Mittwoch 18. Juli 2018
Katechesen von Kardinal Christoph Schönborn

"Ich bin bei euch..." (Mt 28,20) - Unterwegs zum letzten Ziel

Wortlaut der 9. Katechese von Kardinal Dr. Christoph Schönborn am 3. Juni 2012 im Stephansdom in Wien.

Lasset uns beten!

Ewiger Gott, du hast deinen Sohn gesandt, um uns dein Leben zu offenbaren und zu schenken. Führe uns ein in die Gemeinschaft deines Lebens, der du mit dem Sohn und dem Heiligen Geist ein Gott bist und lebst und herrschest heute und in Ewigkeit. Amen.

Petrus hat einmal zu Jesus gesagt: "Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen?" Was wird unser Lohn sein? Jesus erwiderte ihm: "Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, dann werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen" (Mt 19,27-29). Es geht um den Lohn der Nachfolge. Ganz nüchtern die Frage: Lohnt sich Nachfolge? Lohnt es sich, bei Jesus in die Lebensschule zu gehen? Das ist doch recht mühsam. Was haben wir davon? Was bringt es uns? So schockierend die Frage aus erste klingen mag, Jesus hat sie nicht abgelehnt. Jesus lässt alle unsere Fragen zu, auch wenn wir manchmal Angst haben, Fragen zuzulassen.

Was bringt es Jesus nachzufolgen? Die Nachfolge fordert viel, und so ist es durchaus verständlich, dass Petrus einmal, für alle anderen Zwölf, gefragt hat: "Lohnt es sich auf so viel zu verzichten, um dir nachzufolgen? Denn auf vieles muss man verzichten, wenn man Jesus nachfolgt. Manche finden, es sei unedel, die Frage nach dem Lohn zu stellen. Es sei doch viel besser selbstlos und interesselos einfach das Gute zu tun, ohne zu fragen: Was habe ich davon? Was bringt es mir? Es sei doch viel besser, das Gute um des Guten willen zu tun und nicht nach dem Lohn zu fragen. Jesus sieht das nicht so. In seinen Reden, in seiner Verkündigung ist sehr oft vom Lohn die Rede. Vielleicht kommt das einfach aus seinem Berufsleben. Er hat gewusst, der Arbeiter verdient seinen Lohn, so sagt er selber einmal: "Wer arbeitet hat ein Recht auf seinen Lohn" (Lk 10,7). Er weiß das aus seinem Zimmereibetrieb. Also ist es gar nicht so unerlaubt zu fragen: Was ist der Lohn der Nachfolge?

I.

Jesus gibt eine doppelte Antwort: "Jeder, der mir nachfolgt und der auf vieles verzichtet um des Reiches Gottes Willen, bekommt das Hundertfache zurück schon in diesem Leben und in der kommenden Welt das ewige Leben" (Lk 18, 29-30).

Das ewige Leben - der ewige Lohn! Manche sagen etwas ironisch über die Kirche: Das ist Lohn, den man gerne in der Kirche gibt, die Vertröstung auf den ewigen Lohn, dann muss man hier weniger Lohn bezahlen. Auch wenn Jesus klar macht, dass Jüngerschaft, Leben in der Nachfolge schon in diesem Leben viele Früchte trägt, so ist doch klar: Der volle Lohn wird erst das ewige Leben sein. Nachfolge bedeutet also viel Verzicht, aber auch viel Lohn. So heißt es klar in der letzten, der achten Seligpreisung: "Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt, denn euer Lohn wird groß sein" (Mt 5,11).

Großer Lohn im Himmel ist immer wieder Jesu Verheißung. Hier setzt der alte marxistische Vorwurf an, den die Älteren unter uns noch gehört haben: Ihr vertröstet auf das Jenseits und verändert nicht das Diesseits. Statt diese Welt gerechter zu machen, vertröstet ihr auf jene Welt, in der es Gerechtigkeit geben wird. Im Jenseits werdet ihr glücklich sein! Hier ist man eben unglücklich. Karl Marx hat diese "Jenseitsvertröstung" der Religion als das "Opium des Volkes" bezeichnet. Damit betäubt man die Menschen, dass sie den Schmerz dieser Welt nicht so sehr spüren, dass sie das Unrecht ertragen und diese Welt nicht verändern.

Was heißt Jüngerschaft, Lebensschule Jesu in dieser Perspektive des ewigen Lebens? Ist der Lohn der Nachfolge nur ein jenseitiger? Um das vorweg klarzustellen: der Lohn der Nachfolge Jesu besteht weder in einem Paradies auf Erden, noch in einem Paradies im Himmel, sondern der Lohn besteht in Jemanden, der diese Erfüllung ist. Jesus ist der Lohn. Er ist die Erfüllung, er ist "der Weg, die Wahrheit und das Leben" (Joh 14,6). Einer, der das ganz intensiv erlebt hat, war Paulus. Nachdem er Jesus begegnet war, hat er von sich gesagt: "Für mich ist Christus das Leben und Sterben Gewinn" (Phil 1,21).

