Friday 24. May 2024
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Joh. 15, 5
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Mutter Teresa

Florian Kuntner-Preise 2024 würdigten Friedensarbeit und globale Partnerschaften

Die Wiener Diözesankommission für Weltkirche und Entwicklungszusammenarbeit vergab am Freitag sieben Preise im Gesamtwert von € 18.000.- an vorbildliche Initiativen in der Erzdiözese Wien.

Der Florian Kuntner-Preis für vorbildliches Engagement für weltkirchliche Partnerschaft und Entwicklungszusammenarbeit in der Erzdiözese Wien wird alle zwei Jahre von der Diözesankommission für Weltkirche und Entwicklungszusammenarbeit vergeben. Mit dem Preis sollen Initiativen gefördert werden, die dem Aufbau und der Vertiefung von Weltkirche als „Glaubens-, Lern- und Solidargemeinschaft“ dienen. Der Preis versteht sich auch als Impulsgeber für die Weiterentwicklung des weltkirchlichen und entwicklungsbezogenen Engagements in der Erzdiözese Wien und als Erinnerung an den Auftrag, dass die reichen Ortskirchen im Norden eine weltkirchliche Verantwortung im globalen Süden haben.

Verleihung Florian-Kuntner-Preis 12.04.2024
Verleihung Florian-Kuntner-Preis 12.04.2024
Verleihung Florian-Kuntner-Preis 12.04.2024
Verleihung Florian-Kuntner-Preis 12.04.2024

 

Heidegger: Lebens- und Entwicklungsmöglichkeiten statt tötende Waffen

Ein Fokus der diesjährigen Preisverleihung stand die globale Verantwortung der Kirche für den Frieden. Festredner Dr. Klaus Heidegger – Theologe und Friedensaktivist, Mitarbeiter der katholischen Friedensbewegung Pax Christi und Vorsitzender der Katholischen Aktion Tirol – machte deutlich, wie sehr Kriege, Klimakatastrophen und mangelhafte Entwicklungschancen für die Länder des globalen Südens einander wechselseitig beeinflussen, verstärken und bedingen. „In Österreich wird für 225 neue Pandur-Radpanzer im aktuellen Budget 2024 um 500 Millionen mehr ausgegeben als das staatliche Entwicklungsbudget beträgt, das nach wie vor weit vom 07 %-Ziel entfernt ist“ kritisierte Heidegger die marginale Bedeutung globaler Verantwortung in der österreichischen Politik. „Wir reagieren nicht genügend, während die Welt, die uns umgibt, zerbröckelt …“ zitierte er aus Papst Franziskus‘ Schreiben Laudate Deum.

Das alleinige Dogma von technologischer Machbarkeit und technokratischem Paradigma werde die aktuellen Krisen, die vielfach dadurch mitverantwortet werden, nicht lösen können unterstrich Heidegger die Aussagen des Papstes. Es brauche eine radikale Umkehr von der „Militärpolitik“ der Länder des Nordens, mit der profitabel Waffen in Ländern des globalen Südens exportiert werden, um letztlich den eigenen Zugang zu den Ressourcen zu sichern.

Verleihung Florian-Kuntner-Preis 12.04.2024

„Wenn wir Frieden und Gerechtigkeit wollen, dann braucht es dringend systemische Veränderungen – auch ein Ausstieg aus einer kapitalistischen Ökonomie. Dann braucht es – auch ganz im Sinne von Laudate Deum, die politischen und ökonomischen Mächte, die sich ihrer Verantwortung für ein Überleben des Planeten bewusst werden müssen“, so Heidegger. Ein „kultureller Wandel“ in Politik und im Leben jedes Einzelnen tue dringend Not. Wirklich dauerhafte Veränderungen bedürfen “einer Reifung im Lebensstil und der gesellschaftlichen Überzeugungen“ und „einen Wandel in den Menschen“ (Laudate Deum).

 

Leuchtturmprojekte des Partnerschafts-, Bildungs- und Friedensengagements in Wien und weltweit

Verleihung Florian-Kuntner-Preis 12.04.2024Der Florian Kuntner-Preis wurde heuer in drei Kategorien vergeben: In der Kategorie Weltkirchliche Partnerschaft fiel die Wahl der Fachjury auf die Partnerschaft der Pfarre Kirchau (Gemeinde Warth) mit dem nordperuanischen Piura, dem Sitz von CANAT (Centro de Apoyo a Niños/as y Adolescentes Trabajadores). CANAT ist eine von den peruanischen Jesuiten geförderte gemeinnützige Organisation, die sich für die Rechte und Bildungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen einsetzt, die aus den asentamientos humanos (Armenviertel am Stadtrand) und den ländlichen Gebieten der Region Piura kommen.

Verleihung Florian-Kuntner-Preis 12.04.2024

Ebenfalls mit einem Preis ausgezeichnet wurde die Christliche Gemeinschaft SCHALOM in Hinterbrühl, die über ihren Nothilfefonds und die Herausgabe eines Adventkalenders solidarische Brücken zur Insel Mindanao baut, eine der ärmsten Regionen der Philippinen. Die lokalen Partner rund um Father Gilbert S. Billena unterstützen Familien, die wegen des Klimawandels und Repressalien ums Überleben kämpfen, u.a. durch innovative landwirtschaftliche Projekte.

