Friday 24. September 2021

Dr. Ewald Huscava

Pfarrvikar der Gemeinde

Donaucitykirche

Evangelium von heute Lk 9,18-22 In jener Zeit, als Jesus in der Einsamkeit betete und die...

Blitzlicht 26. September 2021, 26. Sonntag im Jahreskreis

 

 

Unterscheidung der Geister

 

Im heutigen Evangelium wird eingangs erzählt, dass es neben der Gemeinde, für die Markus schreibt, konkurrierende Gemeinschaften gab, die sich auch auf Jesus beriefen. Die Jünger sind pikiert, weil diese Leute „uns“ nicht nachfolgen (wäre es um Jesus gegangen, stünde hier „dir“!) und Machttaten in Jesu Namen vollbringen. Jesus dagegen lädt ein, Sympathisanten zu suchen, auch wenn diese sich nicht der Gruppe anschließen. Er meint: Jeder, der sich nicht gegen ihn und seine Jünger stellt, ist positiv zu bewerten.

 

Eine ganz ähnliche Situation finden wir in der 1. Lesung (Num 11,25-29): Mose hatte sich bei Gott beschwert (Num 11, 11-15), er könne nicht allein die Verantwortung für das Volk tragen, denn die Leute erwarten, dass Mose alle ihre Probleme löst. Daher erwählt Gott 70 Älteste, die Mose unterstützen und dazu beim Offenbarungszelt mit Geist ausgestattet werden sollen. Dort spielt die Szene, die wir heute hören.

 

Denn zwei Männer, Eldad und Medad waren nicht beim Zelt, sondern blieben im Lager und trotzdem reden sie prophetisch. Das stört Josua, der hier als Diener Moses vorgestellt wird.

Mose aber lehnt es ab, zwischen „berechtigten“ und „nicht berechtigten“ Verkündern zu unterscheiden: „Wenn nur das ganze Volk des HERRN zu Propheten würde, wenn nur der HERR seinen Geist auf sie alle legte!“

Wer darf die Botschaft Gottes verkünden? Eine nach wie vor aktuelle Frage: Einerseits sind viele Menschen nicht mehr davon überzeugt, dass diese Aufgabe (und die Befähigung dazu) ausschließlich bei geweihten Männern liegen muss und nicht auch von Laien oder gar Laiinnen wahrgenommen werden darf. Andererseits muss man sich immer wieder fragen, ob der Geist, in dem Menschen eine Botschaft verkünden, tatsächlich der Geist Gottes ist, „der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht.“ (Jes 11,1–2)

 

Die Gabe der Unterscheidung der Geister ist dringend gefragt!

 

Hinweis: Lesungen und Evangelium finden Sie gemeinsamit mit Tagesgebet und Psamlen über den "Schott-Tagesliturgie" Knopf auf https://erzabtei-beuron.de/index.html.

 

„Der Friede ist ein Geschenk Gottes, erfordert aber auch unseren Einsatz. Seien wir Menschen des Friedens - im Gebet und in der Tat!“
Papst Franziskus
Teilgemeinde Donaucitykirche
Donau-City-Straße 2
1220 Wien

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