Paulus drückt hier eine Grunderfahrung aus, die wir immer wieder bei den großen Gestalten des christlichen Lebens finden. Ich zitiere den wunderschönen Abschnitt im Philipperbrief: "Was soll ich wählen? Ich weiß es nicht. Es zieht mich nach beiden Seiten: Ich sehne mich danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein - um wie viel besser wäre das! Aber um euretwegen ist es notwendiger, dass ich am Leben bleibe (wörtlich: ‚dass ich im Fleisch bleibe‘). Im Vertrauen darauf weiß ich, dass ich bleiben und bei euch ausharren werde, um euch im Glauben zu fördern und zu erfreuen" (Phil 1,23-25). Beides ist für Paulus gut. Hier, in der Fremde, anderswo sagt er: "im Exil zu sein", oder zu Hause beim Herrn. Aber besser ist es, ganz beim Herrn zu sein. Doch das ist erst möglich, wenn wir ausziehen aus diesem Leben, aus dieser Welt, aus diesem Fleisch, um ganz beim Herrn zu sein. Im zweiten Korintherbrief bringt Paulus das dramatisch zum Ausdruck:

"Wir wissen: Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhand errichtetes ewiges Haus im Himmel. Im gegenwärtigen Zustand seufzen wir und sehnen uns danach, mit dem himmlischen Haus überkleidet zu werden. So bekleidet, werden wir nicht nackt erscheinen. Solange wir nämlich in diesem Zelt wohnen, seufzen wir unter schwerem Druck, weil wir nicht entkleidet, sondern überkleidet werden möchten, damit so das Sterbliche vom Leben verschlungen werde. Gott aber, der uns gerade dazu fähig gemacht hat, er hat uns auch als ersten Anteil den Geist gegeben. Wir sind also immer zuversichtlich, auch wenn wir wissen, dass wir fern vom Herrn in der Fremde leben, solange wir in diesem Leib zu Hause sind; denn als Glaubende gehen wir unseren Weg, nicht als Schauende. Weil wir aber zuversichtlich sind, ziehen wir es vor, aus dem Leib auszuwandern und daheim beim Herrn zu sein. Deswegen suchen wir unsere Ehre darin, ihm zu gefallen, ob wir daheim oder in der Fremde sind." (2 Kor 5,1-10).

Paulus versucht, mit einigen Bildern das für uns Unvorstellbare des Himmels zu beschreiben. Wir haben keinen Begriff vom Himmel, wir können uns nur in Bildern annähern.

1. Das erste Bild, das Paulus gebraucht, ist das vom Zelt und vom Haus. Dieses Leben findet in einem irdischen Haus statt, das eher ein Zelt ist. Paulus weiß, wovon er spricht, er war Zeltmacher. Wir "zelten" hier auf Erden, drüben wartet auf uns "ein ewiges Haus", das "nicht von Menschenhand" gemacht ist. Das heißt, hier sind wir provisorisch untergebracht. Dort werden wir eine stabile Bleibe für uns vorfinden, die Gott uns bereitet hat, ein festes Haus. Jesus spricht von den vielen Wohnungen, die es im Haus seines Vaters gibt (vgl. Joh 14,2), wörtlich: "monai", im Haus seines Vaters gibt es viele "Bleiben". Hier haben wir keine ständige Bleibe, sondern nur ein Zelt. Dort haben wir eine ewige Bleibe. Das ist das erste Bildpaar: Zelt und Haus.

2. Dann gebraucht Paulus das Bild vom Kleid. Er versucht die Bleibe zu beschreiben, da gehen die Bilder ineinander über. Neben dem Bild des nicht von Menschenhand errichteten Hauses, ist das Bild des Kleides. Paulus sagt, unser jetziger Zustand ist sozusagen ein "nackter Zustand". Wir sind so, wie wir am Anfang in der Bibel beschrieben werden, als gefallene Menschen, "die erkannten, dass sie nackt waren" und sich schämten (Gen 3,7). Das ist die conditio humana, das menschliche Leben. Hiob, der schwergeprüfte Mann, sagt als ihm alles genommen ist, alles zerstört, seine Familie tot und er krank: "Nackt kam ich aus meiner Mutter Schoß, nackt kehre ich dort zurück. Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen, der Name des Herrn sei gepriesen" (Ijob 1,21). Paulus spricht nun vom ewigen Leben nicht mehr als einem Entkleidetwerden, sondern von einem Überkleidetwerden. Nicht wieder ein Nacktwerden wie bei der Geburt, sondern ein Überkleidetwerden. das ewige Leben als ein Gewand, das unsere Nacktheit, unsere Unbehaustheit endgültig bergen und beheimaten wird.

