkirche des Stephansdoms an. Der Feier im Gedenken an Weihbischof Kuntner stand Erzbischof Grünwidl vor.

 

Als "Kirchenmann, der sich besonders für die Armen und Benachteiligten interessiert hat und der zugleich auch um die spirituelle Armut und den geistlichen Hunger der Menschen gewusst hat", hat Erzbischof Josef Grünwidl den früheren Wiener Weihbischof Florian Kuntner (1933-1994) gewürdigt. Das Vermächtnis Kuntners sei in der Erzdiözese Wien nach wie vor wirksam, zeigte sich der Erzbischof überzeugt.


Weihbischof Kuntner habe es geschafft, "Menschen für das Evangelium zu begeistern sowie für den Einsatz in der Kirche und für weltweite Solidarität", so Grünwidl in seiner Predigt. Von der Betroffenheit über Not, Ungerechtigkeit und Leid in der Welt bis zur konkreten Tat sei es oft ein großer Schritt. Viele aus Kuntners Freundes- und Mitarbeiterkreis hätten freilich gespürt: "Wenn wir Christen sind und nach dem Evangelium leben wollen, müssen wir unser Leben ändern und etwas tun! Auf uns und unseren Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden kommt es an!"

 

"Auftrag für die Armen"

Als Bischofsvikar im Vikariat Süd der Erzdiözese Wien und als Missionsbischof habe Kuntner viele Projekte für die Weltkirche und für gelebte Solidarität initiiert und Partnerschaften mit anderen Diözesen auf den Weg gebracht. Immer wieder habe Kuntner auch bei politischen Kundgebungen in der Öffentlichkeit seine Stimme gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus erhoben und erinnert: "Wir sind füreinander verantwortlich; wir gehören zum reichen Teil der Weltkirche und haben einen Auftrag für die Armen und Rechtlosen!"

Auch 32 Jahre nach seinem Tod sei das Vikariat Süd noch vom Geist Florian Kuntners geprägt, so Erzbischof Grünwidl, der Kuntner selbst als junger Priester noch oft persönlich erlebt hatte. Nicht nur der "Florian-Kuntner-Preis", sondern auch Solidaritätsaktionen, Partnerschaften und Alle-Welt-Projekte in Pfarren würden an ihn erinnern, und in vielen - freilich mittlerweile älteren Menschen - lebten seine Begeisterung und seine Glaubensfreude weiter.

Grünwidl abschließend: "In der Spur von Bischof Florian gehen wir, wenn wir uns vom Evangelium aufrütteln lassen und wenn wir im Blick auf die Ungerechtigkeit und das Leid in der Welt von der Betroffenheit zum Handeln, zur konkreten Tat kommen."

 

kathpress/Erzdiözese Wien

 

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