Freitag 29. Mai 2026
Wort des Pfarrers

Wort des Pfarrers

Sommer 2026


Liebe Einwohnerinnen und Einwohner im Pfarrverband!
Liebe Schwestern und Brüder in Christus!


Der Auferstandene bleibt seiner Kirche treu. Das Fest von Pfingsten und Fronleichnam lassen uns die Gegenwart Jesu Christi in seiner Kirche und im Sakrament der Eucharistie feiern.

Zu Pfingsten feiern wir die Sendung des Heiligen Geistes. Die verängstigten Jünger werden zu mutigen Zeugen, die Kirche wird geboren. Diese Kirche ist kein bloß menschliches Gebilde. Sie lebt aus der bleibenden Gegenwart Christi selbst. Das Wort Jesu: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20) erfüllt sich nicht nur geistig oder symbolisch, sondern konkret und sakramental.

In der Eucharistie schenkt sich Jesus Christus in einzigartiger Weise. In den Gestalten von Brot und Wein ist er wahrhaft gegenwärtig. Er schenkt uns seine Anwesenheit im Leib und Blut, mit Seele und Gottheit. Diese reale Gegenwart ist eine lebendige Wirklichkeit, die uns nährt, stärkt und verwandelt. Wenn wir das Sakrament der Eucharistie empfangen, treten wir in eine tiefe Gemeinschaft mit Christus ein.

Pfingsten und Eucharistie gehören untrennbar zusammen. Der Heilige Geist wandelt die Gaben von Brot und Wein und will auch uns verwandeln. Er sammelt die Gläubigen zur Gemeinschaft der Gerufenen und macht sie zum Leib Christi. So ist die Kirche der Ort, an dem Christus selbst gegenwärtig ist. Er ist wirklich und lebendig da in seinem Wort, in den Sakramenten und in der Gemeinschaft der Gläubigen.

Das Hochfest von Fronleichnam führt uns dieses Geheimnis besonders vor Augen. In der feierlichen Prozession tragen wir im Allerheiligsten Jesus Christus durch unsere Straßen. Damit bekennen wir öffentlich, dass Christus mitten unter uns gegenwärtig ist. Es ist auch ein Bekenntnis, dass Jesus nicht nur in den Kirchenraum gehört, sondern wir die Aufgabe haben, ihn in die Welt hinein zu tragen. Unsere Dörfer, unser Alltag und unser Leben sollen von seiner Gegenwart durchdrungen sein.

Diese Gegenwart Jesu fordert uns heraus. Wer Christus im Sakrament der Eucharistie empfängt, ist gerufen, ihn auch im Nächsten zu erkennen und zu lieben. Die Verehrung des eucharistischen Herrn findet eine Ausformung auch in der tätigen Nächstenliebe. Kirche ist anziehend und glaubwürdig, wenn sie danach trachtet, als lebendiger Leib Christi zu leben und sich vom Heiligen Geist führen zu lassen.

Mögen uns die Feiern zu Pfingsten und Fronleichnam zur tieferen Erkenntnis führen, dass Christus wirklich mitten unter uns ist und mit uns durch das Leben geht. Möge seine Gegenwart in der Kirche und vor allem im Sakrament der Eucharistie unseren Glauben vertiefen, unsere Hoffnung stärken und unsere Liebe entfachen.

Ihr Pfarrer Wolfgang Brandner
 

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