3. Damit ist ein drittes Bildpaar angesprochen, die Polarität von Fremde und Heimat. "Wir leben fern vom Herrn in der Fremde", so charakterisiert Paulus unser irdisches Leben. Das Leben im Leib, wörtlich: "das Einwohnen im Leib", bedeutet wörtlich ein "Auswohnen", ein Nicht-zu-Hause-sein, nämlich entfernt vom Herrn sein, ein Nicht-im-Herrn-Wohnen. Deshalb würde Paulus lieber aus dem Leib ausziehen, wörtlich müsste man übersetzen: aus dem Leib "auswohnen", um zum Herrn zu übersiedeln, beim Herrn daheim zu sein. Aber dann sagt er: "Doch egal, ob daheim oder in der Fremde", wörtlich: ob einwohnend oder auswohnend, "immer geht es um den Herrn, Ihm zu gefallen, das ist sein Anliegen. Wir suchen, ob wir in der Fremde, hier, sind oder daheim, dort, wir suchen dem Herrn zu gefallen." Immer geht es um Ihn, den Herrn.

4. Schließlich gebraucht er ein viertes Bildpaar, wobei hier an der Stelle nur die eine Hälfte des Bildpaares zur Sprache kommt, das Bild von Leib und Seele, das die grundlegende Wirklichkeit des Menschen anspricht: Wir sind einer, der eine Mensch aus Leib und Seele. Paulus nennt hier die Seele nicht ausdrücklich wie an anderen Stellen, aber es ist gedacht, denn "das irdische Leben ist ein Leben im Leib", sagt er, oder auch "im Fleisch". Das Heimgehen zum Herrn ist ein Ausziehen aus dem Leib, gewissermaßen ein Exodus aus dem Leib. Manche tun sich schwer mit der Unterscheidung von Leib und Seele. Manche fürchten, dass diese Unterscheidung von Leib und Seele nicht biblisch sei, die Bibel kenne nur den ganzen Menschen. Das sei eher ein Erbe der Philosophie, vor allem der griechischen Philosophie, die die Unterscheidung eingeführt hat von materiellem Leib und der geistigen Seele.

II.

Ich schiebe einen kleinen Exkurs schieben über das Thema Leib und Seele ein, über das unser Heiliger Vater wichtige Dinge geschrieben hat. Immer wieder wird die Befürchtung geäußert, dass die Unterscheidung von Leib und Seele die Einheit des Menschen auseinander reißen könnte. Aber unterscheiden heißt ja noch nicht trennen. Das Konzil, die Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute, sagt vom Menschen, er sei "corpore et anima unus", "einer aus Leib und Seele" (Gaudium et Spes 14,1). Was heißt das? Der Katechismus sagt dazu sehr klare Worte: "Die nach dem Bild Gottes erschaffene menschliche Person ist ein zugleich körperliches und geistiges Wesen. Der biblische Bericht bringt das in einer sinnbildlichen Sprache zum Ausdruck, wenn er sagt: 'Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen' (Gen 2,7)" (KKK 362). Der ganze Mensch ist von Gott gewollt, aber einer aus Leib und Seele. Wenn nun die Bibel von Seele spricht, meint sie sehr oft einfach den ganzen Menschen, das Leben des Menschen. Darum wird oft in der Bibelübersetzung das Wort Seele, im Griechischen psyche, mit Leben übersetzt, und das stimmt in vielen Fällen. Aber das Wort Seele bezeichnet auch das Innerste des Menschen. "Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt besitzt, aber an seiner Seele Schaden leidet" (Mt 16,26), wie man hier richtig übersetzen muss, Seele, nicht Leben. Die Seele kann Schaden leiden. Das ist schlimmer, als wenn der Leib Schaden leidet. Denn das Wort Seele bezeichnet das Wertvollste am Menschen. Wir sehen das bei den Märtyrern, die lieber ihr leibliches Leben verlieren, als ihre Seele preiszugeben. Die Seele bezeichnet daher das "geistige Lebensprinzip im Menschen" (KKK 363).

Der Leib hat an der Würde des Seins nach dem Bild Gottes teil, er ist eben deswegen menschlicher Leib, weil er durch die geistige Seele beseelt wird. Wir haben in unserem Leib vieles mit der Tierwelt gemeinsam, wir sind Lebewesen, haben eine tiefe Verwandtschaft mit der ganzen pflanzlichen und tierischen Welt. Das ist alles in uns, aber wir sind immer bis ins Innerste unseres Leibes mit einer geistigen Seele beseelt. Deshalb ist die menschliche Person als ganze dazu bestimmt, im Leib Christi zum Tempel des Heiligen Geistes zu werden. "Wisst ihr nicht, dass euer Leib Tempel des Heiligen Geistes ist" (1 Kor 6,3).

