Dienstag 25. August 2026
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Wir gedenken dankbar an...

unsere Verstorbenen Diakone der Erzdiözese Wien.

 

In diesem Licht lass sie schauen, was sie im Glauben bezeugt haben.

 

Evangelium von heute Mt 23, 23-26 Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen
Aktuelles & Rückblick

Diakon Karl Wodak verstorben

Geboren wurde Karl am 10. September 1930 in Gainfarn, NÖ.

Seine Mutter arbeitete in der Weberei in Bad Vöslau. Der Vater war lange Zeit arbeitslos. Die Ehe der Eltern wurde 1936 geschieden.

 

Der Vater heiratete ein Witwe und die Buben (Karl hatte einen Bruder und eine Schwester) zogen mit dem Vater mit. So kam er nach Kaiser Ebersdorf, wo er die Volks- und am Enkplatz die Hauptschule besuchte.

Sein Vater war Illegales NSDAP-Mitglied und Karls Erziehung daher entsprechend, aber auch bei seiner Stiefmutter dürfte er wenig Liebe erfahren haben. Er musste in seiner Kindheit das Kinderheim in Lanzendorf kennen lernen. Natürlich war er Mit-glied der HJ in deren Rahmen er ½ Jahr in der Batschka bei Bauern verbrachte.

Er wollte zur SS, wurde dort aber nicht genommen, da er zu klein war. So kam er dann mit 14 Jahren zum Volkssturm, wo er als Meldeläufer zwischen dem Donau-kanal bei der Ostbahnbrücke und der Innenstadt eingesetzt wurde. Mit seiner Einheit zog er weiter Richtung Westen, von Langenzersdorf sah er den Brand des Stephans-doms; in Hardegg wurde schließlich der Volkssturm aufgelöst und dem Militär ein-gegliedert. Von Meldefahrern mitgenommen kam er nach Wallern in Oberösterreich wo er von den Amerikanern entwaffnet und der Roten Armee übergeben wurde. Aus einem Sammellager in Tschechien konnte er sich letztendlich absentieren und nach Wien zurückkehren.

Seine, nach dem Krieg begonnene Installateurlehre konnte er 1949 mit der Gesellen-prüfung abschließen. Er arbeitete bei der Generali Versicherung als Heizer, holte aber daneben die Handelsschule nach, die er mit der B-Matura abschloss und war dann 39 Jahre als Kanzleikraft bei Generali angestellt.

Durch einen rührigen Kaplan kam er zur KJ Altsimmering; bei einem Pfarrausflug nach Obertauern lernte er 1948 Maria kennen und lieben. Von ihrer Familie wurde er liebevoll aufgenommen, in Mariazell erfolgte die kirchliche Verlobung und bald die Hochzeit. Vollkommen wurde die Familie mit 3 Töchtern.

Nach Marias Tod im Jahr 1999 erfüllte er ihr deren Wunsch und heiratete, nachdem die Erlaubnis aus Rom erteilt worden war, deren Freundin Eveline Kern. Mit ihr zu-sammen lebte er nun im Seniorenheim der Stadt Schwechat in Altkettenhof, wo sie 2014 starb. Karl war nun endgültig Witwer.

Sein Leben lang war Karl sportlich, lange fuhr er gerne mit seinem Motorrad, war beim LAC als Mittel- und Langstreckenläufer aktiv. Zwei mal Staatsmeister im Marathonlauf, an zahlreichen Marathonläufen im In- und Ausland hatte er teilge-nommen.

Im Herbst seines Lebens ereilte ihn die Berufung zum Diakon, seine Weihe war am 19. Oktober 1991. Bis zuletzt war er das Herz der Pfarre Kledering.

Nun ist er zu seinem und unseren Vater zurück gekehrt und wir sagen ihm Danke für sein Leben, sein Engagement und auf Wiedersehen bei Gott in der Herrlichkeit des Himmels.

 

Er war Mitglied unseres Diakonenkreises St. Bernhard. Im Jahr 2017 habe ich bei unseren Treffen jeweils eines unserer Mitglieder gebeten, über seinen Lebenslauf zu berichten. So kann ich heute über das sicher nicht leichte Leben von Karl schreiben.

Wolfgang Reinisch, Diakon

 

Schwerter zu Pflugscharen

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