Termine statt.
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Das Zukunftsfest Klosterneuburg entstand aus der Frage, wie das bereits vorhandene Engagement für eine zukunftsfähige Entwicklung in Klosterneuburg sichtbar gemacht und stärker miteinander verbunden werden kann. Ausgangspunkt war daher nicht die Entwicklung möglichst vieler neuer Angebote, sondern das Zusammenbringen bestehender Initiativen, Institutionen, Fachleute und engagierter Einzelpersonen. Das Fest wurde von der Stiftspfarre Klosterneuburg als Veranstaltungsträgerin gemeinsam mit einer offenen Arbeitsgruppe entwickelt. Am 12. September 2026 wurden das Pfarrzentrum Schiefergarten, der Dialoghafen und der dazwischenliegende Stiftsplatz zu einem gemeinsamen Veranstaltungsareal. Unter dem Leitmotiv „Inspiration – Information – Interaktion“ verband das Programm fachliche Vorträge, Workshops und Informationsstände mit Mitmachangeboten, Kunst, Bewegung und spirituellen Impulsen. Inhaltlich wurden ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte von Nachhaltigkeit zusammengeführt – unter anderem Klima, Energie, Mobilität, Kreislaufwirtschaft, Gemeinwohl, Inklusion, Bildung und gesellschaftliche Verantwortung. Schöpfungsverantwortung wurde dabei bewusst umfassend verstanden: als Verantwortung für unsere natürlichen Lebensgrundlagen ebenso wie füreinander und für kommende Generationen. Besonders sichtbar wurde die spirituelle Dimension beim gemeinsamen „Spirituellen Boxenstopp“ verschiedener Religionsgemeinschaften sowie in der Ausstellung „Schöpfungs-Verbunden“.
Bewährt hat sich vor allem die Vielfalt der Zugänge und Formate. Fachliche Information wurde nicht isoliert angeboten, sondern mit Diskussion, praktischem Ausprobieren, Kunst, Bewegung und Spiritualität verbunden. Vorträge und Workshops wurden gut angenommen; auch interaktive Angebote wie der Inklusionsparcours erzeugten Aufmerksamkeit und unmittelbare Beteiligung. Der „Spirituelle Boxenstopp“ erwies sich als besonders sichtbarer gemeinsamer Moment des Festes. Auch die Rückmeldungen der Mitwirkenden bestätigen insbesondere die Vielfalt: In den offenen Antworten werden wiederholt die „breite Vielfalt an Angeboten“, die Mischung aus „Information, Inspiration, Interaktion“, Vorträge, Workshops, Führungen, Ausstellung, Begegnung und Austausch als Elemente genannt, die bei einer nächsten Ausgabe beibehalten werden sollten. Bewährt hat sich außerdem der Ansatz, vorhandenes Engagement miteinander zu vernetzen. Ein erheblicher Teil der eingebrachten Angebote existierte bereits unabhängig vom Zukunftsfest; andere wurden eigens für das Fest entwickelt. Dadurch konnte das Zukunftsfest zugleich bestehende Aktivitäten sichtbar machen und Raum für Neues schaffen. Die hohe Bereitschaft zur weiteren Mitwirkung ist ebenfalls ein positives Ergebnis: rund 77% der Befragten können sich sehr gut vorstellen, bei einem nächsten Zukunftsfest wieder mitzuwirken. Von den 24 Personen, die Angaben zur Art einer künftigen Beteiligung machten, nannten zehn ausdrücklich eine Mitarbeit im Organisationsteam.
Die größte Herausforderung war, aus einer großen inhaltlichen und räumlichen Vielfalt ein zusammenhängendes Fest entstehen zu lassen. Die Verteilung auf Pfarrzentrum Schiefergarten, Dialoghafen und Stiftsplatz ermöglichte zwar ein breites Programm, führte aber zugleich zu weiten Wegen, einer teilweise zu geringen Dichte der Angebote und Schwierigkeiten bei Orientierung und Besucher:innenführung. Dies spiegelt sich deutlich in der Befragung wider. Wiederholt genannt wurden eine kompaktere räumliche Bündelung, kürzere Wege, eine bessere Beschilderung und eine stärkere Integration der Informationsstände. Eine zweite zentrale Herausforderung war die Öffentlichkeitsarbeit. Trotz umfangreicher Bewerbung konnte nicht in allen Bereichen die gewünschte Besucher:innenfrequenz erreicht werden. Insbesondere klassische Informationsstände profitierten weniger vom Fest als Vorträge, Workshops und interaktive Angebote. In den Rückmeldungen wird mehrfach eine frühere, breitere und sichtbarere Kommunikation vorgeschlagen, verbunden mit klareren In-formationen zu Orten, Zeiten und einzelnen Angeboten. Deutlich wurde außerdem der hohe organisatorische und ehrenamtliche Aufwand. 77 % der Befragten gaben an, zumindest einen Teil ihrer Mitwirkung ehrenamtlich und unbezahlt geleistet zu haben.
