Saturday 18. January 2020
Trauung mit einer Person, die nicht an Gott glaubt

ERÖFFNUNG

 

Empfang des Brautpaares

 

In der Regel geht der Traupriester oder -diakon mit den Ministrant/innen zum Kirchenportal. Dort empfängt er das Brautpaar, die Trauzeugen sowie die Hochzeitsgäste und heißt sie willkommen.

 

Einzug

 

Priester oder Diakon, Ministrant/innen, die Gäste und die Brautleute ziehen in die Kirche ein. Der Einzug wird nach Möglichkeit von festlicher Musik begleitet. Das kann ein Eröffnungslied oder Instrumentalmusik (z.B. Orgelmusik) sein.

 

Begrüßung

 

Der Priester oder Diakon begrüßt das Brautpaar und die Mitfeiernden. Mit ein paar Worten führt er in die Feier ein.

 

Eröffnungsgebet

 

Der Priester oder Diakon lädt alle Mitfeiernden zum Gebet ein. Im Namen der ganzen Gemeinde richtet er das Gebet an Gott.

 

 

an den Beginn (Trauung mit einer Person, die nicht an Gott glaubt)

WORTGOTTESDIENST

 

In diesem Teil des Gottesdienstes wird wenigstens ein biblischer Text (Lesung) vorgetragen. Auf die Lesung kann ein Antwortgesang der Gemeinde folgen. In der Vorbereitung kann das Brautpaar den Text oder die Texte aussuchen und mit dem Priester oder Diakon besprechen. Sie sollen so ausgewählt werden, dass sie auch der nicht glaubende Partner bzw. die nicht glaubende Partnerin annehmen kann.

 

Für alle vorzulesenden Texte gilt: Der Text muss der lesenden Person vor der Feier bekannt sein (vorher durchlesen). Die Mitfeiernden sollen den Text gut hören und erfassen können. Daher deutlich und der Akustik der Kirche angepasst lesen. Eine Sprechprobe in der Kirche ist dabei hilfreich.

 

 

Lesung(en)

 

Die Lesung kann aus dem alten Testament oder dem neuen Testament genommen werden. Sie wird von einer mitfeiernden Person gelesen, aber nicht vom Priester oder Diakon.

 

Textvorschläge für Lesungen aus dem Ersten / Alten Testament

Textvorschläge für Lesungen aus dem Zweiten / Neuen Testament

 

Antwortgesang

 

Auf die Lesung kann ein Antwortgesang folgen. Möglich ist ein Psalm oder ein Lied, das inhaltlich auf die Lesung(en) Bezug nimmt. Dieser Gesang oder dieses Lied kann von allen Mitfeiernden gesungen werden.

 

Evangelium

 

Der Begriff Evangelium stammt aus dem Griechischen und bedeutet »Frohe Botschaft«. Der Text ist einem der vier Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes) im neuen Testament entnommen.

 

Wird ein Evangelium gewählt, wird es im Gottesdienst vom Priester oder Diakon gelesen.

 

Textvorschläge für das Evangelium

 

Predigt

 

Der Priester oder Diakon hält die Predigt.

 

 

an den Beginn (Trauung mit einer Person, die nicht an Gott glaubt)

TRAUUNG

 

Nach der Predigt folgt der Trauungsritus. Die Trauzeugen treten zum Brautpaar hinzu.

 

Die hier vorgestellte Trauung nimmt darauf Rücksicht, dass ein/e Partner/in nicht an Gott glaubt. Für die Trauung mit einer Person, die nicht getauft ist, aber an Gott glaubt (z.B. weil sie einer nicht-christlichen Religionsgemeinschaft angehört), sind eigene Texte vorgesehen, die diesen Umstand berücksichtigen.

