Termine statt.
Termine statt.
Die Kombination aus dem Bau einer solarbetriebenen Orgel und der kreativen Auseinandersetzung mit erneuerbaren Energien hat das Thema Nachhaltigkeit greifbar in den Kirchenraum transportiert. Die Einteilung der Musikstücke in die Phasen In Auroram (Morgen), Ad Horam Sextam (Mittag) und Ad Vesperas (Abend) funktionierte hervorragend als klangliches Spiegelbild der Natur Jugendliche agierten nicht nur als passive Zuhörer, sondern als aktive Gestalter. Sie erforschten die Orgelklänge eigenständig durch Improvisationen und Performances. Bei jeder Führung konnten wir weitere MitarbeiterInnen und Begeisterte gewinnen. Die 100% ehrenamtliche Kooperation zwischen dem Orgelbauförderverein, Jugendlichen, einer Berufsschule, dem Konservatorium für Kirchenmusik und dem Bereich für Kirchenmusik im PA der EDW stellte das nötige interdisziplinäre Know-how fehlerfrei bereit. Die Kooperation war vorbildlich. Die Begleitung des Projekts durch Videos, Fotos und Berichte (Wetterstufen, Klanggestaltung) hat die Sichtbarkeit des Projekts über die Pfarre hinaus massiv gesteigert.
Da die Orgel ausschließlich mit Solarenergie betrieben wird, beeinflussten wechselndes Wetter und wolkenreiche Tage, Kälte und Hitze die Dynamik und Verfügbarkeit des Instruments massiv. Dies erforderte ein hohes Maß an Flexibilität und Spontaneität bei Proben und bei der Herstellung.
Die Schnittstelle zwischen Solaranlage, Elektrotechnik und traditionellem Orgelbau stellte die beteiligten Jugendlichen und Ehrenamtlichen anfangs vor große Herausforderungen. Ohne kontinuierliche fachliche Begleitung wäre dies kaum zu bewältigen gewesen. Durch die Erkrankung des Projektleiters wurde die Fertigstellung leider nicht zum geplanten Termin möglich und musste verschoben werden. Um die Verzögerung so klein wie möglich zu halten, übernahm eine zusätzliche Person die Projektkoordinierung.
Wir haben gelernt, die Natur (die Sonne) nicht als starre Stromquelle, sondern als variable, "lebendige" Komponente im Musikprozess zu begreifen, welche den Klang der Sonnenorgel unvorhersehbar prägt. Jugendliche identifizieren sich dann intensiv mit dem spirituellen Raum Kirche, wenn sie ihn durch moderne, eigene Projekte (wie Lichtinstallationen oder eigene literarische/musikalische Werke) aktiv umgestalten dürfen. Durch das Zusammenführen von Handwerk (Lehrberuf Orgelbau), Elektrotechnik und Musikpädagogik bauten die Jugendlichen wertvolle, fachübergreifende Kompetenzen auf.
Die Sonnenorgel soll als dauerhafte Kunstinstallation in der Pfarrkirche Meidling etabliert werden. Regelmäßige Tagzeitenliturgien („Von wo kommt mir Hilfe?“) und Konzerte in in Zukunft fest im Jahreskreis verankert werden. Die erfolgreiche Zusammenarbeit soll auf weitere Schulen, Ausbildungsstätten und die bezirkseigene Instrumentenschule ausgeweitet werden, um das Interesse am Lehrberuf Orgelbau nachhaltig zu stärken. Der Impuls, Glauben und innovative Ökologie zusammenzudenken, soll auf andere Bereiche der Pfarre (z.B. Energiekonzept der Gebäude, Jugend-Workshops zum Umweltschutz) übertragen werden.
Scheuen Sie sich nicht, jahrhundertealtes religiöses Erbe (wie die Orgel) mit modernster Technologie und drängenden Zukunftsthemen (Erneuerbare Energien) zu kreuzen – genau an diesen Reibungspunkten entsteht echtes Interesse bei Jugendlichen. Ein solches Projekt steht und fällt mit der technischen Machbarkeit. Sichern Sie sich frühzeitig Kooperationen mit Orgelbauern und Elektrotechnikern ab, um das Konzept auf solide Beine zu stellen. Erlauben Sie dem Projektteam, Fehler zu machen und mit dem unvorhersehbaren Element der Natur zu experimentieren. Die Begeisterung der Jugendlichen speist sich daraus, selbst Wirksamkeit zu erfahren und den Kirchenraum als „ihren Raum“ zu ergreifen. Dabei kommt es auch zu Terminverschiebungen und Änderungen im Plan. Da heißt es den Prozess vor den Termin zu stellen.