Dann betont der Katechismus die tiefe Einheit von Leib und Seele. Sie ist so tief, dass man die Seele als die Form des Leibes zu betrachten hat. Die Geist-Seele bewirkt also, dass der aus Materie gebildete Leib ein lebendiger menschlicher Leib ist. Im Menschen sind Geist und Materie nicht zwei vereinte Naturen, sondern ihre Einheit bildet eine einzige Natur. Vielleicht merkt man am deutlichsten in der psychosomatischen Medizin, wie sehr Seelisches und Leibliches ineinander greifen, wie sehr seelisches Leid sich bis in den Leib hinein ausdrückt und umgekehrt. Wie Wilhelm Busch über Balduin Bählamm, den unglücklichen Dichter, sagt: "… und in der Höhle des Backenzahnes weilt die Seele", weil er so furchtbares Zahnweh hat, ist alles in ihm nur mehr Zahnweh. Das ist die Erfahrung der psychosomatischen Einheit.

Die Bibel Leib und Seele. Dazu ließe sich viel sagen schon im Alten Testament. In einem Wort Jesu kommt das klar und entschieden zu Ausdruck. "Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können. Fürchtet euch vor dem, der Leib und Seele ins Verderben der Hölle stürzen kann" (Mt 10,26). Ich möchte hier auch daran erinnern, dass im Judentum die Unterscheidung von Leib und Seele vor allem in den Gebetstexten genauso zu finden ist, wie im Christentum. Wenn also Paulus sagt: "Auswandern aus dem Leib", meint er damit auch das leibliche Sterben, den Tod. Es bedeutet nicht eine Verachtung des Leibes wenn Jesus sagt, wir sollen nicht den fürchten, der den Leib töten kann, ist das nicht eine Leib-Verachtung, sondern ein Hinweis darauf, dass es etwas Kostbareres gibt, als das Überleben des Leibes. Viktor Frankl hat das eindrucksvoll in seiner Erfahrung aus dem KZ gesagt: "Die, die nur darauf geschaut haben, leiblich zu überleben, sind als erste untergegangen. Die, die ihre Seele nicht verkauft haben, haben oft auch leiblich überlebt". Die Unterscheidung von Leib und Seele gehört zweifellos zu den wesentlichen Bestandteilen der christlichen Anthropologie, der christlichen und biblischen Lehre vom Menschen. Der Verlust dieser klaren Unterscheidung führt auch zu mancher Hilflosigkeit, ich beobachte das vor allem im ganzen Umfeld des Sterbens. Wir haben gelernt, dass der Tod die Trennung von Leib und Seele ist und dass die Auferstehung die Wiedervereinigung in der verherrlichten Natur von Leib und Seele ist (KKK 362-367). An einem Ort ist mir das besonders schmerzlich aufgefallen, da Paulus hier vom Ausziehen aus dem Leib spricht, möchte ich kurz auf das Sterben und die Sterberiten eingehen. Was Paulus so selbstverständlich anspricht "Ausziehen aus dem Leib, Heimgehen zum Herrn", war jahrhundertelang christliche Selbstverständlichkeit, wenn man den Tod als Heimgang bezeichnet hat. Ich habe den Eindruck, dass der Verlust der Sterberiten in der Kirche dazu geführt hat, dass wir heute sprachlos und sehr hilflos vor dem Sterben sind. Wir haben keine Ausdrucksformen, keine Sprachen, keine Riten dafür. Was Paulus als Heimkehr aus dem Exil beschriebt, das Auswandern aus dem Leib und das Einwandern in die Heimat beim Herrn, das wird in den großen Texten der christlichen Sterbeliturgie wunderbar entfaltet. Mein Lieblingsgebet ist dabei die sogenannte "commendatio animae", die Empfehlung der Seele bei ihrem Heimgang. Früher konnten viele Menschen dieses Gebet auswendig. Meine Urgroßmutter hat immer gefragt: Kannst du die Sterbegebete? Sie wollte sicher sein, wenn sie stirbt, dass jemand dabei ist, der die Sterbegebete auswendig kann. Ich fürchte, heute kann sie kaum jemand mehr auswendig, ich auch nicht. Ich greife einige Abschnitte aus diesem wunderbaren Gebet auf, das nach christlicher Tradition im Moment des Auszugs aus dem Leib und der Heimkehr der Seele gebetet wird, damit Sie sehen, was aus den Erfahrungen des Apostels Paulus in der großen Tradition der Kirche geworden ist:

"Brich auf, christliche Seele, von dieser Welt,
Im Namen Gottes, des allmächtigen Vaters, der dich erschaffen hat,
Im Namen Jesu Christi, des Sohnes des lebendigen Gottes, der für dich gelitten hat,
Im Namen des Heiligen Geistes, der über dich ausgegossen ist;
Heute noch sei dir in Frieden deine Stätte bereitet
und deine Wohnung bei Gott im heiligen Zion,
Mit der heiligen Jungfrau und Gottesmutter Maria,
mit dem heiligen Josef und allen Engeln und Heiligen Gottes.
Du kehrst zurück zu deinem Schöpfer,
der dich aus dem Lehm der Erde gebildet hat.
Mögen dir, wenn du dieses Leben verlässt, die heilige Maria,
die Engel und alle Heiligen begegnen.
Mögest du deinen Erlöser schauen von Angesicht zu Angesicht
und dich der Erkenntnis Gottes erfreuen in Ewigkeit.
Amen." (Zit. Ch. Schönborn, Existenz im Übergang, S. 136-138).

Der Sterbende wird aufgefordert aufzubrechen, geh heim, es ist Zeit, loszulassen. Was für ein tiefes Wissen um den Vorgang des Sterbens in diesem Gebet enthalten ist! Dann werden die Chöre der Engel genannt, die dem Sterbenden entgegenkommen. Heimgang in die Wohnung Gottes. Der Sterbende wird also aufgefordert, nicht zu säumen. Mach dich auf den Weg! Sterben ist ein Weg. Zögere nicht, säume nicht, geh im Namen Gottes und aller Heiligen, zieh aus aus dieser Welt! Es kommt darin das tiefe Wissen zum Ausdruck, dass der Heimgang ein Weg ist auf dem man begleitet werden muss durch das Gebet. Deshalb hat man früher die Menschen nicht alleine sterben lassen und hat sie auch über den Moment des Todes hinaus mit dem Gebet begleitet, weil die Seele ja einen Weg zu gehen hat. Der Aufbruch zu einer großen Reise.

"De hoc saecolo migrare iussisti" - "Du hast uns geheißen, aus dieser Welt auszuwandern", heißt es in diesem alten Sterberitual. Dann kommen diese wunderbaren Empfehlungen: "Ich empfehle dich, liebster Bruder, dem allmächtigen Gott, ihm, dessen Geschöpf du bist… und wenn nun deine Seele aus dem Leib heraustritt, möge ihr die strahlende Schar der Engel entgegeneilen". Ich habe ein Zeugnis von einem jungen Moslem, der mit 18 Jahren gestorben ist - die Krankenschwester, die ihn begleitet hat, hat mir das erzählt - der sterbend drei Engel gesehen hat, die ihm gewunken haben. Seine Mutter, die ihn nicht loslassen wollte, hat er gebeten und gesagt: "Seht, Engel kommen! Darf ich gehen?" Dann hat sie zugestimmt, dass er sterben darf. Das ist offensichtlich eine Erfahrung. Wenn nun deine Seele aus dem Leib heraustritt, mögen dir die strahlenden Scharen der Engel entgegeneilen. "Möge dich im Schoß der Patriarchen selige Ruhe umfangen, huldvoll möge die heilige Jungfrau und Gottesmutter Maria ihre Augen dir zuwenden: mild und festlich möge dir Christi Jesu Antlitz erscheinen…"

Die "Commendatio animae" formuliert etwas, das allen Religionen bewusst war und das wir weitgehend vergessen haben, dass der Weg hinüber nicht ohne Gefahren ist. Da heißt es in diesem Sterbegebet: "Mögest du alles, was im Finstern schreckt, nicht beachten… es weiche von dir der abscheuliche Satan mit seinen Schildgenossen: er möge erschauern, wenn du begleitet von den Engeln, ankommst, und ins schaurige Chaos der ewigen Nacht entweichen… So befreie dich vom ewigen Tod Christus, der für dich gestorben ist. Möge dich Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, für immer auf den lieblichen Fluren (amoenia viventia) seines Paradieses ruhen lassen… Mögest du deinen Erlöser von Angesicht zu Angesicht schauen…" So hat es Fra Angelico ins Bild umgesetzt, aus der Erfahrung dieses Gebets, das christliches Gemeingut war. Wie traurig, dass dieses Wissen uns verloren gegangen ist! Wie wichtig wäre das für eine ars moriendi, die Kunst des Sterbens! Das hat man früher gelernt, dazu gab es eigene Bücher über die ars moriendi. Wie bereitet man sich auf den Tod vor? Wie lernt man zu sterben, wie lernt man heimzugehen aus dieser Welt?