Wir haben gelernt, dass bei einer Veranstaltung, die Zukunftsthemen ernsthaft behandeln und Austausch ermöglichen möchte, dialogische und interaktive Formate besser funktionieren als reine Informationsangebote. Besonders gut angenommen wurden Vorträge mit anschließendem Austausch, Workshops und Angebote, bei denen Besucher:innen selbst aktiv werden oder miteinander ins Gespräch kommen konnten. Klassische Informationsstände funktionierten hingegen deutlich weniger gut. Ein Fest ist keine Messe: Das Nebeneinander vieler Infostände erzeugt noch nicht automatisch Austausch und Vernetzung. Für eine zukünftige Ausgabe möchten wir deshalb den Charakter des Zukunftsfestes stärker als Ort des Gesprächs und der gemeinsamen Auseinandersetzung entwickeln. Vorträge sollen mehr Raum für anschließende Diskussion erhalten, Workshops und interaktive Formate sollen gestärkt werden. Informationsstände können diese Angebote begleiten und vertiefende Informationen bereitstellen, sollen aber nicht mehr als eigenständiges „Messeformat“ einen Schwerpunkt des Festes bilden. Eine weitere wichtige Erfahrung war, dass spirituelle und kulturelle Zugänge einen selbstverständlichen Platz in ei-ner Veranstaltung zu Zukunftsfragen haben können. Gerade der Spirituelle Boxenstopp zeigte, dass Schöpfungsverantwortung einen gemeinsamen Bezugspunkt schaffen kann, ohne Nachhaltigkeit ausschließlich religiös zu vermitteln.
Das Zukunftsfest soll nicht nur als einmalige Veranstaltung verstanden werden. Aus den Begegnungen und Rückmeldungen ergeben sich Ansätze für eine kontinuierlichere Zusammenarbeit zwischen Initiativen, Pfarre, Institutionen und engagierten Einzelpersonen. Für eine mögliche weitere Ausgabe sollen insbesondere die räumliche Konzentration, Besucher:innenführung, Öffentlichkeitsarbeit und die stärkere Verbindung von Information und Interaktion weiterentwickelt werden. Gleichzeitig sind konkrete Ideen für Formate zwischen den Festen entstanden. In der Befragung wurde beispielsweise vorgeschlagen, regelmäßig Diskussionsabende zu Zukunftsthemen im Dialoghafen durchzuführen. Weitere Vorschläge reichen von gemeinsamen Mitmachaktionen und Angeboten für Familien über eine stärkere Einbindung von Schulen bis zu einer stärkeren Öffnung und Beteiligung des Stiftes. Besonders ermutigend ist die Bereitschaft zur weiteren Mitarbeit. Das bestehende Organisationsteam wird daher für neue Interessierte geöffnet und die erste Ausgabe wird gemeinsam ausgewertet.
Mit dem beginnen, was bereits vorhanden ist. In vielen Gemeinden gibt es mehr Engagement, Wissen, Initiativen und konkrete Angebote, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Eine Veranstaltung kann diese nicht nur präsentieren, sondern miteinander in Beziehung bringen. Gleichzeitig empfehlen wir, Angebote zu verdichten Begegnung, Austausch und Beteiligung ermöglichen. Informationsangebote sollten möglichst mit einem konkreten Anlass zur Interaktion verbunden werden. Workshops, Demonstrationen, gemeinsames Ausprobieren und moderierte Gespräche schaffen leichter Kontakt als reine Informationsstände. Für ein überwiegend ehrenamtlich getragenes Projekt sind außerdem eine ausreichend lange Vorbereitungsphase, klare Zuständigkeiten und frühzeitig verfügbares gemeinsames Kommunikationsmaterial wesentlich. Und schließlich: Ein erstes Fest darf ein Experiment sein. Nicht jedes Format kann und muss sofort funktionieren. Entscheidend ist, die Erfahrungen gemeinsam auszuwerten und daraus die nächste Entwicklungsstufe entstehen zu lassen.