Manchmal fragen Kinder: „Was passiert eigentlich, wenn ein Mensch stirbt? Warum wird er begraben?"
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer es ist, das gut und kindgerecht zu erklären. Bei Mechthild Schroeter-Rupieper, eine der Begründerinnen der Familientrauerarbeit in Deutschland, fand ich folgenden - hier übertragenen Impuls, der auch mir selbst als Papa eines damals vierjährigen sehr geholfen hat, um ihm das Begräbnis seines geliebten Opas zu erklären...
Nehmen Sie einen durchsichtigen Handschuh:
„Schau, dieser Handschuh ist wie unser Körper. Als du geboren wurdest, bist du in deinen Körper hineingeschlüpft – so wie meine Hand jetzt in diesem Handschuh steckt."
Bewegen Sie nun Ihre Finger.
„Am Anfang bist du ganz klein. Dann lernst du krabbeln, laufen und sprechen. Du wächst, gehst in den Kindergarten, in die Schule und wirst immer größer. Später wirst du erwachsen und irgendwann alt."
Dann ziehen Sie den Handschuh langsam aus.
„Und irgendwann stirbt ein Mensch. Wir Christen glauben, dass der Mensch dann zu Gott in den Himmel kommt. So wie meine Hand jetzt den Handschuh verlässt, verlässt auch die Seele den Körper."
Zeigen Sie die Hand und den leeren Handschuh.
„Meine Hand ist noch da. Sie ist nur nicht mehr im Handschuh. Genauso glauben wir, dass der Mensch weiterhin bei Gott lebt, auch wenn wir seinen Körper nicht mehr sehen."
Legen Sie den Handschuh behutsam auf den Tisch.
„Der Körper hat uns ein ganzes Leben lang begleitet. Deshalb behandeln wir ihn mit Respekt und Liebe. Beim Begräbnis legen wir den Körper ins Grab. So wie der Handschuh hier zurückbleibt, bleibt auch der Körper auf der Erde."
Dann zeigen Sie nochmals die freie Hand.
„Der Körper bleibt auf der Erde, aber der Mensch ist bei Gott. Darum verabschieden wir uns beim Begräbnis mit Liebe, Dankbarkeit und Hoffnung."
Diese einfache Erklärung hilft vielen Kindern, den Unterschied zwischen Körper und Seele besser zu verstehen und das Begräbnis als einen liebevollen Abschied einzuordnen.
So durfte ich es beim Begräbnis meines Vaters auch bei meinem Sohn erleben. Er hatte stets ein Vertrauen in seinen Augen und sah beim Trauerzug zum Grab staunend in den Himmel. "Schau Papa, jetzt lässt der Opa sogar die Sonne so schön für uns scheinen."