III.

Kehren wir zurück zu unserer Anfangsfrage, welchen Lohn die Nachfolge bringt. Das ewige Leben, sagt Jesus. Wir haben beim Apostel Paulus gesehen, wie sehr die Sehnsucht nach Christus der eigentliche Inhalt der Hoffnung auf das ewige Leben ist, nicht irgendein Weiterleben, sondern die Begegnung, das Mitsein, das Innesein Christi. An Christus nimmt also auch die Sehnsucht nach dem ewigen Leben ihr Maß. Nun sahen wir aber, dass genau diese Liebe zu Christus, also die gelebte Jüngerschaft, Paulus das richtige Verhältnis lehrt zwischen der Sehnsucht nach dem Heimkehren zu Christus und dem Hierbleiben in der Fremde, um Christus zu dienen in seinen Brüdern und Schwestern. Wenn wir uns also von Paulus zeigen lassen wollen, was das Ziel der Jüngerschaft ist, müssen wir einen Moment hinschauen, was es für ihn bedeutet hat, um der Liebe Christi willen hierzubleiben und die ganzen Mühen der Nachfolge auf sich zu nehmen.

Ich darf hier etwas Persönliches sagen: Die letzten Monate waren nicht immer ganz einfach für mich. Es waren wirklich viele Bedrängnisse. Ich habe in den letzten Monaten in neuer Weise Trost bei Paulus gefunden. Ich habe etwas Berührendes erfahren, die Gemeinschaft der Heiligen, die Nähe des Heiligen Paulus. Ich stelle ihn mir vor, ziemlich klein, unglaublich lebendig und stark. Ich habe ihn neu als einen Bruder im Herrn erleben dürfen und seine Briefe mit einer solchen Lebendigkeit erlebt, dass ich nur dankbar dafür sein kann. Ich denke an eine Stelle im 2. Korintherbrief, wo Paulus von den Mühen seines Aposteldienstes spricht, auch über seine Leiden, über innerkirchliche Konflikte. Die hat es schon damals gegeben, und sie waren durchaus nicht geringer als die heutigen. Die unglaubliche Spannung zwischen den Jakobusleuten, von denen übrigens Jakobus selber sagt: "denen wir keinerlei Auftrag erteilt haben", die aber "Jakobischer sein wollten als Jakobus oder "päpstlicher" als der Papst. Das haben wir auch heute. Jakobus auf der einen Seite, Paulus und Barnabas auf der anderen. Was hat Paulus nicht alles erlitten und ertragen! Im Zweiten Korintherbrief lässt er einmal seinem Herz freien Lauf und sagt:

"Womit jemand prahlt, - ich rede jetzt als Narr -. damit kann auch ich prahlen. Sie sind Hebräer - ich auch. Sie sind Israeliten - ich auch. Sie sind Nachkommen Abrahams - ich auch. Sie sind Diener Christi - jetzt rede ich ganz unvernünftig -, ich noch mehr: Ich ertrug mehr Mühsal, war häufiger im Gefängnis, wurde mehr geschlagen, war oft in Todesgefahr. Fünfmal erhielt ich von Juden die neununddreißig Hiebe; dreimal wurde ich ausgepeitscht, einmal gesteinigt, dreimal erlitt ich Schiffbruch, eine Nacht und einen Tag trieb ich auf hoher See. Ich war oft auf Reisen, gefährdet durch Flüsse, gefährdet durch Räuber, gefährdet durch das eigene Volk, gefährdet durch Heiden, gefährdet in der Stadt, gefährdet in der Wüste, gefährdet auf dem Meer, gefährdet durch falsche Brüder. Ich erduldete Mühsal und Plage, durchwachte viele Nächte, ertrug Hunger und Durst, häufiges Fasten, Kälte und Blöße. Um von allem andern zu schweigen, weise ich noch auf den täglichen Andrang zu mir und die Sorge für alle Gemeinden hin. Wer leidet unter seiner Schwachheit, ohne dass ich mit ihm leide? Wer kommt zu Fall, ohne dass ich von Sorge verzehrt werde? Wenn schon geprahlt sein muss, will ich mit meiner Schwachheit prahlen. Gott, der Vater Jesu, des Herrn, er, der gepriesen ist in Ewigkeit, weiß, dass ich nicht lüge" (2 Kor 11,21b-31).

