Tagesevangelium
17.
September
+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
In jener Zeit
36 ging Jesus in das Haus eines Pharisäers, der ihn zum Essen eingeladen hatte, und legte sich zu Tisch.
37 Als nun eine Sünderin, die in der Stadt lebte, erfuhr, dass er im Haus des Pharisäers bei Tisch war, kam sie mit einem Alabastergefäß voll wohlriechendem Öl
38 und trat von hinten an ihn heran. Dabei weinte sie, und ihre Tränen fielen auf seine Füße. Sie trocknete seine Füße mit ihrem Haar, küsste sie und salbte sie mit dem Öl.
39 Als der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, dachte er: Wenn er wirklich ein Prophet wäre, müsste er wissen, was das für eine Frau ist, von der er sich berühren lässt; er wüsste, dass sie eine Sünderin ist.
40 Da wandte sich Jesus an ihn und sagte: Simon, ich möchte dir etwas sagen. Er erwiderte: Sprich, Meister!
41 Jesus sagte: Ein Geldverleiher hatte zwei Schuldner; der eine war ihm fünfhundert Denare schuldig, der andere fünfzig.
42 Als sie ihre Schulden nicht bezahlen konnten, erließ er sie beiden. Wer von ihnen wird ihn nun mehr lieben?
43 Simon antwortete: Ich nehme an, der, dem er mehr erlassen hat. Jesus sagte zu ihm: Du hast Recht.
44 Dann wandte er sich der Frau zu und sagte zu Simon: Siehst du diese Frau? Als ich in dein Haus kam, hast du mir kein Wasser zum Waschen der Füße gegeben; sie aber hat ihre Tränen über meinen Füßen vergossen und sie mit ihrem Haar abgetrocknet.
45 Du hast mir zur Begrüßung keinen Kuss gegeben; sie aber hat mir, seit ich hier bin, unaufhörlich die Füße geküsst.
46 Du hast mir nicht das Haar mit Öl gesalbt; sie aber hat mir mit ihrem wohlriechenden Öl die Füße gesalbt.
47 Deshalb sage ich dir: Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie mir so viel Liebe gezeigt hat. Wem aber nur wenig vergeben wird, der zeigt auch nur wenig Liebe.
48 Dann sagte er zu ihr: Deine Sünden sind dir vergeben.
49 Da dachten die anderen Gäste: Wer ist das, dass er sogar Sünden vergibt?
50 Er aber sagte zu der Frau: Dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden!
In jener Zeit
36 ging Jesus in das Haus eines Pharisäers, der ihn zum Essen eingeladen hatte, und legte sich zu Tisch.
37 Als nun eine Sünderin, die in der Stadt lebte, erfuhr, dass er im Haus des Pharisäers bei Tisch war, kam sie mit einem Alabastergefäß voll wohlriechendem Öl
38 und trat von hinten an ihn heran. Dabei weinte sie, und ihre Tränen fielen auf seine Füße. Sie trocknete seine Füße mit ihrem Haar, küsste sie und salbte sie mit dem Öl.
39 Als der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, dachte er: Wenn er wirklich ein Prophet wäre, müsste er wissen, was das für eine Frau ist, von der er sich berühren lässt; er wüsste, dass sie eine Sünderin ist.
40 Da wandte sich Jesus an ihn und sagte: Simon, ich möchte dir etwas sagen. Er erwiderte: Sprich, Meister!
41 Jesus sagte: Ein Geldverleiher hatte zwei Schuldner; der eine war ihm fünfhundert Denare schuldig, der andere fünfzig.
42 Als sie ihre Schulden nicht bezahlen konnten, erließ er sie beiden. Wer von ihnen wird ihn nun mehr lieben?
43 Simon antwortete: Ich nehme an, der, dem er mehr erlassen hat. Jesus sagte zu ihm: Du hast Recht.
44 Dann wandte er sich der Frau zu und sagte zu Simon: Siehst du diese Frau? Als ich in dein Haus kam, hast du mir kein Wasser zum Waschen der Füße gegeben; sie aber hat ihre Tränen über meinen Füßen vergossen und sie mit ihrem Haar abgetrocknet.
45 Du hast mir zur Begrüßung keinen Kuss gegeben; sie aber hat mir, seit ich hier bin, unaufhörlich die Füße geküsst.
46 Du hast mir nicht das Haar mit Öl gesalbt; sie aber hat mir mit ihrem wohlriechenden Öl die Füße gesalbt.
47 Deshalb sage ich dir: Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie mir so viel Liebe gezeigt hat. Wem aber nur wenig vergeben wird, der zeigt auch nur wenig Liebe.
48 Dann sagte er zu ihr: Deine Sünden sind dir vergeben.
49 Da dachten die anderen Gäste: Wer ist das, dass er sogar Sünden vergibt?
50 Er aber sagte zu der Frau: Dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden!
Lk 7, 36-50

Und so verschlug es den Missionar im Jahr 2005 erneut nach Ecuador, diesmal nach Guayaquil. Auch die dortige Kirche hat er erneuert: „Die größten Probleme waren Wasserschäden durch einen Spalt zwischen Mauern und Dach und Tauben, die ständig herein geflogen kamen und Mist machten.“ Der Spalt wurde gestopft und das Gotteshaus komplett neu hergerichtet. Fertig war das Pfarrzentrum aber noch lange nicht. „Wir müssen die Kirche dringend erweitern, weil sie zu klein wird. Und die Pfarrräume reichen auch nicht für unsere 258 Erstkommunikanten und 109 Firmlinge“, so Ruf damals. Ein Mehrzwecksaal wurde geplant, der neben der Pfarre auch der örtlichen Schule als Heimstätte dienen soll. Dafür benötigte der Pfarrer dringend Geld. Ebenso wie für eine neue Einrichtung im bisherigen Pfarrsaal – „die wurde uns nämlich vor einiger Zeit mitten in der Nacht gestohlen“, berichtete Padre Bernardo, wie ihn die Mitglieder seiner Pfarrgemeinde liebevoll nannten.
Mit der Sprache hat er mittlerweile keine Probleme mehr: Spanisch spricht er längst fließend. „Ich habe etwa ein halbes Jahr gebraucht, bis ich mich verständlich machen konnte, und jetzt ist es überhaupt kein Problem mehr, auf Spanisch zu diskutieren. Man muss halt mit den Leuten reden, reden, reden.“ Und wie ist es mit dem Heimweh? Sehnt er sich nicht im Elend von Guayaquil zurück in die behagliche Heimat? „Natürlich komme ich immer wieder gerne nach Österreich. Und ich habe auch via Telefon und Internet intensive Kontakte hierher“, meinte der Missionar dazu. Doch seine zweite Heimat war längst Ecuador. Und er überlegte sogar, nach seiner Pensionierung als Weltpriester, seinen Lebensabend dort zu verbringen. Dort, bei seinen Schützlingen, denen er jeden Tag aufs Neue half, ihre von Armut geprägte Situation zu verbessern.