Termine statt.
Termine statt.
Das Projekt erwies sich in der Umsetzung zunächst schwieriger als gedacht, da es nicht gelang, Spieler:innen mit migrantischen Background zu finden. Daher starteten die beiden Probenwochenenden erst im Jänner/Februar 2026 und es gab zwei Aufführungen in den Pfarren Altsimmering (28.2.26) und Machstraße (1.3.26). 7 ehrenamtliche Schauspieler:innen und zwei Theaterpädagog:innen ermöglichten zwei interaktive Theaterabende, bei denen das Publikum zum Akteur und Themegeber wurde. Dabei wurden fremdenfeindliche Äußerungen beim Familienfest (Pfarre Altsimmering) und rassistische Übergriffe in der U-Bahn (Pfarre Machstraße) bearbeitet. Weitere Theaterabende in Pfarren sind nach der Sommerpause geplant.
Die Zusammenarbeit der drei Partner: Theater der Unterdrückten Wien (TdU), SOS Balkanroute und Pfarrnetzwerk Asyl.
Pfarren als Aufführungsorte.
Raum für Gespräche nach den Aufführungen.
Begenungen von Menschen in den Pfarren mit den Schauspielre:innen, die zum großen Teil aus einem kirchen- und glaubensfernen Milieu stammen.
Es war schwer Menschen mit Fluchterfahrung aktiv in das Porjekt einzubeziehen. Einzele waren dann bei den Aufführungen dabei. Unsicherheiten seiten der Schauspieler:innen: Was können wir in einem Kirchenraum/Pfarrsaal machen? Ist der Titel „Jesus im Stacheldraht“ für das Stück zu provokant oder gar blasphemisch? An diesen Fragen drehten sich viele interessanten Gespräche und gegegnseitige Annäherungen. Es war nicht so einfach in den Pfarren im Vorfeld zu erklären, was ein interaktiver Theaterabend bedeutet, was unter Theater der Unterdrückten zu verstehen ist.
Für Menschen mit Fluchterfahrung ist es nicht so einfach sich auf einen derartigen Theaterprozess einzulassen. Da barucht es Adaptionen. Theater der Unterdrückten ermöglicht es sich dem Thema Flucht und Migration ganzheitlich zu nähern und eröffnet dadurch mehr an „Tiefe“ als z.B. eine Podiumsdiskussion. Nach den Theaterabenden braucht es Zeit ins Gespräch zu kommen, über die Erfahrungen und Fragen, die im Stück aufkamen aber auch für Fragen der eigenen Kirchengeschichte und Kirchenwahrnehmung. So kam es zu Gesprächen über Mißbrauchsprävention, Musik in der Kirche oder auch einfach zu einem kurzen Austuasch darüber, warum sich jemand kirchlich engagiert. Formate wie dieses brauchen viel an vorheriger Werbung und Hinführung. Bei den Proben waren biblische Themen Endzeitrede, Nächstenlieb, Seligpreisungen Material mit dem gearbeitet wurde und es war gut, dass die beiden Theaterpädagog:innen und ich als Begleiterin kirchlich sozialisert sind/waren.
Wir werden weitere Theaterabende „Jesu im Stacheldraht“ in den Pfarren machen. Das TdU überlegt ein anders Format, dass es Menschen mit Fluchterfahrungen leichter macht sich einzubringen. Wir überlegen weitere Kooperationen auch zu anderen Themen, die so bearbeitet werden können. Wenn drei so unterschiedliche Projektpartner einladen, ermöglicht das auch ein divers zusammengesetzes Publikum, wie wir es in unseren Pfarren selten finden.
Mut sich auf neue Formen des Miteinanders einzulassen und so über den eigenen Tellerand zu wirken. Offenheit für „Work in progress“ und das Wissen, dass schon der Weg zum Theaterabend viel in Bewegung bringt.
Theaterprojekt bringt Thema "Flucht und Grenzen" in Wiener Pfarren
Jesus im Stacheldraht – Ein Theaterprojekt mit dem TdU und SOS Balkanroute – Pfarrnetzwerk Asyl
Jesus im Stacheldraht - Ein Theaterprojekt - Leopoldstadt
Pfarre Altsimmering: Wenn Theater berührt und Dialog verbindet -