 

Trauung Katholik/in - gläubige Person, die nicht getauft ist

 

Befragung nach der Bereitschaft zur Ehe

 

Braut und Bräutigam erklären öffentlich, dass sie bereit sind eine Ehe zu führen. Sie bekunden, dass sie die Ehe gut überlegt und freiwillig eingehen. Sie bejahen ihren Willen zur lebenslangen Liebe, Wertschätzung und Treue - ohne Bedingungen. Sie erklären ihre grundsätzliche Bereitschaft, Kindern das Leben zu schenken und sie im Glauben bzw. in Verantwortung zu erziehen.

(Beim Trauungsritus ist sowohl die Anrede mit »Sie« als auch mit »Du« möglich. Hier ist die Du-Anrede gewählt. »N.« steht für den Namen der Braut oder des Bräutigams.)

 

Priester/Diakon: Liebes Brautpaar! Ihr seid (Sie sind...) in dieser entscheidenden Stunde eures Lebens hierher gekommen, um vor uns allen zu bezeugen, dass ihr einander unwiderruflich als Mann und Frau angehören wollt. Bevor ihr miteinander den Bund der Ehe schließt, frage ich euch nun einzeln, ob ihr eure Ehe in voller Freiheit und mit aufrichtiger Bereitschaft eingehen wollt.

 

Der Priester/Diakon fragt den Bräutigam: N., ich frage dich: Bist du hierher gekommen, um nach reiflicher Überlegung und aus freiem Entschluss mit deiner Braut N. den Bund der Ehe zu schließen?

 

Bräutigam: Ja.

 

Priester/Diakon: Willst du deine Frau lieben und achten und ihr die Treue halten alle Tage ihres Lebens?


Bräutigam: Ja.

 

Die folgende Frage nach den Kindern entfällt, wenn es die Umstände, wie z.B. das Alter der Brautleute, nahelegen. Die Frage ist unterschiedlich zu formulieren - je nachdem, ob der Bräutigam katholisch ist oder nicht an Gott glaubt.

 

Wenn der Bräutigam katholisch ist:

 

Priester/Diakon: Bist du bereit, die Kinder anzunehmen, die Gott euch schenken will, und sie im Geiste Christi und seiner Kirche zu erziehen?


Bräutigam: Ja.

 

Wenn der Bräutigam nicht an Gott glaubt:

 

Priester/Diakon: Bist du bereit, Kindern das Leben zu schenken und in väterlicher Verantwortung für sie zu sorgen?


Bräutigam: Ja.

 

Der Priester/Diakon fragt die Braut: N., ich frage dich: Bist du hierher gekommen, um nach reiflicher Überlegung und aus freiem Entschluss mit deinem Bräutigam N. den Bund der Ehe zu schließen?

 

Braut: Ja.

 

Priester/Diakon: Willst du deinen Mann lieben und achten und ihm die Treue halten alle Tage seines Lebens?

 

Braut: Ja.

 

Die folgende Frage nach den Kindern entfällt, wenn es die Umstände, wie z.B. das Alter der Brautleute, nahelegen. Die Frage ist unterschiedlich zu formulieren - je nachdem, ob die Braut katholisch ist oder nicht an Gott glaubt.

 

Wenn die Braut katholisch ist:

 

Priester/Diakon: Bist du bereit, die Kinder anzunehmen, die Gott euch schenken will, und sie im Geiste Christi und seiner Kirche zu erziehen?


Braut: Ja.

 

Wenn die Braut nicht an Gott glaubt:

 

Priester/Diakon: Bist du bereit, Kindern das Leben zu schenken und in mütterlicher Verantwortung für sie zu sorgen?


Braut: Ja.

 

Segnung der Ringe

 

Wenn in der Feier die Ringe gesegnet werden, geht es letztlich um das Brautpaar selbst. Der Segen gilt also Braut und Bräutigam, die diese Ringe tragen werden. Segnen bedeutet: Jemandem Gutes zusagen, Gottes Nähe und Beistand zusagen.