Was für eine Glut in den Worten des Paulus! Was hat ihn die Nachfolge alles gekostet! Das alles hat er getragen, weil die Liebe Christi ihn gedrängt hat. Wenn ich solche Stellen lese, muss ich sagen: Mein Gott, was sind meine Schwierigkeiten im Vergleich zu diesem unglaublichen Totaleinsatz des Apostels. Er gibt selber die Antwort: Warum tut er sich das an? "Denn die Liebe Christi drängt uns, da wir erkannt haben: Einer ist für alle gestorben, also sind alle gestorben. Er ist aber für alle gestorben, damit die Lebenden nicht mehr für sich leben, sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde" (2 Kor 5,14f). Paulus fürchtet nicht den Tod. Sterben ist für ihn Gewinn, haben wir gehört, Heimkehr zu Christus. Aber er flüchtet auch nicht vor den Mühen seines Dienstes. Denn für ihn war das Leben Christus und Sterben Gewinn.

Gestatten Sie mir noch eine ganz kurze Anwendung dieses Gedankens auf unsere heutige Situation. Mich bewegt in diesen Tagen intensiv die Frage: Wie hält der Heilige Vater das alles aus, was jetzt über ihn hereinbricht? Die Mühen dieses Amtes kann sich keiner vorstellen. Mit 85 Jahren die Sorge für alle Kirchen, für alle Gemeinden, für die ganze Weltkirche. Und dann diese Angriffe von innen, viel schmerzlicher als die von außen bis hinein in die privateste Sphäre. Können wir ahnen, welche Einsamkeit das bedeutet? Wir müssen alle sehr, sehr viel für ihn beten. Nur die innige Einheit mit Christus kann ihn aufrecht halten, diese tiefe Freundschaft mit Christus, von der er so oft spricht. Nur so erkläre ich mir seine Haltung, dass er so unbeirrt, ruhig und vertrauensvoll ist. Er sieht einfach weiter, als diese weiß Gott traurigen Machenschaften und Intrigen und Machtspiele um ihn herum ablaufen. Wer so im Herrn verankert ist, so auf den Herrn schaut und auf das, was der Herr heute in der Kirche wirkt, der kann eine solche Ruhe haben, wie wir sie an ihm spüren. Gleichzeitig wissen wir, und das weiß er besser als wir, dass die Kirche immer den Weg der Buße und der Erneuerung gehen muss, wie das Konzil sagt. Insofern ist es für mich ein Hoffnungszeichen, dass diese Dinge jetzt ans Licht kommen. So schmerzlich das ist, so heilsam ist es auch. Das kann der Anfang eines echten Genesungsprozesses sein. Wie bei uns vor drei Jahren das Aufbrechen des Schweigens über die Missbrauchswelle. Für viele, die unter den Missständen in der Kirche leiden, kann das eine Ermutigung sein, dass der Herr seine geliebte Kirche durch Prüfung und Gericht reinigt und heiligt. Wir durften diese Erfahrung hier bei uns in Österreich machen. "Die Wahrheit wird euch freimachen" (Joh 8,32). Wir dürfen auch hoffen, dass das in dieser schmerzlichen Situation in Rom geschehen wird. So traurig die Dinge bei uns oder auch im Vatikan oder wo immer in der Kirche sind, sie sind eine Chance für die Gnade des Herrn, für die Gnade der Umkehr, der Reinigung, deren wir alle ausnahmslos als Glieder der Kirche bedürfen.

IV.

Ich komme noch einmal zur Anfangsfrage zurück und damit zum Schluss: "Was wird unser Lohn sein?" - Das will Petrus wissen. Die Antwort Jesu umfasst beides: Gegenwart und Zukunft. Sie zeigt, dass hier ganz und gar nicht nur auf das Jenseits vertröstet wird. Ich zitiere die Stelle, die ich am Anfang aus Matthäus zitiert habe und jetzt aus Markus, etwas andere Fassung: "Jeder, der um meinetwillen und um des Evangeliums willen Haus oder Brüder, Schwestern, Mutter, Vater, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird das Hundertfache dafür empfangen: Jetzt in dieser Zeit wird er Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten, wenn auch unter Verfolgungen, und in der kommenden Welt das ewige Leben." (Mk 10,29-30). Der Lohn der Nachfolge ist jetzt schon hundertfach, freilich, nicht ohne Verfolgung. Hundertfach Brüder, Schwester, Mütter, Kinder usw. sogar Äcker und Häuser. Ich meine das jetzt nicht ironisch, wenn ich an die vielen Gebäude denke, die in der Erzdiözese Wien zu erhalten sind, sondern wirklich. In wie vielen Häusern sind wir zu Hause, weil wir Brüder und Schwestern in der ganzen Welt haben im Glauben. Gerade in einer Zeit, in der die Schwächen, Fehler und Sünden, die in der Kirche nie gefehlt haben, besonders ans Licht kommen und beleuchtet werden, ist es wichtig, nicht nur darauf fixiert zu sein. Im Vatikan gibt es auf allen Etagen ganz großartige Menschen, die in Stille und Geduld den Ortskirchen dienen, wirkliche Vorbilder. Es gibt auch Mittelmäßigkeit, die uns alle bedroht und die es bei uns genauso gibt, auch wirklich schlimme Dinge, wie es sie immer wieder gibt, wo sündige Menschen am Werk sind. So ist es mit der Kirche insgesamt. Licht und Schatten, Sünde und Heiligkeit. Aber immer hat das Licht überwogen. Immer hat es ein echtes Gegengewicht der Heiligkeit gegeben. Ich weiß aus persönlichen vielen Begegnungen, es gibt wirkliche Heilige in der Römischen Kurie. Sehr viele Menschen, die sich redlich bemühen, die unter den jetzigen Dingen auch schmerzlich leiden. Immer war das Leben der Kirche stärker, als die Zerstörungen. "Schau nicht auf unsere Sünden, sondern auf den Glauben deiner Kirche", bitten wir in jeder Eucharistie den Herrn. Schauen auch wir auf den Glauben seiner Kirche, auf die Menschen, in denen der Glauben leuchtet, dann werden wir auch nicht skandalisiert sein über die Wunden und die Sünden in der Kirche. So traurig und schmerzlich diese sind.

