Thursday 6. May 2021

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Vertrauen, der Stoff, aus dem die Filme sind …

Wo ich mich der Welt und meinen Mitmenschen vertrauensvoll zuwenden kann, da spüre ich einen tragenden Boden, der mir Halt und Orientierung gibt.

Gehen Sie gerne ins Kino? Kennen Sie den Liebesfilm „Blindes Vertrauen“? Er ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 2005. Es geht um einen erfolgreichen Geschäftsführer, der durch einen Unfall völlig aus der Bahn geworfen wird und nicht wahr haben will, dass er sein Leben neu gestalten muss. Nebenbei lernt er eine charmante Frau kennen, die sein Leben nicht nur auf den Kopf stellt, sondern die es schafft, ihn wieder aufrecht auf die Beine zu stellen.

 

Die entscheidende Zutat für dieses Unterfangen? Vertrauen! Vertrauen zu seiner Liebe, Vertrauen zu sich selber, Vertrauen in die Zukunft. Vertrauen ist hier die Brücke, die den Weg zu einem neuen Lebensabschnitt bahnt. Eine Brücke vom sicheren Ufer in eine unsichere Gegend: Bei fundamentalen Veränderungen im Leben, beruflich oder privat, in der Familie, in sämtlichen Beziehungen, bei Lebensentscheidungen allgemein und letztlich in der Liebe. Vertrauen ist der Stoff aus dem sämtliche Liebesfilme gemacht werden.

Ohne Vertrauen ist es schwierig, vorwärts zu kommen. Wir kennen Situationen, die uns überraschend vor den Kopf stoßen, die uns aus der Bahn werfen. Ereignisse in unserem Leben, die uns vor eine Entscheidung stellen. Wie z.B. eine Kündigung, eine drohende Scheidung, existenzielle Ängste, plötzlicher Todesfall, schwere Krankheit, Kindererziehung, … oder folgendes Ereignis.

 

Eine junge Frau wird schwanger. Ungeplant. Völlig überraschend. Unsicher. Der Verlobte, ob der was ahnt? Unverheiratet sind sie. Also keine gute Basis für gesellschaftlichen Rückhalt. Was die Leute wohl sagen? Ob sie verlassen wird? Was tut sie? Welche Möglichkeiten hat sie? Sie sagt einfach nur JA. Ja, es ist gut. Ja, ich neige mich dem Leben zu. Ohne zu wissen, was das bedeutet, ohne Rückversicherung, ob Josef weiter zu ihr halten wird. Doch Maria sagt JA. Dieses Ja bedeutet Vertrauen: in sich selber, in ihren Verlobten, in das Leben, in Gott. Vertrauen ist „riskante Vorleistung“.[1] (Niklas Luhmann) Es ist ein Wagnis. Letztlich ist das Leben immer ein Risiko, wenn ich mich für etwas entscheide, ohne dessen Ausgang zu kennen.

Maria konnte dieses Ja in der Gegenwart eines Engels sprechen. Sie hatte einen Bezugspunkt, auf den sie sich stützte. Sie sprach das Ja nicht in die Leere hinein. Sie hatte ein Gegenüber oder anders gesagt. Sie hatte ein Wofür!

 

Wenn ich ein Wofür habe – im Sinne der Sinnlehre von Viktor E. Frankl – dann schaffe ich auch ein jedes Wie.[2]

 

Denn: „Es kommt nie und nimmer darauf an, was wir vom Leben zu erwarten haben, viel mehr lediglich darauf: was das Leben von uns erwartet.“[3]

 

Not, seelische oder körperliche, all das engt den persönlichen Freiraum von uns Menschen ein. Die Sinnlehre nach Viktor E. Frankl besagt, dass uns in widrigen Situationen letztlich immer noch Freiräume verbleiben – diese wahrzunehmen und zu nützen liegt in unserer Entscheidung. Die entscheidende Frage dabei ist, worauf lege ich meinen Fokus? Auf den Verlust, den Schmerz, das Leid selber oder auf diesen meinen Freiraum, der mir verbleibt: Ich kann mich fragen:

  • Wozu fordert mich diese Situation heraus? Wie antworte ich auf die Fragen des Lebens? Auf Kränkungen, auf Verluste, auf Trauer, auf Unsicherheiten …
  • Was erwartet das Leben von mir? Von mir in meiner Rolle als Mutter? Als Ehefrau und Partnerin, als Alleinstehende, als Arbeitslose, als Trauernde, als Gekränkte, als Einsame …

Mit einem JA, so wie Maria aus Nazareth? Weil ich weiß, wofür ich es mache? Weil ich getragen bin, letztlich in meinem Leben?

