Saturday 16. November 2019

Temporäre Kunstprojekte

Moderne Kunst und historische Räume? Ob sich das wohl verträgt? Hier können Sie sich eigens ein Bild davon machen.

„Die Zukunft, die wir wollen, muss erfunden werden, sonst bekommen wir eine, die wir nicht wollen.“ 

- Joseph Beuys.

 

 

Wir werden Ihnen hier in regelmäßigen Abständen ausgewählte Beispiele einer inspirierenden Koexistenz von Kirchenraum und temporären Kunstprojekten vorstellen, die in Zusammenarbeit mit uns realisiert worden sind und noch besichtigt oder hier noch einmal nachgelesen werden können.

Wir haben in der Vergangenheit mit Künstlern wie Jochen Höller und Connor Tingley & Peter Savic zusammengearbeitet.

 

 

Aktuelles

Derzeit gibt es keine aktuellen Kunstprojekte.

 

 

Vergangenes

März/April 2019

Connor Tingley & Peter Savic: Fastentuch "Sursum Carnes!" in der Michaelerkirche Wien

 

Groß, rot und den Betrachter in sich aufnehmend verhüllt das Fastentuch von Connor Tingley und Peter Savic den Hochaltar der Michaelerkirche vor den Augen der Besucher. Hinter dem Fastentuch verbirgt sich der spätbarocke Engelssturz von Karl Georg Merville aus poliertem Stuckmarmor. Weiß und kühl wird ein dramatisches Ereignis - die Vertreibung der gefallenen Engel aus dem Reich Gottes - erzählt. Mervilles Figuren sind durch Körperlichkeit, aber auch ästhetisierte Gewalt charakterisiert. Die Installation von Tingley und Savic ist völlig konträr: stofflich, farbintensiv und beinahe abstrakt. Sie gleicht einer Hinwendung in das Innere von Mervilles Figuren, wird zum Blickwechsel von außen nach innen. Durch die blutrote Farbe, die feinen, weißen Äderungen und durch das Wechselspiel zwischen amorpher Masse und scheinbar realistischer Darstellung werden Assoziationen von Fleischlichkeit geweckt. Damit beschreiten Tingley und Savic eine Prozessumkehrung der Arbeitsweise von Merville. Jener glättete und ästhetisierte Gewalt oder Härte einer Entscheidung. Tingley und Savic hingegen kehren die Ästhetik des intensiven Rots des Blutes hervor und lassen dadurch die Fleischlichkeit spürbar werden. Bei längerer Betrachtung entsteht so ein Vexierbild zwischen roher, fast brutaler Vordergründigkeit und jener ganz feinen Ästhetik, die den Betrachter zu berühren sucht. Es ist eine Einladung zur Stille und in die Reflexion über das Spannungsfeld von Leid und dessen Annahme, letztlich auch von Vergänglichkeit und Ewigkeit.

 

November 2017

Jochen Höller: Skulptur „Stairway to Heaven“ in der Michaelerkirche Wien.

 

Die von Jochen Höller gefertigte Bücherskulptur „Stairway to Heaven“, welche von November 2017 bis Februar 2018 im Altarbereich der Michaelerkirche in Wien installiert war, besteht aus 131 übereinander gestapelten Bibeln. Diese winden sich treppenartig über eine Distanz von ca. 5 Metern spiralförmig in den Kirchenraum. Nicht zuletzt durch die optische Nähe zum Engelssturz der Michaelerkirche thematisiert Höllers Skulptur einerseits metaphernreich das Wort Gottes und das Potenzial des Mediums Buch sowie andererseits das dialogische Verhältnis von zeitgenössischer Kunst und Glaube. Das Werk wurde in Zusammenarbeit mit der Pfarre St. Michael und dem Referat für Kunst und Denkmalpflege der Erzdiözese Wien realisiert und ergänzte das Programm der 26. Jahrestagung des Arbeitskreises für die Inventarisation und Pflege des kirchlichen Kunstgutes, die von 15. – 17. November 2017 in Wien stattfand und sich der Thematik moderner Kunst in historischen Kirchenräumen widmete.

 

Ansprechpartnerin

Mag. Elena HOLZHAUSEN

Diözesankonservatorin

Tel.: +43 (1) 515 52-3439

 

Diözesankonservatorin

 

Mag. Elena HOLZHAUSEN

 

Tel.: +43 (1) 515 52-3439

 

 

Referat Kunst und Denkmalpflege
Referat Kunst und Denkmalpflege
Wollzeile 2/2/209
1010 Wien

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