Freitag 17. Juli 2026

Marta und Maria

Die kfb-aktuell Sommerausgabe 2026 widmet sich den Schwestern Marta und Maria. Der Innenteil zum Herunterladen und Ergänzungsmodule exklusiv hier.

Aus der Zeitung: der Innenteil der kfb-aktuell Nr. 187 zum Herunterladen

 

Exklusiv: das Ergänzungsmodul zum Herunterladen

 

oder direkt zum Lesen:

 

Maria und Marta als Leitbild der Franziskanerinnen auf den Philippinen

Eine Begegnung auf den Philippinen im Rahmen der SANDIWAAN-Exkursion „Church of the Poor“ im Februar 2019 hat sich mir tief eingeprägt. Unsere Gruppe von Theologie-Studentinnen machte sich auf, die indigene Bevölkerung der Aeta in der Region Zambales kennenzulernen. Eine Einstimmung dazu bekamen wir im St. Francis Learning Center.
 

Geleitet wird das Lernzentrum von drei Franziskanerinnen, die uns in ihrer Bambushütte empfingen. Sister Mary Francis erzählte uns vom Start des Projektes: Kurse im Lesen, Schreiben und Rechnen für erwachsene Aeta, die nicht mehr bei Geschäften mit den reichen „Lowlanders“ über den Tisch gezogen werden wollten. Später baten die Aeta darum, auch ihre Kinder zu unterrichten.

 


 

Wichtig war Sr. Mary Francis (rechts im Bild ©Brigitte Hafner ),

uns die Spiritualität näher zu bringen, die ihre Gemeinschaft trägt: Maria UND Marta. Es braucht beides, um in der Spur Jesu unterwegs zu sein: Einerseits auf sein Wort hören, beten, zur spirituellen Quelle gehen. Andererseits ins Tun und Handeln kommen, für die Menschen sorgen, die Unterstützung benötigen. Nur in der Balance von beidem können Projekte wie das St. Francis Learning Center gelingen.

 

In dieser Schule mit Internat bekommen Kinder der Aeta aus den entlegenen Bergdörfern die Chance auf Bildung. Allein 100kg Reis werden täglich gekocht, um die Schützlinge zu versorgen.

 

Mehr von Maria und Marta im Johannes-Evangelium

Maria und Marta haben noch mehr drauf als Bewirten und Zuhören – das erfahren wir aus weniger bekannten Bibelstellen im Johannes-Evangelium. Beide durchbrechen Rollenzuschreibungen von Frauen und handeln selbstbestimmt. Wenn ihr mehr Zeit habt in eurer Frauenrunde, oder interessiert seid an einer zweiten Einheit zu Maria und Marta, könnt ihr euch mit diesen Bibelstellen auseinandersetzen.

Im Johannes-Evangelium lesen wir, dass Maria und Marta noch einen Bruder hatten: Lazarus.

 

Die Salbung Jesu in Betanien

Sechs Tage vor dem Paschafest kam Jesus nach Betanien, wo Lazarus war, den er von den Toten auferweckt hatte. Dort bereiteten sie ihm ein Mahl; Marta bediente und Lazarus war unter denen, die mit Jesus bei Tisch waren. Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihren Haaren. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt. Doch einer von seinen Jüngern, Judas Iskariot, der ihn später auslieferte, sagte: Warum hat man dieses Öl nicht für dreihundert Denare verkauft und den Erlös den Armen gegeben? […] Jesus jedoch sagte: Lass sie, damit sie es für den Tag meines Begräbnisses aufbewahrt! Die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer.

Joh 12,1-8

Auferweckung des Lazarus

Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus sitzen. Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tag. Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta sagte zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. Nach diesen Worten ging sie weg, rief heimlich ihre Schwester Maria und sagte zu ihr: Der Meister ist da und lässt dich rufen. Als Maria das hörte, stand sie sofort auf und ging zu ihm. […] Als Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sagte zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, war er im Innersten erregt und erschüttert.

Joh 11,19-33

 

Maria handelt hier ohne jemand um Erlaubnis zu fragen. Wieder reagieren Menschen mit Ablehnung, wieder nimmt Jesus sie in Schutz. Sie spürt intuitiv, was Jesus jetzt braucht.

Marta legt hier ein Christus-Zeugnis ab wie wir es sonst nur von Petrus kennen – siehe Mt 16,13-20.

Beide Frauen handeln aus innerer Gewissheit heraus und fallen aus gewohnten Frauenrollen heraus.

 

Übung 3: Mehr Facetten zu Maria und Magdalena

Nehmt die Plakate aus Übung 2 und ergänzt sie, oder gestaltet neu Plakate: welche Eigenschaften seht ihr jetzt bei den Frauen? Was ist ihnen wichtig? Wie ist ihre Beziehung zu Jesus?

Wechselt auch die Gruppen – die bis jetzt zu Maria arbeiteten, gehen jetzt zu Marta und umgekehrt.

Trefft euch danach zu einer Runde im Kreis, legt die ergänzten oder neu erstellten Plakate in die Mitte und sammelt Erkenntnisse: was habt ihr heute zu Maria und Marta neu erfahren? Hat sich das Bild der beiden Frauen für euch verändert? Könnt ihr etwas davon für euer eigenes Leben mitnehmen?

 

Abschluss-Segen mit Salbung

Verwendet duftendes Öl wie Maria von Betanien und salbt euch gegenseitig im Kreis damit – eine gibt der nächsten den Segen weiter.

 

Termine
Mo.., 14. September 2026 09:00
Tage im Altweibersommer
Di.., 29. September 2026 17:00
kfb-Frauentreff

Die kfb ist Teil der Katholischen Aktion:

 

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