So möchte ich Vertrauen in das Leben haben, indem ich zu mir sage: Es gibt immer einen Weg! Ich wage den ersten Schritt dazu – der zweite Schritt wird sich zeigen. Mögen die Schritte, geleitet und geführt, mich an mein Ziel bringen. Möge ich wachsen und reifen und über mich selber hinauswachsen.

Johanna König-Ertl,
Arbeitsgruppe Spiritualität der kfb-Wien

 

[1] In der Soziologie wird häufig die Definition von Niklas Luhmann zitiert: Vertrauen ist demnach ein Mechanismus zur Reduktion sozialer Komplexität und zudem eine riskante Vorleistung. (vgl. Niklas Luhmann, Vertrauen: Ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität, 1968, S. 10, 13)

[2] Wer ein Wofür zu leben hat, erträgt fast jedes Wie – nach diesem Motto erforschte Viktor E. Frankl, wie Sinnerfüllung auch angesichts schwerer Schicksalsschläge möglich ist und Menschen in die Lage versetzt, in Krisenzeiten seelisch heil zu bleiben.
[3] Viktor E. Frankl in: Lukas, Elisabeth, (Hsg.), Mensch sein heißt Sinn finden. Hundert Worte von Viktor E. Frankl, Verlag Neue Stadt, München 2013 (5. Auflage), 16.

 

 

BUCHTIPPS ZUM THEMA:

 

Natalie Knapp: „Der unendliche Augenblick“ – Warum Zeiten der Unsicherheit so wertvoll sind
(Rowohlt Verlag)

Ein neuer Lebensabschnitt, eine gesellschaftliche Krise oder die Geburt eines Kindes: Wenn sich Dinge verändern, fühlen wir uns oft verunsichert. Denn wir müssen Abschied nehmen von Vertrautem, haben aber noch keine Vorstellung davon, was an seine Stelle treten wird. Die Philosophin Natalie Knapp plädiert dafür, Umbruchsituationen oder Schicksalsschläge nicht möglichst schnell hinter sich lassen zu wollen, sondern sie auf eine neue Art wertzuschätzen. Denn es sind Phasen, in denen das Leben mit besonderer Intensität spürbar wird. Sie aktivieren unser schöpferisches Potenzial und lassen uns Entdeckungen und Erfahrungen machen, die uns in ruhigeren Jahren Halt und Richtung geben.

 

 

 

Anselm Grün: „Vertrauen schenken, Vertrauen stärken“
(Herder Verlag)

Ohne Vertrauen können wir nicht überleben. Die Angst ist ein Zeichen unserer Zeit und bestimmt das Leben vieler. Wie kann Vertrauen gestärkt und der Glauben ins Leben gefördert werden, wenn in der Unsicherheit des Alltags allzu oft Vertrautes schwindet und Beziehungen immer mehr Belastungen ausgesetzt sind? Anselm Grün zeigt in seinen Texten spirituelle Wege zu innerem Halt, zu Vertrauen in andere und zu neuem Vertrauen in den tiefsten Grund unseres Daseins, dem wir noch im Tod tragend verbunden sind.»So wünsche ich den Lesern und Leserinnen dieses Buches, dass sie den Mut haben, sich ihren Ängsten zu stellen, dass sie aber zugleich in sich auch das Vertrauen spüren, das Gott in den Grund unserer Seele eingepflanzt hat, und dass das Vertrauen auf Gottes Segen, der uns immer und überall begleitet, uns inneren Halt und unserem Leben Richtung gibt. Und dass dieses Vertrauen auch die Ängste schwächer werden lässt und letztlich überwindet.« (Aus dem Vorwort)

 

 

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