Donnerstag 15. Januar 2026
Kalender
Do.., 15. Januar 2026 18:30
Komm, sing mit!
Sa.., 17. Januar 2026 18:00
[JS] DKA Danke-Kino
So.., 18. Januar 2026 19:00
come2stay
MOVI Zeitschrift

Gretchenfrage 

Gretchenfrage 

 

Wir stecken viel Energie in die Sakramentenvorbereitung. Wir versuchen, auf die Bedürfnisse der jungen Menschen einzugehen. Wir versuchen, sie für Gott und Kirche zu begeistern. Und doch kommen wenige wieder. Lohnt sich das noch?! Wir meinen: Ja – auch für dich persönlich und für die gesamte Gemeinde!

von Doris Schmidt

Taufe, (Erst-)Kommunion und Firmung sind sogenannte „Initiationssakramente“. Durch sie werden Menschen zu einem Teil der christlichen Gemeinschaft – ganz konkret eurer Pfarre oder Gemeinschaft. Vorweg eine Entwarnung: Christ*innen sind mit der Firmung nicht „fertig“. Die Initiationssakramente sind neben der formalen Aufnahme in die Gemeinschaft eben auch eine Initiation, also der Anfang eines Lebens in Gott.

 

Initiationsmoment Sakrament

 

Im Grunde geht es bei der Sakramentenvorbereitung darum, unseren Glauben mit (jungen) Menschen zu teilen. Darum ist sie auch jährlich eine Erinnerung für die Pfarre oder die Gemeinschaft selbst: Wie ist das denn bei uns? Aus welchen Quellen leben wir? Was bedeuten für uns Christ*insein und Kommunion, wie drückt sich unser Glaube an den Heiligen Geist aus?

Mit dem Glaubenlernen ist es anders als zum Beispiel in der Geografie. Da lerne ich die Hauptstädte Europas und kann sie aufzählen. Lernziel erreicht. Weder für mich noch für den*die Lehrer*in sind diese Begriffe wirklich von existenzieller Bedeutung. Wenn es allerdings um Glaubensfragen geht, ist das anders. Es geht um Dinge, die Menschen ein Herzensanliegen sind, die für sie wirklich wichtig sind. Das spüren junge Menschen.

 

Sakramentenvorbereitung braucht Haltung

 

Für die Sakramentenvorbereitung hat die Junge Kirche gemeinsam mit der Diözesanleitung Grundbotschaften formuliert. Diese richten sich an Erstkommunionkinder und Firmkandidat*innen und benennen in zeitgemäßer und altersgerechter Sprache, was Sakramente für das eigene Leben bedeuten. Die Vorbereitung soll in der Haltung dieser gestaltet werden.

  • Sakramente sind Glaube, den ich erleben kann.
  • Sakramente wirken mitten im Leben.
  • Sakramente sind ein Geschenk.
  • Sakramente lassen den Glauben wachsen.
  • Sakramente warten auf ein Ja.

Was wäre, wenn du diese Sätze als Botschaft an dich selbst liest?

Was wäre, wenn ihr als Pfarre (PGR, Liturgieausschuss, Vorbereitungsteam) diese Sätze als Botschaften an euch als Pfarre lest? Und ihr euch fragt: Kann das jemand bei uns erleben?

 

Rückfragen an die eigene Gemeinschaft oder Pfarre

 

Wenn ihr diese Haltungen ehrlich lebt, wird man das auch nach außen merken. Kinder, Jugendliche und Bezugspersonen, die ihr in der Sakramentenvorbereitung trefft, werden merken: Hier leben Menschen, die selbst immer wieder ihren Glauben neu hinterfragen und entdecken. Menschen, die auch keine „fertigen“ oder „perfekten“ Christ*innen sind, sondern die Tag für Tag ein Stück vom Glauben entdecken. Von solchen Menschen lernt man gerne. Solche Menschen sind authentisch und stecken an.

Hier ein paar Ideen für Angebote und Rituale, die dabei helfen, Gottes Wirken in eurer Arbeit zu spüren und spürbar zu machen:

 

Grundbotschaften lesen und hören

 

In euren Teams könnt ihr euch die Grundbotschaften zu den Sakramenten vornehmen. Überlegt allein oder in Kleingruppen, wo ihr den Inhalt der Botschaft erlebt: Wo spüren wir als Einzelne und als Pfarre, dass Sakramente mitten im Leben wirken? Und dann überlegt: Wo spüren andere Menschen, dass diese Sakramente bei uns wirksam sind? Wie kann es spürbarer werden?