 

Die Ringe sind ein Zeichen, das die Brautleute aneinander erinnert und das anderen signalisiert, dass die beiden einander Liebe und Treue versprochen haben. Der Ring als Kreis, der weder Beginn noch Ende hat, ist für einen glaubenden Menschen Sinnbild für Gott. Besonders wenn die menschliche Liebe an ihre Grenzen stößt, darf man sich von Gottes Liebe getragen und umfasst wissen.

 

Priester/Diakon: Ihr seid also beide aus freiem Entschluss bereit, miteinander die Ehe einzugehen und einander in unwiderruflicher Liebe und Treue anzugehören. Bevor ihr das Vermählungswort sprecht, werden die Ringe gesegnet, die ihr einander anstecken werdet.

 

Der Priester oder Diakon spricht über die Ringe ein Segensgebet.

 

Priester/Diakon: Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, du Ursprung der Liebe. Segne die Ringe, die N. und N. als Eheleute tragen, damit sie ihnen für das ganze Leben Zeichen gegenseitiger Liebe und Treue seien. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.


Alle: Amen.

 

Anschließend kann der Priester oder Diakon die Ringe mit Weihwasser besprengen.

 

Vermählung

 

Es ist möglich, zwischen zwei Formen des Eheversprechens zu wählen: Der Vermählungsspruch, mit dem Bräutigam und Braut einander das Versprechen geben. Oder das Ja-Wort, bei dem der Priester oder Diakon dem Brautpaar die Frage stellt, die inhaltlich mit dem Vermählungsspruch identisch ist, und die Bräutigam und Braut mit »Ja« beantworten. (Hier ist der Vermählungsspruch gewählt.)

 

Priester/Diakon: So schließt jetzt den Bund der Ehe, indem ihr das Vermählungswort sprecht. Dann steckt einander den Ring der Treue an.

 

Die Brautleute wenden sich einander zu. Der Bräutigam nimmt den Ring der Braut und spricht den Vermählungsspruch. Wenn der Bräutigam nicht an Gott glaubt, lässt er die Worte »Vor Gottes Angesicht« und »Im Namen des Vaters...« aus.

 

Bräutigam: N., (vor Gottes Angesicht nehme ich dich an)

(ich nehme dich an) als meine Frau. Ich verspreche dir die Treue in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod uns scheidet. Ich will dich lieben, achten und ehren alle Tage meines Lebens.

 

Der Bräutigam steckt der Braut den Ring an.

 

Bräutigam: Trag diesen Ring als Zeichen unserer Liebe und Treue. (Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.)

 

Danach nimmt die Braut den Ring des Bräutigams und spricht den Vermählungsspruch. Wenn die Braut nicht an Gott glaubt, lässt sie die Worte »Vor Gottes Angesicht« und »Im Namen des Vaters...« aus.

 

Braut: N., (vor Gottes Angesicht nehme ich dich an)

(ich nehme dich an) als meinen Mann. Ich verspreche dir die Treue in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod uns scheidet. Ich will dich lieben, achten und ehren alle Tage meines Lebens.

 

Die Braut steckt dem Bräutigam den Ring an.

 

Braut: Trag diesen Ring als Zeichen unserer Liebe und Treue. (Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.)

 

Bestätigung der Vermählung

 

Braut und Bräutigam reichen einander die rechte Hand. Der Priester oder Diakon legt die Stola um die ineinandergelegten Hände der Brautleute und seine rechte Hand darauf. Damit bestätigt er das Versprechen, das Braut und Bräutigam einander gegeben haben.

 

Gott soll keine fesselnde Kette, sondern ein Haltepunkt sein, der den letzten Sinn und damit Sicherheit und Freiheit gibt. Gott macht frei vom Anspruch, ein/e perfekte/r Partner/in sein zu müssen. Gott sagt JA zu jedem Menschen, mit den Stärken und Fehlern. Gott hat das Paar verbunden und ermöglicht, immer wieder neu JA zueinander zu sagen.

