Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl wird am kommenden Montag von Papst Leo XIV. zu einer Audienz im Vatikan empfangen.
Im Rahmen seines Antrittsbesuchs in Rom stehen für den im Jänner dieses Jahres in sein Amt eingeführten Wiener Erzbischof Gespräche mit dem Papst sowie mit Vertretern der Römischen Kurie auf dem Programm. Am Montagvormittag empfängt Papst Leo XIV. Erzbischof Grünwidl zu einer Audienz. Für Dienstag sind Arbeitsgespräche mit den Präfekten (Leitern) der Dikasterien für die Bischöfe und für den Klerus vorgesehen.
Zum Programm gehören Gottesdienste in der Kirche Santa Maria dell’Anima, der deutschsprachigen Nationalkirche in Rom, sowie am Campo Santo Teutonico im Vatikan. Am Montagnachmittag besucht Erzbischof Grünwidl außerdem das Grab von Papst Franziskus in der Basilika Santa Maria Maggiore.
Aufgrund des dichten Programms sind keine zusätzlichen Medientermine vorgesehen. Geplant ist ein gemeinsames Interview mit Vatican News, Kathpress und ORF am Montagabend. Inhalte der Gespräche mit dem Papst und Vertretern der Dikasterien unterliegen der üblichen Vertraulichkeit.
Der Antrittsbesuch unterstreicht die enge Verbindung der Erzdiözese Wien mit dem Vatikan und der Weltkirche. Die Einladung Josef Grünwidls durch den Papst und die vatikanischen Behörden kann auch als Zeichen der Wertschätzung gegenüber der katholischen Kirche in Österreich verstanden werden. Die österreichische Kirche ist innerhalb der Weltkirche zahlenmäßig vergleichsweise klein: Nur rund drei Promille aller Katholiken weltweit leben in Österreich.
Gleichzeitig kommt der Erzdiözese Wien traditionell ein deutlich größeres Gewicht zu, als es diese Zahlen allein vermuten ließen. Dafür ausschlaggebend sind ihre historische Rolle in der katholisch geprägten Habsburger-Monarchie, ihre langjährige Brückenfunktion zwischen West- und Osteuropa sowie die internationale Ausstrahlung, die die Erzdiözese -insbesondere in den vergangenen Jahrzehnten - durch das Wirken der Kardinäle Franz König und Christoph Schönborn gewonnen hat.