Mittwoch 7. Oktober 2026
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Erzdiözese Wien entsandte Freiwillige in die Partnerdiözese nach Kenia

Seit Anfang September setzen Chantal Sinz und Tobias Schmid ihre Talente an Schulen der Partnerdiözese in Lodwar ein.

Es ist Ende August, zeitig in der Früh, in der Andreaskapelle im Erzbischöflichen Palais: Chantal Sinz und Tobias Schmid haben sich mit Familienangehörigen und Freunden eingefunden, um von Erzbischof Josef Grünwidl zu ihrem Freiwilligeneinsatz in die Partnerdiözese Lodwar entsendet zu werden: „Cool, dass ihr euch das zutraut. Ihr werdet vor Ort viele neue Erfahrungen machen, die euer Leben verändern werden. Gottes Segen sei mit euch in dieser Zeit in Kenia.“

"Froh über so talentierte und hochmotivierte junge Menschen"

Chantal und Tobias sind die ersten Freiwilligen, die in Kooperation mit dem Freiwilligenprogramm „Internationale Freiwilligeneinsätze“ (IFE) von der Erzdiözese Wien in die Partnerdiözese Lodwar im Nordwesten Kenias auf Einsatz geschickt werden. Noch während ihres letzten Schuljahrs und vor der Matura – Chantal an der HAK in Bregenz und Tobias im Vienna Bilingual Schooling Projekt der Stadt Wien – hatten sich die beiden intensiv auf ihren Einsatz vorbereitet.

„Wir sind so froh, dass wir sie gefunden haben!“ sind sich Elisabeth Palugyay, Leiterin von Kirche im Dialog und Weltkirche-Referentin und Christian Zettl, Weltkirche-Beauftragter der Erzdiözese Wien einig. „So hochmotivierte, talentierte junge Menschen, die bereit sind ein Jahr ihres Lebens mit Kindern und Jugendlichen in unserer Partnerdiözese zu teilen. Wir sind uns sicher, dass sie viel bewegen werden und dass sich ihr Einsatz fruchtbar auf sie selbst, die Kinder in Lodwar und auf unsere Diözesanpartnerschaft auswirken wird.“

Eintauchen ins Leben der Turkana bei einem Begräbnis

Am 1. September bestiegen die beiden das Flugzeug, das sie noch am selben Tag in Kenias Hauptstadt bringen würde. Nach einem kurzen Zwischenstopp ging es weiter nach Lodwar, wo sie von Bischof John Mbinda persönlich empfangen wurden: „Bei einem Essen mit dem Bischof haben wir stundenlang miteinander geredet, über Gott und die Welt, und darüber, was wir hier im kommenden Jahr beitragen möchten“, berichtet Tobias begeistert.

In den ersten Orientierungstagen lernen Chantal und Tobias die Schulen kennen, in denen sie mitarbeiten werden und feiern Gottesdienste, wie sie sie noch nie in ihrem Leben erlebt haben. Mitten ins Leben der Turkana brachte sie eine Fahrt mit Father John - zu einem Begräbnis, „draußen in die Wüste, wo wir zum ersten Mal einen echten Eindruck von der Kultur der Turkana bekommen haben.“

Der erste Schultag

Pünktlich zu Schulbeginn in Wien, begann auch der Schulalltag für die Freiwilligen in Kenia – Chantal an der diözesanen Mädchenschule Queen of Peace, Tobias an der Knabenschule St. Augustine. Chantal erwartete gleich ein Sprung ins kalte Wasser: „Dadurch, dass eine Lehrerin ausgefallen war, konnte ich mich schon als Deutschlehrerin üben.“ Tobias hingegen durfte gleich an einem Konzept zu „Public Speaking & Career Planning“ arbeiten und es mit den 13-Jährigen umsetzen. Doch damit nicht genug: Tobias macht bei den 6-Jährigen auch beim Englischunterricht mit, schließlich beherrscht er diese Sprache als Absolvent der „biligual school“ in Wien und nach einem Jahr in den USA perfekt. Sein jüngstes Projekt: Ein Werbefilm über die Schule. Im Umgang mit Medien ist Tobias top. Chantal bringt ihr Musiktalent – ihr Saxophon durfte im Reisegepäck keinesfalls fehlen – bei den Mädchen ein. Nach dem ersten Unterricht führen die Mädels stolz ihre erworbenen Kenntnisse vor:

Brennen für Sport

Tobias und Chantal teilen sich eine Leidenschaft: Sie brennen für den Sport. Tobias war Fußballspieler im Leistungszentrum SV Horn und Chantal ist Skitrainerin. Nun ja, Schi fahren in Lodwar bei 35 bis 40 Grad plus? Eher nicht – dafür ist sie voll im Schwimmunterricht eingebunden. Und Tobias? Einer seiner ersten Fragen zu Lodwar lautete: Gibt es dort einen Fußballklub, in dem ich mitspielen könnte? Zwei Wochen nach seiner Ankunft spielt er bereits selbst in einem Team und hilft außerdem dabei, die Burschen der Schule zu trainieren. „Fußball ist mit den Burschen ohnehin die schnellste Art, ins Gespräch zu kommen.“ Zielstrebigkeit gehört zu den Stärken von Tobias.

 

Was sie nach drei Wochen Lodwar besonders beeindruckt oder überrascht? Die großen Schulklassen – meistens 40 bis 50 Schüler:innen pro Klasse und die unkomplizierte Integration: „Was mich am meisten überrascht hat, ist, wie schnell man hier dazugehört.“ Das betont auch Chantal, die sich über die ersten Freundschaften freut – „vor allem mit den Schwestern, aber auch mit einigen der Lehrer und Schülerinnen.“ Und, dass die Zeit wahnsinnig schnell vergeht: „Ich kann es kaum glauben, dass wir schon über drei Wochen unterwegs sind!“

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