 

Priester/Diakon: Reicht nun einander die rechte Hand. Gott, der Herr, hat euch als Mann und Frau verbunden. Er ist treu. Er wird zu euch stehen und das Gute, das er begonnen hat, vollenden.


Der Priester oder Diakon legt die Stola um die ineinandergelegten Hände der Brautleute und seine rechte Hand darauf.


Priester/Diakon: Im Namen Gottes und seiner Kirche bestätige ich den Ehebund, den ihr geschlossen habt.


Der Priester oder Diakon wendet sich an die Trauzeugen und an die übrigen Mitfeiernden.


Priester/Diakon: Sie aber N. und N. [Trauzeugen] und alle, die zugegen sind, nehme ich zu Zeugen dieses heiligen Bundes. »Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.«

 

Feierlicher Trauungssegen

 

Das Eheversprechen kann im Laufe der Ehe zu einer Herausforderung werden. Als Menschen stoßen wir an unsere Grenzen und kämpfen mit unseren Unzulänglichkeiten. Trotzdem ist das Versprechen möglich, weil Gott im Spiel ist. Er ist der tragende Boden »in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit«. Der Trauungssegen ist die Zusage Gottes: Ich bin für euch da und mit euch unterwegs!

 

Text für den Trauungssegen

 

Dem Trauungssegen können ein Lied oder Instrumentalmusik folgen.

 

Fürbitten

 

In den Fürbitten wird für das Brautpaar, dessen Familien und Freunde, für alle Ehepaare und Familien, für Anliegen, die die Kirche und Gesellschaft bewegen und besonders für Menschen in Not gebetet. Es können fertige Fürbitten ausgewählt oder welche selbst formuliert werden. Die Einleitung und den Abschluss spricht immer der Priester oder Diakon. Die einzelnen Bitten können von verschiedenen Mitfeiernden (z.B. Verwandten, Freunden...) gelesen werden. Auf jede Bitte antworten alle Mitfeiernden mit einem kurzen Ruf (z.B.: »Wir bitten dich, erhöre uns«).

 

Textvorlagen  für Fürbitten

 

Vater unser

 

Den Fürbitten folgt das Vater unser. Das Gebet wird von allen Mitfeiernden gesprochen oder gesungen.

 

Alle: Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

 

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.


Amen.

 

Schlussgebet (und Danklied)

 

Das Schlussgebet wird vom Priester oder Diakon gesprochen. Anschließend kann ein Danklied gesungen werden.

 

 

an den Beginn (Trauung mit einer Person, die nicht an Gott glaubt)

 

ABSCHLUSS

 

Unterzeichnung der Trauungsdokumente

 

Je nach örtlichem Brauch werden vor dem Schlusssegen die Trauungsdokumente von Braut, Bräutigam, Trauzeugen und Priester oder Diakon unterzeichnet.

 

Es gibt auch den Brauch, die Trauungsdokumente unmittelbar nach dem Trauungsritus zu unterzeichnen. Die Unterzeichnung ist allerdings kein fixer Bestandteil des Gottesdienstes und kann auch im Anschluss, außerhalb des Gottesdienstes Platz haben.

 

 

Dankworte und Verlautbarungen

 

An dieser Stelle kann das Brautpaar einen Dank an alle für das Mitfeiern richten. Jetzt ist auch der Platz, um z.B. zur Agape einzuladen, oder für andere Verlautbarungen.

 

Schlusssegen

 

Der Priester oder Diakon spricht oder singt den Schlusssegen. Er bittet Gott damit um den Segen für das Brautpaar und alle Mitfeiernden.

 

Auszug

 

Der Priester oder Diakon und die Ministrant/innen können das Brautpaar zum Kirchenportal begleiten. Zum Auszug kann Instrumentalmusik spielen.

 

 

an den Beginn (Trauung mit einer Person, die nicht an Gott glaubt)

Freie Seminar-Plätze:

22.02., 1110 Wien
jeweils 9:30-17:30 Uhr

Anmeldung und Information: Fachbereich Ehevorbereitung

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