 

Mit dem Heiligen Geist rechnen

 

Bittet in euren Teams den Heiligen Geist, dass er euch inspiriert und bewegt. Übt, miteinander auf den Heiligen Geist zu hören. Fragt euch: Was will er uns jetzt sagen? Was ist der nächste Schritt? Was braucht die Pfarre/Firmgruppe/… von uns?

Oder ihr probiert gemeinsam das Bibelteilen aus: Dabei wird eine Bibelstelle vorgelesen, dann haben alle Zeit, den Text nachzulesen und in sich wirken zu lassen. Jede*r kann Verse, Sätze, Worte wiederholen, die sie*ihn berühren. Lasst einen Moment Stille. Dann überlegt, ob in diesen Worten auch eine Botschaft ist, die euch in der aktuellen Situation betrifft, ermutigt, herausfordert …

 

Versöhnung feiern mit der ganzen Gemeinde

 

Die Versöhnungsfeiern, die ihr für Kinder und Jugendliche gestaltet, könnt ihr öffnen für alle in der Gemeinde! Die Methoden und Symbole, die ihr darin verwendet, helfen auch Erwachsenen, sich zu besinnen und mit sich selbst auseinanderzusetzen. Christ*insein ist ein lebenslanger Weg. Das Sakrament der Versöhnung hilft, im Glauben zu wachsen.

 

Kommuniontag für alle

 

Die Eucharistie ist „Quelle und Höhepunkt“ des christlichen Lebens. Wir dürfen ein Leben lang in dieses Geschenk hineinwachsen. Manches werden wir erst verstehen, wenn wir alt und grau sind, manches bleibt vielleicht für immer ein Geheimnis. Je nach Lebenssituation wird ein anderer Aspekt der Eucharistie besondere Bedeutung für das eigene Leben haben.

Wir bereiten Kinder auf die Erstkommunion vor – und dann?! Verschiedene Gruppen eurer Pfarre können gemeinsam einen Workshop-Tag für die Erstkommunionvorbereitung gestalten, der alle Generationen verbindet. Dort könnt ihr euch darüber austauschen, was die Kommunion für euch persönlich und auch gemeinsam bedeutet – quer durch alle Pfarrgruppen und Generationen hinweg!

 

Vorstellung(en) ändern

 

Wer stellt sich eigentlich bei der klassischen „Vorstellmesse“ zu Beginn des Schuljahres vor?! Oft werden die Erstkommunionkinder oder Firmlinge der Gemeinde vorgestellt. Was, wenn das umgekehrt wäre: Die Gemeinde stellt sich den Kindern, Jugendlichen und deren Bezugspersonen vor.

Das kann zum Beispiel bei einer Schnitzeljagd durch Kirche und Gemeinderäume gelingen! An jeder Station kann man jemanden aus der Gemeinde treffen. Es gibt eine kleine Aufgabe, bei der man mit der jeweiligen Person ins Gespräch kommt und gleichzeitig etwas für die Pfarre lernt:

  • Sakristei: Mesner*in und ihre*seine Aufgabe kennenlernen, liturgische Gegenstände, Ministrant*innengewänder entdecken,…
  • Caritas-Kleider-Sammelstelle: Was tut die Gemeinde für Menschen, denen es nicht so gut geht? Was motiviert Menschen, hier mitzuhelfen?
  • Gruppenraum: die Gruppenleiter*innen und ein paar Spiele kennenlernen
  • Orgelempore: Organist*in und Orgel kennenlernen. Miteinander ein Lied singen

Der Vorteil: Vor einem Start-Gottesdienst haben Kinder, Jugendliche und Familien so bereits Menschen aus der Pfarre kennengelernt. Es ist nicht alles neu und fremd.
Solche Begegnungen zeigen: Es gibt echte Menschen, für die Gott, Glaube und Kirche Bedeutung hat. Für die ganze Gemeinde sind die Sakramente wichtig. Und: Das Sakrament, das die Kinder und Jugendlichen am Ende der Vorbereitung empfangen werden, ist kein punktuelles Ereignis, sondern der Beginn eines Lebens in Gemeinschaft und eine Kraftquelle für den Rest ihres Lebens.

Vielleicht gemeinsam mit den Menschen in eurer Gemeinde.

 

zurück

 

Unsere Öffnungszeiten:

Mo - Do 9.00 - 16.00 Uhr

Fr 9.00 - 14.00 Uhr

Du erreichst uns auch unter 

+43 (1) 51552 - 3393 oder

 junge.kirche@edw.or.at

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Junge Kirche
Junge Kirche
Stephansplatz 6/6/618
1010 Wien

E-Mail schreiben
Datenschutzerklärung
Barrierefreiheitserklärung
Darstellung: Standard - Mobil