In einer Messe im Petersdom um 09:30 Uhr wird der Papst die Pallien segnen und sie allen neuen Metropolitan-Erzbischöfen der letzten zwölf Monate auflegen. Unter ihnen ist auch der neue Prager Erzbischof Stanislav Přibyl, der bei der Bischofsweihe von Josef Grünwidl im Jänner in Wien war. Kardinal Christoph Schönborn, der Vorgänger von Josef Grünwidl als Erzbischof, wird ebenfalls bei der Feier im Petersdom dabei sein.
Fotos vom Rom-Besuch des Erzbischofs
Die Feierlichkeiten im Petersdom werden von Fotografen des Vatikans dokumentiert. Diese Fotos kann man hinterher über Vatican Media erwerben. Der Fotograf des Erzbischofs begleitet ihn am Weg zum Petersdom und wird davon Fotos zur kostenlosen Verwendung zur Verfügung stellen. Diese werden via Presseaussendung am 29. Juni am späten Vormittag verschickt.
Pallium: Bedeutung und Herkunft
Das Pallium ist ein schmales Band aus weißer Lammwolle, das über der Kasel um die Schultern getragen wird, vorne und hinten fällt je ein kurzer Streifen herab. Sechs schwarze Kreuze sind darauf gestickt. Kleine Nadeln, die sogenannten Spinulae, erinnern an die Wunden Christi und an die Dornenkrone. Das Pallium sagt, was ein Erzbischof sein soll: nicht Herrscher, sondern Hirte, für die Menschen, die ihm anvertraut sind. Es ist Zeichen der Einheit mit dem Papst und zugleich Zeichen der Verantwortung für eine konkrete Kirchenprovinz. In Österreich tragen das Pallium die Erzbischöfe von Wien und Salzburg. Zur Kirchenprovinz Wien gehören neben der Erzdiözese Wien die Diözesen Eisenstadt, Linz und St. Pölten.
Die Wolle des Palliums stammt traditionell von Lämmern, die am 21. Jänner, dem Gedenktag der heiligen Agnes, in Rom gesegnet werden. Vor der Übergabe werden die Pallien in einem eigenen Behälter in der sogenannten Palliumnische beim Petrusgrab im Petersdom aufbewahrt.
Die Form des Palliums erinnert an ein Joch über den Schultern. Das verweist auf Christus, den Guten Hirten, der das verlorene Schaf sucht und auf seine Schultern nimmt.
Was ist ein Metropolit?
Ein Metropolit ist jener Erzbischof, der einer Kirchenprovinz vorsteht. Das Pallium bringt diese besondere Aufgabe zum Ausdruck: Er ist nicht Bischof über die anderen Bischöfe seiner Kirchenprovinz, wohl aber Zeichen und Garant der kirchlichen Verbindung innerhalb dieser Provinz und mit Rom.
Das Pallium ist persönlich – und zugleich streng an das Amt gebunden. Es wird einem konkreten Erzbischof verliehen, gilt aber nur für seinen Dienst auf einem bestimmten Metropolitansitz. Der Metropolit darf das Pallium nur innerhalb seiner eigenen Kirchenprovinz tragen, also nicht einfach überall, wo er einer Liturgie vorsteht. Mit dem Ende der Amtszeit endet auch der liturgische Gebrauch.
Petrus und Paulus als Datum
Dass die Pallien am Hochfest der Apostel Petrus und Paulus übergeben werden hat symbolische Gründe. Petrus steht für die Einheit, Paulus für Mission und Verkündigung. Beides gehört zum Pallium: die Bindung an Rom und der Auftrag, das Evangelium in der eigenen Kirchenprovinz zu bezeugen. Josef Grünwidl verbindet dieses Datum auch mit seiner Priesterweihe am 29. Juni 1988 im Wiener Stephansdom durch Kardinal Franz König.
Mehr Hintergrundinformationen über das Pallium gibt es hier.
Rückfragen
Mag. Katharina Mayr, aus dem Presseteam
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