Beteiligung schafft Zukunft
Kumare: Ganzheitliche Frauenbewegung für Empowerment und gesellschaftlichen Wandel
Wie Kumare wirkt: Partizipation auf allen Ebenen
1. Gemeinschaftsbildung und ein Übungsraum für Teilhabe
- Zentren als Herzstücke: Herzstück sind die wöchentlichen Versammlungen in den Kumare-Zentren. Hier treffen sich lokale Frauengruppen (meist 8 Gruppen à 5 Frauen) wöchentlich für Austausch, Bildung, Planung, Finanztransaktionen (Sparen, Kredite) und Entscheidungsprozesse.
- Vertrauen und Solidarität: Frauen übernehmen aktiv Rollen und gewählte Ämter in der Gruppe, was ihr Selbstbewusstsein, ihre Entscheidungsfähigkeit fördert. Der regelmäßige Austausch schafft ein sicheres Umfeld um demokratische Prozesse zu üben, stärkt das Selbstbewusstsein und fördert die Mitsprache der Frauen. Die Aufgabe „ein Amt“ zu übernehmen prägt das Selbstvertrauen nachhaltig durch die Verantwortungsübernahme, die nötigen sozialen Kompetenzen aber auch das Sprechen vor einer größeren Gruppe. Ein Amt in der Frauengruppe bietet die Möglichkeit politische Teilhabe zu praktizieren.
- Womöglich ist es unter anderem diesem Übungsraum zu verdanken, dass Frauen von Kumare heute auch in lokalen politischen Ämtern aktiv sind!
2. Bildung und Bewusstseinsbildung
- Die Zentrumstreffen dienen dem persönlichen Austausch unter den Frauen; es werden verschiedene relevante Themen wie Gender, Elternschaft, Spiritualität und Konfliktmanagement für Zentrumsleiterinnen.
- Frauen werden sich ihrer Rechte bewusst, fordern diese ein und gestalten Familie und Gemeinschaft aktiv mit. Traditionelle Rollenbilder werden hinterfragt, Machtstrukturen im Haushalt verbessern sich.
3. Haushaltsentwicklungsansatz
- Ganzheitliche Einbindung des Haushalts: Frauen bringen ihr Wissen (z.B. in Umweltthemen, Ernährungssicherheit, Budgetplanung) ein, ihre Stimme wird gehört. Dies und ihr eigenes Einkommen führen zur gerechteren Arbeitsteilung und mehr Mitsprache bei Entscheidungen im Haushalt. Mit dieser Aufteilung leben sie auch ihren Kindern Gleichberechtigung im Haushalt und prägen so nächste Generationen.
4. Wirtschaftliche Unabhängigkeit und Sozialunternehmen
- Zwei Sozialunternehmen: Näherei und Trockenfrüchteproduktion (Kamias Prunes), die lokale Ressourcen nutzen und Frauen Arbeitsplätze, Einkommen und Anwendung ihres Wissens ermöglichen.
- eigene Einkommensmöglichkeiten: Viele Frauen gründen dank Mikrokrediten und gegenseitiger Stärkung eigene kleine Betriebe (z.B. Marian Hapa mit ihrer Schweinezucht), was ihre Unabhängigkeit und Rolle als Vorbilder in der Gemeinde stärkt.
5. Umweltbewusstsein und Katastrophenvorsorge
- Engagement für Umweltschutz: Aufforstung (z.B. Mangrovenwälder), Aufräumaktionen, Recyclingprojekte (z.B. Taschen, Dekoration aus Müll), Umweltbildung für Jugendliche.
- Katastrophenvorsorge: Trainings zu Katastrophenprävention, Verhalten im Anlassfall und Koordination mit lokalen Behörden, um Resilienz gegen Taifune und Flutkatastrophen zu stärken.
- FAITH-Programm: Förderung von Haus- und Gemeinschaftsgärten für Ernährungssicherheit und nachhaltigen Anbau.
Wirkungen und Erfolge
- Gerechtere Arbeitsteilung im Haushalt und mehr Mitsprache bei Entscheidungen.
- Stärkung des Selbstbewusstseins und der politischen Teilhabe von Frauen.
- Wirtschaftliche Unabhängigkeit durch eigene Einkommen und Unternehmen.
- Umweltbewusstsein und aktive Mitgestaltung der Region.
- Positive Vorbilder für die nächste Generation: Kinder erleben Gleichberechtigung und Teilhabe anhand der Elterngenration.
Erfolgsfaktoren
- Gemeinschaft als Motor: Die Gemeinschaft an Frauen von KUMARE schafft Sichtbarkeit, Anerkennung und stärkt Netzwerke – auch zu Behörden und NGOs.
- Mehrdimensionaler Ansatz: Partizipation wird auf allen Ebenen (privat, sozial, wirtschaftlich, politisch) gefördert. Kumare entwickelte sich von einem Mikrofinanzierungsprogramm weiter und bettet dieses heute erfolgreich in zahlreiche Begleitmaßnahmen ein.
- Nachhaltige Strukturen: Bildung, Netzwerke und wirtschaftliche Beteiligung wirken langfristig – auch über das Projekt hinaus.
Kumare zeigt, wie Frauen durch Gemeinschaft, Bildung und wirtschaftliche Eigenständigkeit zu Gestalterinnen ihres Lebens und ihrer Umwelt werden – mit positiven Auswirkungen auf Familie, Gemeinde und nächste Generationen.



