Blitzlicht, 15. Sonntag im Jahreskreis, 14. Juli 2024
1. Lesung: Amos 7, 12-15
Geh und prophezeie meinem Volk Israel!
Vorigen Sonntag haben wir gehört, wie Gott den Propheten Ezechiel beruft, damit er zum Volk - einem widerspenstigen Volk – spricht, ob es auf ihn hört oder nicht.
Diesmal geht es um einen anderen Propheten, um Amos. Zwar hatte ihm der Herr gesagt: Geh und prophezeie meinem Volk Israel! (V.15), aber damit ist Amazja, der Priester von Bet-El, nicht einverstanden. „In Bet-El darfst du nicht mehr prophezeien; denn das hier ist das königliche Heiligtum und der Reichstempel.“ (V.13)
Was uns die Lesung verschweigt, ist, was Amos prophezeit hat, um den Zorn der Regierenden auf sich zu ziehen: Er hat (V. 11) den Untergang des Landes vorhergesagt.
Denn im Heiligtum von Bet-El (von König Jerobeam I im 10.Jh. errichtet) wurde auch ein goldenes Kalb als Symbol für Gott aufgestellt und das Kalb ist eine der stärksten Metaphern für die komplette Abkehr von der richtigen Gottesverehrung. Und der König, dem Amazja dient, Jerobeam II (Mitte des 8. Jh.), wollte sicher nicht hören, was Amos zu verkünden hat, denn er ließ aus politischen Gründen sogar die Einführung assyrischer Staatskulte zu.
Gott beruft Propheten. Aber die Menschen (oft das Volk, hier die Mächtigen) hören nicht auf sie.
Eva R.
Hinweis: Lesungen und Evangelium finden Sie gemeinsamit mit Tagesgebet und Psamlen über den "Schott-Tagesliturgie" Knopf auf https://erzabtei-beuron.de/index.html.