V.

Ich schließe diese Reihe von Katechesen über die Lebensschule Jesu mit zwei scheinbar ganz widersprüchlichen Worten und Taten Jesu. Diese beiden Hinweise sollen uns helfen unser eigenes Bemühen um die Jüngerschaft mit Wehmut zu betrachten und gleichzeitig zu sehen, dass nur der Herr uns wirklich zu Jüngern machen kann.

1. Das erste Wort zeigt uns wie schwer, ja menschlich unmöglich es ist, selber das Ziel der Jüngerschaft voll zu erreichen. Einer fragt Jesus: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden? Er sagte zu ihnen: Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen, denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen. Wer erreicht das Ziel? Sagt Jesus dieses Wort von der engen Pforte nur "den anderen", "denen da draußen"? Oder sagt er es zu uns? Ist es nur für die anderen so schwer, durch die enge Pforte zu kommen, ins Leben einzugehen, oder ist es auch und vielleicht erst recht für die Jünger schwer? Wer glaubt, das gelte nur den anderen, der höre auf ein anderes Wort Jesu. Als Jesus den reichen Jüngling traurig weggehen sah, nicht bereit, wegen seines Reichtums Jesus nachzufolgen, da sagt Jesus das ernste Wort vom Kamel und vom Nadelöhr: "Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt". Darauf großes Erschrecken bei den Jüngern. "Wer kann dann noch gerettet werden?" Wenn Jüngerschaft so schwer ist, wer kann dann das Ziel je erreichen? Das Heil, den Himmel? Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: "Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich" (Mt 19,23-24).

Menschenunmöglich - wir sind gerufen auf den Weg zu einem Ziel, über den uns gesagt wird: wir schaffen es unmöglich aus eigener Kraft. Jüngerschaft ist nicht aus eigener Kraft möglich. Das heißt doch: Jüngerschaft ist nur mit Ihm möglich und nur durch Ihn, und nicht als mein Lebensprogramm mit meinen Tugenden, mit dem Tugendkatalog, den ich mir vornehme. Erst recht nicht mit christlichen Werten, von denen heute immer die Rede ist. Nur aus einem "Mit-Christus-Leben", einem "In-Christus-Sein" können wir Jünger sein. Nur Er kann uns zu seinen Jüngern machen. Alles, was wir beitragen können, all unser Bemühen, durch die enge Pforte der Nachfolge zu kommen, ist bereits Seine Gnade, die uns zieht.

2. Um das nochmals deutlicher zu machen, sei zum Schluss der erste Jünger genannt, der das Ziel erreicht hat, dem der Herr den Lohn der Nachfolge, das ewige Leben geschenkt hat: "Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns! Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst. Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein" (Lk 23,39-43).

"Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst" - "Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein". Der "rechte Schächer", ein Verbrecher, der in den letzten Augenblicken seines Lebens ein Jünger Jesu wurde, ist der erste, der den Lohn erhalten hat, nach dem Petrus gefragt und den Jesus versprochen hat: "Das ewige Leben". Ein seltsamer "Patron" für die Jüngerschule Jesu, aber ganz nach dem Herzen dessen, der gesagt hat: Im Himmelreich werde "mehr Freude sein über einen Sünder, der umkehrt, als über 99 Gerechte, die der Umkehr nicht bedürfen" (Lk 15,7). So bitten wir diesen guten Patron, den heiligen Dismas, dass auch wir das Ziel der Jüngerschaft erreichen.

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