 

Verleihung Florian-Kuntner-Preis 12.04.2024In der Kategorie Bildungsarbeit für Eine Welt würdigte die Jury das Projekt „Make:Peace! Friedenserziehung und Globales Lernen“ am Bildungscampus Flora Fries in Wien, wo die ganze Schulgemeinschaft ein respektvolles Miteinander einübt und Räume des Friedens – auch mit interreligiösen und internationalen Dimensionen - schafft. „Unserem Projekt liegt die tiefe Hoffnung und Überzeugung zu Grunde, dass dadurch ein Stück Gottesherrschaft wachsen kann – mit täglich neu eingeübter Wertschätzung und Wahrhaftigkeit, mit Gewaltverzicht und Versöhnungsbereitschaft“, so die Projektleiterin Mag.a Birgit Henökl.

Verleihung Florian-Kuntner-Preis 12.04.2024

Schüler:innen mit gutem wirtschaftlichen Background einer katholischen Ordensschule in Wien mit benachteiligten Schüler:innen der südindischen Chirumalar School per Videokonferenz zur gemeinsamen Durchführung biotechnologischer Experimente zusammenzubringen, war das Ziel des ebenfalls mit einem Preis gewürdigten Projekts am Kollegium Kalksburg.

Verleihung Florian-Kuntner-Preis 12.04.2024
„Vor dem Hintergrund der an vielen Orten der Welt kriegerisch ausgetragenen Konflikte und dem damit verbundenen unsäglichen Leid haben wir diesmal als dritte Preiskategorie bewusst das Thema gewaltfreie Friedensarbeit gewählt“, so der Vorsitzende der Diözesankommission Christian Zettl. Das Projekt „Internationale Friedenspräsenz zum Schutz lokaler Land-, Umwelt- und Friedensinitiativen im Nordwesten von Antioquia“, welches der Internationale Versöhnungsbund gemeinsam mit einer über HORIZONT3000 entsandten Friedensfachkraft inmitten einer wegen ihres Ressourcenreichtums seit sechs Jahrzehnten heiß umkämpften Region im Nordwesten Kolumbiens durchführt, überzeugte dabei die Jury. Trotz schwerster Menschenrechtsverletzungen durch bewaffnete Gruppen setzen sich die Menschen in den „Friedens-Gemeinden“ mit internationaler Begleitung gewaltfrei gegen Krieg und Vertreibung, für ein Leben in Würde und für den Schutz der Umwelt ein.

Verleihung Florian-Kuntner-Preis 12.04.2024

Mit „Pieces for Peace“ wurde schließlich ein internationales Friedenskunstprojekt prämiert, bei dem bislang in über 100 Ländern schon 10.000 Kunstwerke von Jugendlichen entstanden sind und das die Salesianische Jugendbewegung nun nach Wien gebracht hat. In Schulworkshops bietet das Projekt Kindern und Jugendlichen - unter ihnen auch Flüchtlingen aus Kriegsgebieten - die Gelegenheit, ihre Friedenssehnsucht künstlerisch auszudrücken.

Verleihung Florian-Kuntner-Preis 12.04.2024

Mit einem Sonderpreis würdigte die Jury das Lebenswerk von Hubert Haschka und dem Arbeitskreis Weltkirche, dessen weltkirchlich-partnerschaftliches Wirken sich – ausgehend von Florian Kuntner - über 4 Jahrzehnte im Vikariat Süd der Erzdiözese Wien entfaltete u.a. in solidarischer Selbstbesteuerung, Solidaritätsreisen, Ausstellungen und einem jährlichen künstlerisch gestalteten Fastenkalender.

 

Kuntner „Anwalt für Frieden und Gerechtigkeit“
Anschließend an die Preisverleihung gedachte man mit Werner Freistetter, Referatsbischof für Weltkirche in der Österreichischen Bischofskonferenz, Weihbischof Franz Scharl und Pastoralamtsleiter Markus Beranek in der Krypta des Stephansdoms des verstorbenen unvergessenen Anwalts für Frieden und weltweite Gerechtigkeit Florian Kuntner– in unmittelbarer Nähe zur Domherrengruft, wo dieser vor nunmehr 30 Jahren bestattet worden war.

Die Kollekte galt der Partnerdiözese der Erzdiözese Wien San Jacinto in Ecuador und ihrem Einsatz für die Opfer der heftigen Überschwemmungen infolge des Klimawandels und der extremen Gewalt in Zusammenhang mit dem internationalen Drogenhandel.

Dazu wurde auch ein Spendenkonto eingerichtet:
AT30 1919 0000 0010 0453 lautend auf Erzdiözese Wien, Verwendungszweck 4130001566.

 

CZ/DKWE

 

Links:

Florian Kuntner-Preis

Diözesankommission für Weltkirche und Entwicklungszusammenarbeit

Klaus Heidegger: Eine Festrede gegen Krieg und Zerstörung, für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung

Laudate Deum

Pastoralamt der ED. Wien Weltkirche und Entwicklungszusammenarbeit
Stephansplatz 6/6/633
1010 Wien

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